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„Es entstehen Freundschaften“Zwei Kölner Schulen werden mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet

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Im Jahr 2024 verteilen Schüler des Berufskolleg an der Lindenstraße mit Juttas Suppenküche Essen an Bedürftige. Sie stehen auf der Domplatte und tragen Weihnachtsmützen.

Im Jahr 2024 verteilen Schüler des Berufskolleg an der Lindenstraße mit Juttas Suppenküche Essen an Bedürftige.

Am Gymnasium Pesch helfen Schüler Senioren mit Technik-Problemen, am Berufskolleg an der Lindenstraße organisieren sie Spenden.

„Zwei Menschenleben konnten schon gerettet werden, weil wir diese Aktion organisiert haben“, sagt Lehrerin Eva Kriebs. Seit einigen Jahren registrieren sich Schüler des Berufskollegs an der Lindenstraße als Stammzellenspender. Zweimal wurde unter ihnen ein passender Spender für Leukämiepatienten gefunden. Zusätzlich spenden sie jedes Weihnachten an eine gemeinnützige Organisation. Das Berufskolleg zählt als eine von zwei Schulen zu den Gewinnern des Kölner Ehrenamtspreises „Köln Engagiert 2026“.

Die zweite Schule ist das Gymnasium Pesch. Dort helfen die Schüler regelmäßig Seniorinnen und Senioren mit technischen Problemen (wir berichteten). Ein neues Smartphone bedienen, FaceTime ausprobieren, den Drucker einrichten: Die Senioren kommen mit ganz unterschiedlichen Problemen in die Schule. Die Treffen finden alle sechs Wochen statt, immer an wechselnden Wochentagen. Von 10 bis 11.30 Uhr können sich die junge und die ältere Generation bei Kaffee und Keksen austauschen.

Ehrenamt gibt Selbstwert

„Wir haben uns total über den Preis gefreut. Letztes Jahr haben wir uns bereits beworben, da hat es nicht geklappt“, erzählt Corinna Blum, die am Gymnasium Pesch für das Projekt zuständig ist. Die Idee ging 2022 vom Seniorennetzwerk Pesch in Person von Koordinatorin Sara Wiesemann vom Kölner Caritasverband aus. Die Schülerinnen und Schüler machen das Projekt freiwillig. Sie sind alle Teil der sogenannten Forscherklasse, in der jede und jeder Jugendliche mit einem iPad versorgt ist. Sie fangen in der achten Klasse an und können den Senioren bis zur Oberstufe regelmäßig helfen.

Mehrere Schülerinnen des Gymnasiums Pesch helfen einer Seniorin bei ihren Fragen zu Smartphone und Tablet.

Mehrere Schülerinnen des Gymnasiums Pesch helfen einer Seniorin bei ihren Fragen zu Smartphone und Tablet.

„Manche Senioren möchten immer wieder mit denselben Schülern zusammenarbeiten. Es entstehen Freundschaften“, sagt Corinna Blum. „Eine Dame ist von Anfang an immer dabei. Wir kennen uns inzwischen und erzählen uns gegenseitig von den Ferien.“ Generell sehe sie ganz viel gegenseitigen Respekt und Interesse. Einer der schönsten Momente sei es gewesen, als Großeltern das erste Mal per Video die Enkel anrufen konnten. Auch die Jugendlichen gewinnen: „Es gibt ihnen ein Gefühl von Selbstwert“, sagt Blum.

An den positiven Effekt des Ehrenamts glaubt auch Eva Kriebs vom Berufskolleg an der Lindenstraße. „Am Ende des Schullebens hinterlässt das einen Eindruck, sie werden sich zurückerinnern“, davon ist sie überzeugt. Schon seit über zehn Jahren zeigen die Schüler der größten Berufsschule Kölns ehrenamtliches Engagement. Die Schülervertretung (SV), bestehend aus zehn Jugendlichen inklusive Schulsprecher oder Schulsprecherin, organisiert die jährlichen Spendenaktionen gemeinsam mit drei zuständigen Lehrern, darunter Kriebs. Wohin das Geld geht, entschieden letztendlich die Schüler, sagt sie. 

Kinderheim und Suppenküche

Im vergangenen Jahr spendete das Berufskolleg an die „Kölner Feger“, ein Projekt des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM), das Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten eine Beschäftigung gibt. Besonders in Erinnerung bleiben wird Kriebs die Spende an das Kinderheim Leuchtturm vor vier Jahren. „Jedes Kind hatte einen Wunschzettel geschrieben. Wir haben die Geschenke selbst nach Bonn gebracht und unter den Weihnachtsbaum gelegt“, erzählt sie. Zurück kamen Dankeskarten, beschrieben und bemalt von den Kindern selbst. Vor zwei Jahren bei Juttas Suppenküche konnten auch die Schüler live dabei sein und sehen, was mit ihrem Geld passiert. Am Fuße des Doms haben sie mit Jutta und ihren Helfern Essen an Bedürftige ausgeteilt und dabei 1069 Euro übergeben. 

Die SV macht analog und digital viel Werbung für die Aktionen der Schule. Besonders gelungen ist das der damaligen SV rund um Schülersprecher Jonas-Taylor Braun bei einer der DKMS-Registrierungs-Aktionen vor drei Jahren. Eine beeindruckende Zahl von 143 Schülerinnen und Schülern registrierte sich an diesem Tag als Stammzellenspender.

Über den Preis hätten sich alle sehr gefreut. Mit zwei Lehrern, dem stellvertretenden Direktor und drei bis vier Schülern wird das Berufskolleg zur Preisverleihung Anfang September anreisen. Auch Ex-Schülersprecher Braun wird dabei sein. Dort werden sich die beiden engagierten Schulen dann begegnen.

Das nächste Treffen zu Pesch digital wird am 7. September, einen Tag nach der Preisverleihung, stattfinden. Blum plant, in der zweiten Jahreshälfte auch Hilfe zu KI anzubieten. An wen die Spenden des Berufskollegs in diesem Winter gehen, steht noch nicht fest. Schließlich wird die neue und dann zuständige SV erst im September gewählt.