Köln – Bis 2019 brauchten Teilnehmer des „Tag der Forts“ noch festes Schuhwerk und Taschenlampen, um die Kölner Festungsbauwerke aus preußischer Zeit zu erkunden. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich die internationale Veranstaltung jedoch ins Internet verlagert. Das Kölner Festungs-Museum und das Institut für Festungsarchitektur als Veranstalter werden auch in diesem Jahr die Wehrbauten aus dem 19. Jahrhundert nur online vorstellen können. Etwa 20 Anlagen, die zum Teil seit mehr als 100 Jahren in Trümmern oder im Dornröschenschlaf liegen, werden ab Sonntag, 6. Juni, 9 Uhr, in kurzen Filmbeiträgen erklärt. Um Militarismus gehe es den Organisatoren keineswegs, stellt Chef-Organisator Robert Schwienbacher klar: „Aber man muss Geschichte zeigen und nicht verstecken.“

Robert Schwienbacher
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Das herausragende Merkmal des Kölner Festungsrings sei, dass er in den 1920er Jahren zum 42 Kilometer langen Grüngürtel umgewandelt worden sei. Von den einst 181 Festungsbauwerken, die unter preußischer Verwaltung entstanden, existieren heute gerade mal noch zehn Prozent, manche davon nur bruchstückhaft. Der Infanteriestützpunkt Kriel zum Beispiel wurde nach dem Ersten Weltkrieg gesprengt. Die Betonreste aus dem Jahr 1890 liegen noch immer am Militärring herum. „Viele denken, es wären Trümmer aus dem Zweiten Weltkrieg, aber es sind gesprengte preußische Festungswerke“, so Robert Schwienbacher. Beim mittlerweile 18. Tag der Forts gehe es also um konkrete Stadtgeschichte.
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Aber es gehe auch – im Gegensatz zum „ursprünglichen Kontext aus Krieg, Bedrohung und kollektiver Angst“ – um Völkerverständigung. Schon immer nutzten andere deutsche Städte und europäische Länder die Gelegenheit, ihre Festungsbauwerke an diesem Tag der Öffentlichkeit zu präsentieren. So ergibt sich in diesem Jahr die besondere Gelegenheit, nicht nur die Kölner, sondern auch italienische oder dänische Anlagen digital kennenzulernen. Und das ganz ohne Taschenlampen und festes Schuhwerk.
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