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Zufahrt zum Dom-Hotel
Vorfahrt für die Vernunft

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2 min
Außenansicht des Dom-Hotels

Vor der Eröffnung des Dom-Hotels wird darüber diskutiert, ob künftige Hotelgäste mit dem Auto über den Roncalliplatz direkt bis zum Haupteingang fahren dürfen.

Es sind gerade einmal 30 oder 35 Meter, aber Köln schafft es, selbst daraus einen Kulturkampf zu machen.

Das neue Dom-Hotel wird ein Fünf-Sterne-Superior-Haus an einem der spektakulärsten Standorte Europas. Mit ihm bekommt Köln nach 14 Jahren Umbauzeit ein Stück Weltstadt zurück. Doch je näher die Eröffnung 2027 rückt, desto heftiger wird plötzlich darüber gestritten, ob künftige Hotelgäste die letzten Meter bis zum Eingang im Auto zurücklegen dürfen.

Kurze, kontrollierte Zufahrt

Nein, niemand will den Roncalliplatz wieder zugeparkt sehen, so wie früher. Keiner fordert eine Flaniermeile für Limousinen direkt vor dem Dom. Geplant ist eine kurze, kontrollierte Zufahrt zum seitlichen Hoteleingang. Erstaunlich deshalb die Aufregung. Statt um die praktische Frage, wie eine solche Zufahrt am ansonsten autofreien Roncalliplatz funktionieren kann, geht es plötzlich ums große Ganze: um Autos in der Innenstadt, den öffentlichen Raum, Privilegien. Unausgesprochen schwingt mit: Müssen „die Reichen“ denn hier wirklich bis vor die Tür gefahren werden?

Ein erfahrener Hoteltester sagt, er habe weltweit noch kein Luxushotel erlebt, bei dem die Gäste durch eine Tiefgarage ankommen. Aber Köln wäre nicht Köln, wenn 30 Meter Vorfahrt nicht schon als feindliche Übernahme des gesamten Roncalliplatzes gelten würden. Und prompt ist die Gemengelage komplett, in der sich seit Jahren selbst einfache Entscheidungen verheddern: Grüne und Linke grundsätzlich dagegen, die CDU dafür, die SPD weiß mal wieder nicht so recht, wohin – und der Oberbürgermeister sagt erst einmal: nichts.

Ja, die Sorge um den Roncalliplatz ist berechtigt. Provinziell aber ist die Unfähigkeit einer angeblichen Weltstadt, kleine Fragen auch mal klein zu behandeln. Natürlich gehört zu einem Grandhotel dieser Klasse eine direkte Vorfahrt. Wie diese letztlich aussieht, darüber kann man debattieren. Dass es sie braucht, darüber eigentlich nicht. Nur der Vollständigkeit halber: Die betreffende Fläche ist seit 1997 als Zufahrt gewidmet.