„Tatort“ zu NeujahrIn diesem Kölner Veedel wurde der TV-Neujahrskrimi gedreht

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Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) mit Tee und Gebäck in einem persischen Lokal.

Der „Tatort“ an Neujahr spielt in Köln: „Schutzmaßnahmen“ wurde in der Weidengasse im Eigelsteinviertel gedreht.

Der „Tatort“ an Neujahr kommt aus Köln: „Schutzmaßnahmen“ ist in einem Veedel gedreht, „das sich trotz Vielfalt als Einheit versteht“.

In einem Lokal im Eigelsteinviertel finden Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 62) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, 61) eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche. Das Duo nimmt die Ermittlung auf. Damit startet das neue Jahr mit einem Krimi aus Köln. Mit „Schutzmaßnahmen“ tauchte der „Tatort“ am 1. Januar um 20.15 Uhr in den Mikro-Kosmos eines Kölner Veedels ein.

Der Fall geht es um einen Brandanschlag auf das persische Restaurant „Wunderlampe“ – eine rassistisch motivierte Tat? Gedreht wurde von Oktober bis September in der Weidengasse, wie der Express berichtet. Die „Wunderlampe“ ist in Wirklichkeit ein An- und Verkaufsgeschäft. Auch wurden Szenen im „Café Aylin“ gedreht.

Ein weiterer zentraler Platz im Neujahrs-„Tatort“ ist die fiktive Kneipe „Hugos Eck“. Die Außenaufnahmen wurden vor dem Brauhaus Lommerzheim in Deutz gedreht. Von innen ist es aber eine weitere urkölsche Kneipe: die „Schreckenskammer“ im Ursula-Viertel.

Kölner Tatort „Schutzmaßnahmen“: Eigelstein dient als Kulisse für Veedel, „das sich trotz Vielfalt als Einheit versteht“

Für Schenk wird dieser „Tatort“ zu einem persönlichen Fall. Seine Familie hat bisher kaum eine Rolle in der Reihe gespielt, in „Schutzmaßnahmen“ aber kehrt Natalie Spinell (40) nach 23 Jahren als seine Tochter Sonja Schenk zurück. Sie nimmt ihren Verlobten Karim in Schutz, denn das ausgebrannte Lokal „Wunderlampe“ gehört ihm.

Im Film spielt die Weidengasse eine zentrale Rolle. „Das Drehbuch hatte diese wunderbare Idee eines in sich geschlossenen Mikro-Kosmos, in dem jeder jeden kennt und wo man die Dinge unter sich ausmacht“, sagt Regisseurin Nina Vukovic (44). „Die Idee, ein über die Jahre gewachsenes Veedel zu zeigen, das sich kulturell trotz Vielfalt als Einheit versteht, ließ uns frühzeitig an die Weidengasse denken.“

„Der Zusammenhalt des Kölner Viertels in 'Schutzmaßnahmen' ist zweischneidig“, sagt Paul Salisbury (43), der das Drehbuch zum Film geschrieben hat. „Einerseits gibt es dieses Wir-Gefühl tatsächlich und wird auch aufrichtig gelebt. Andererseits bringt dieser 'Kiez-Korpsgeist' aber auch ungesunde Auswüchse hervor.“

Kölner Tatort: Neujahrskrimi zeigt Schattenseite des Kölner Veedels

Feinkosthändler Viktor Raschke (Manfred Zapatka, 80) etwa macht in der Straße erpresserische Geschäfte und beschwört den Zusammenhalt nur, um in Wahrheit über Angst und Gewalt die Menschen vom Reden abzubringen. 

Klaus J. Behrendt deckt als Kommissar Ballauf auf, was in dem (fiktiven) Veedel seit Jahren unter den Teppich gekehrt wurde. „Je tiefer Ballauf und Schenk graben, desto mehr stoßen sie auf Ungereimtheiten, fördern persönliche Tragödien und kriminelle Schweinereien ans Licht“, erzählt Behrendt, „aber am Ende ist das auch die Chance dafür, dass etwas Neues entstehen kann.“ (red)

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