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Neue Bahnsteige und GleiseKölner Bahnknoten wird ausgebaut – Land finanziert über 300 Millionen Euro

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Pendler waren im Kölner Hauptbahnhof auf dem übervollen Bahnsteig auf eine S-Bahn nach Düren. Die Erweiterung des Bahnhofs um zwei S-Bahngleise ist finanziell gesichert.

Pendler waren im Kölner Hauptbahnhof auf dem übervollen Bahnsteig auf eine S-Bahn nach Düren. Die Erweiterung des Bahnhofs um zwei S-Bahngleise ist finanziell gesichert. 

Bund und Land geben grünes Licht. Neue Gleise und Bahnsteige sollen den Nahverkehr deutlich entlasten.

Das wichtigste Projekt für die Erweiterung der S-Bahn im Bahnknoten Köln ist gesichert. Für den Ausbau der S 11 zwischen Köln und Bergisch Gladbach stellen Bund und Land insgesamt 836 Millionen Euro bereit. Das Land hat am Dienstag für seinen Anteil von 305 Millionen die Finanzierungszusage erteilt, der Bund stellt weitere 531 Millionen in Aussicht.

Damit ist die Erweiterung des Kölner Hauptbahnhofs und der Station Köln-Messe/Deutz um jeweils einen Mittelbahnsteig mit zwei S-Bahngleisen möglich. Der Bahnhof in Bergisch Gladbach wird auf vier Gleise ausgebaut, die Strecke von dort bis Köln-Dellbrück zweigleisig ausgebaut. In Köln entsteht mit Kalk West ein neuer S-Bahn-Haltepunkt. Alle Stationen zwischen Holweide und Bergisch Gladbach werden barrierefrei.

„Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer das Baurecht haben“, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). Rund zehn Jahre nach den ersten Planungen zum Ausbau des Bahnknotens Köln ist der wichtigste Baustein damit abgesichert.

„Der Eisenbahnknoten Köln liegt in Nordrhein-Westfalen zentral in der Millionenstadt Köln und ist einer der verkehrsreichsten Schienen-Knotenpunkte in Deutschland“, sagte Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. „Daraus resultieren hohe und stetig wachsende Anforderungen an den Betrieb des Schienenpersonennahverkehrs und damit auch an die Infrastruktur. Ich freue mich, dass mit dem Ausbau der S11 unter umfangreicher finanzieller Beteiligung des Bundes ein Beitrag zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Qualität im Nahverkehr für die Metropole Köln wie auch der Region geleistet wird.“

Der Ausbau bedeutet mehr Kapazität und Pünktlichkeit für die gesamte Region und weit über Nordrhein-Westfalen hinaus
Oliver Krischer, NRW-Verkehrsminister

Künftig soll auf der sogenannten Stammstrecke zwischen Köln-Messe/Deutz, dem Hauptbahnhof und Köln Hansaring, die von mehreren Linien genutzt wird, im Berufsverkehr alle zweieinhalb Minuten eine S-Bahn pro Richtung fahren.

Allein für die S 11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln ist ein Zehn-Minuten-Takt geplant, der zu Stoßzeiten auf fünf Minuten verdichtet werden kann. Um das zu ermöglichen, muss die Leit- und Sicherungstechnik auf der Stammstrecke digitalisiert werden.

„Der Ausbau bedeutet mehr Kapazität und Pünktlichkeit für die gesamte Region und weit über Nordrhein-Westfalen hinaus“, sagte Krischer. Die Hohenzollernbrücke sei nicht das Nadelöhr, sondern die fehlenden Bahnsteige im Hauptbahnhof, der mit 1300 Zugfahrten täglich die Belastungsgrenze längst erreicht habe.

Baurecht soll im Sommer vorliegen

Wann der Ausbau in Köln beginnt, ist offen. „Sobald das Eisenbahn-Bundesamt das Baurecht erteilt, können wir mit den Ausschreibungen beginnen und den Baustart planen“, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturprojekte bei der DB InfraGo.

Ob die Arbeiten zur Erweiterung des Hauptbahnhofs und des Deutzer Bahnhofs parallel zu den anderen Großprojekten laufen können, muss geklärt werden. Bis 2030 stehen im Großraum Köln die Generalsanierungen der rechten und linken Rheinstrecke, der Verbindung Köln-Aachen und der Austausch von vier Kölner Innenstadtbrücken an. „Wir wollen möglichst schnell beginnen“, sagte Verkehrsminister Krischer. Er könne sich vorstellen, dass der Bau der beiden neuen Bahnsteige im Hauptbahnhof und Deutz ohne größere Einschränkungen des Bahnverkehrs möglich ist.

Mit der Finanzierungszusage des Landes und den Mitteln des Bundes habe man unter Beweis gestellt, dass Projekte dieser Größenordnung nicht nur in München und Hamburg zu realisieren sind. Das sei ein weiterer Pluspunkt bei der Olympiabewerbung des Großraums Köln für die Spiele an Rhein und Ruhr. Die Bauarbeiten an der zehn Kilometer langen zweiten Tunnelstrecke für die S-Bahn München hatten 2017 begonnen und werden nicht vor 2035 abgeschlossen sein. Die Baukosten haben mittlerweile 9,5 Milliarden Euro erreicht.