Carola Blum wird am 7. September mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln für ihr 25-jähriges Engagement ausgezeichnet. Als Vorsitzende von „Donum Vitae Köln“ war sie für die Beratung und Unterstützung Tausender schwangerer Frauen in Konfliktsituationen verantwortlich.
Kölner Ehrenamtspreis„Ohne Carola Blum wäre Donum Vitae nicht die Einrichtung, die sie heute ist“

Carola Blum (r.) blickt auf 25 bewegte Jahre im Ehrenamt zurück. Ihre Begleiterin auf diesem Weg und Nachfolgerin im Vorstand von Donum Vitae, Hannelore Bartscherer, dankt ihr herzlichst.
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Büroräume suchen, Beraterinnen erst finden, dann einstellen und betreuen, Geld akquirieren, Vereinssitzungen leiten, neue Kontakte knüpfen, das eigene Beratungs- und Aufklärungsangebot stetig erweitern und – vielleicht am schwierigsten – die richtige Gesprächs- und Willkommenskultur für Hilfesuchende in einer hochsensiblen Lage schaffen: Carola Blum hatte in den vergangenen 25 Jahren als Vorsitzende von „Donum Vitae Köln“ zahlreiche Aufgaben. Als eines von nur neun Gründungsmitgliedern ist sie grundlegend an der Initiierung, dem Aufbau und dem Ausbau des Vereins beteiligt gewesen. Dabei übernahm die Ehrenamtlerin eine gewaltige Verantwortung: Bei Donum Vitae, einer Beratungsstelle für Schwangere, geht es nicht „nur“ um die Frage nach dem Leben und dessen Schutz, sondern auch um dessen würdevolle Gestaltung.
Der Umfang ihres stets ehrenamtlichen Engagements habe zuweilen dem eines Vollzeitberufs entsprochen. Dafür wird Blum am 7. September mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln ausgezeichnet. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ blickt sie auf ein bewegtes Vierteljahrhundert im Ehrenamt zurück.
Schwierige Anfänge, großer Erfolg
„Ohne Carola wäre Donum Vitae nicht die Einrichtung, die sie heute ist“, fasst Hannelore Bartscherer, Ehrenamtskollegin bei Donum Vitae, ihr umfangreiches Engagement zusammen und ergänzt: „Wir verdanken ihr unendlich viel.“ Diese Wertschätzung, ob durch die Auszeichnung der Stadt oder die Dankbarkeit der gerührten Kollegen, wurde der Ehrenamtlerin allerdings nicht immer entgegengebracht.

In den Räumlichkeiten von Donum Vitae Köln hat Blum jahrelang ihre Freizeit verbracht.
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Als Donum Vitae Köln im Jahr 1999 ins Leben gerufen wurde, erhoben sich damals noch kritische Stimmen. Die Kompetenz der Beratungsstelle, bei einer Konfliktschwangerschaft nach einem Beratungsgespräch einen Schein auszustellen, der einen Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen entkriminalisiert, wurde vom damaligen Papst Johannes Paul II. kritisiert. Das Bistum Köln unter Kardinal Meisner folgte der Anweisung des Papstes, aus der Schwangerschaftskonfliktberatung auszusteigen und Donum Vitae Köln nicht zu unterstützen.
Preisgeld wird gespendet
Rückendeckung erhielt der Verein hingegen aus der Politik. Harry Blum, damaliger OB Kölns und Ehemann von Carola Blum, sowie Renate Canisius von der SPD unterstützten die Beratungsstelle. „Bis heute werden wir finanziell zu 80 Prozent öffentlich gefördert; 20 Prozent unserer Vereinsausgaben finanzieren wir durch Mitgliederbeiträge und Spenden selbst“, erklärt Blum.
Und natürlich hat auch die Tatsache, dass Blum über ein Vierteljahrhundert ehrenamtlich und umfangreich für Donum Vitae gearbeitet hat, den Verein finanziell entlastet. Auch ihr Preisgeld des Ehrenamtspreises wird sie dem Verein spenden.
Aufklärungsarbeit in Schulen
Bereits in den ersten sechs Monaten der Vereinsgeschichte wuchs Donum Vitae Köln von neun auf 300 Mitglieder an. So konnte auch da Angebot ausgeweitet werden. Seit der Gründung wurden die allgemeinen Beratungsgespräche für Schwangere und die Konfliktschwangerschaftsberatungen um Sexualaufklärung in der Schule, Gespräche bei unerfülltem Kinderwunsch und Begleitungen bei Pränataldiagnostik erweitert.

Am 1. Juli 1999, also vor über 25 Jahren, begann das Beratungsangebot von Donum Vitae Köln. Bereits damals waren Carola Blum (r.) und Hannelore Bartscherer als Gründungsmitglieder engagiert.
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Vieles habe sich somit seit ihren Anfangstagen im Ehrenamt gewandelt, sagt Blum rückblickend. Unverändert hingegen sei ihre Motivation geblieben: „Insbesondere Frauen in Konfliktsituationen dürfen bei ihrer Schwangerschaft nicht von der Gesellschaft alleine gelassen werden. Sie brauchen Beratung, und wenn sie sich gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, brauchen sie auch handfeste Unterstützung.“
Zudem blickt die Ehrenamtlerin auf Erlebnisse zurück, bei denen ihr noch heute die Tränen in die Augen steigen. Auch diese Erfahrungen dürften ihr die Sinnhaftigkeit ihres Engagements vor Augen geführt, und sie so für ihren Einsatz motiviert haben: „Eine Schwangere hat sich nach dem ersten Beratungsgespräch bei uns gegen den Abbruch entschieden. Sie kam immer wieder zu uns und hat schließlich während eines Beratungsgesprächs die Wehen bekommen. Ihr Kind wurde in unseren Vereinsräumlichkeiten geboren. Das ist das Geschenk des Lebens.“