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Bauprojekt der evangelischen KircheStudenten ziehen auf Campus Kartause

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Zwei Männer sitzen an einem Tisch und unterzeichnen Schriftstücke

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Jörg J. Schmitz, Geschäftsführer des Studierendenwerks, bei der Vertragsunterzeichnung. 

Der Campus Kartause Köln verbindet Bildung und sozialen Wohnungsbau. 41 geförderte Studentenwohnungen entstehen bis 2027.

Bei der Bewertung von Immobilien, so heißt es, seien drei Dinge wichtig: Lage, Lage, Lage. Über die werden sich die Studentinnen und Studenten, die zukünftig auf dem Campus Kartause wohnen, wohl kaum beschweren können. Schließlich liegt der Campus gerade mal 200 Meter vom Chlodwigplatz entfernt, der nicht nur an Rosenmontag ein Hotspot für junge Menschen ist, die Spaß am Feiern haben. Das Gebäudeensemble am Kartäuserwall ist ein Bauprojekt des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region. In den Planungen waren von Anfang Studentenwohnungen vorgesehen. Nun trafen sich Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, oberster Vertreter der Protestanten in Köln, und Jörg J. Schmitz, Geschäftsführer des Studierendenwerks Köln, um einen Vertrag zu unterzeichnen, der beide Parteien zu Partnern bei der Vergabe von Studentenwohnungen macht.

Ein Gebäude-Ensemble mit einem markanten Turm.

So soll des Campus Kartause ab 2027 aussehen.

41 Wohnplätze stehen voraussichtlich zum Jahreswechsel 2026/2027 zur Verfügung. Sie sind untergebracht in Ein-, Zwei- und Vierzimmerwohnungen. Sehr zur Freude von Schmitz, denn in Köln herrscht Mangel an Wohnplätzen für Studierende. Das Studierendenwerk verfügt über 3500 Wohnungen in 90 Liegenschaften. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass sich zum Start der Wintersemester regelmäßig 10.000 Studierende auf einen Platz bewerben. Bedenken muss man auch, dass immer wieder Häuser „leer gezogen“ werden müssen, weil sie sanierungsbedürftig sind. „Die Wohnungsgrößen sind perfekt für Einzelpersonen, Paare und Wohngemeinschaften“, sagte Geschäftsführer Schmitz. Das Studierendenwerk mietet die Wohnungen zunächst für 15 Jahre, eine Verlängerung um weitere zehn Jahre ist möglich. „Das Kölner Studierendenwerk war schon in der Planungsphase unser Partner, so dass wir die Grundrisse, Ausstattungen und Materialien auf die Bedarfe für das Wohnen von heutigen Studierenden abstimmen konnten“ erklärte Seiger nach der Unterschrift.

Unter Rundbögen kann man gehen.

Charakteristisch sind die Arcaden

„Wir verfolgen als Evangelische Kirche mit dem Campusprojekt sowohl einen Bildungs- als auch einen sozialen Auftrag. Alle Apartments sind staatlich gefördert und werden daher zu den für den sozialen Wohnungsbau festgelegten preiswerten Konditionen an die jungen Leute vermietet. Unser Projekt ist damit eine sichtbare Förderung von Bildung und sozialer Teilhabe“, fuhr der Stadtsuperintendent fort. Über 50 Prozent der Wohnfläche auf dem Campus sei öffentlich gefördert und deshalb vergleichsweise günstig zu mieten. Damit leiste man nicht zuletzt einen Beitrag zur Verringerung der allgegenwärtigen Wohnungsnot in Köln.

Seiger ist sicher, dass es auf dem Campus gegenseitige Inspirationen zwischen den Bildungseinrichtungen, die der Kirchenverband dort unterbringt, und den Studierenden geben wird. Auf dem Campus Kartause entstehen Neubauten für die Melanchthon-Akademie, die evangelische Familienbildungsstätte, das evangelische Jugendreferat, das Schulreferat und das Referat für Berufskollegs. Die Bildungsinstitutionen werden einen intensiven Austausch pflegen. Geplant sind auch 18 öffentlich geförderte und frei finanzierte Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern.

Baustelle mit Rohbau

Anfang 2027 soll Campus Kartause betriebsbereit sein.

Diakonisch betreute Wohngruppen werden auf dem Campus Platz finden wie auch eine christlich geprägte Wohngemeinschaft. Zwölf Menschen werden dort einziehen und nach den Regeln der Community of Iona leben. Dabei handelt es sich um eine christliche, überkonfessionelle Gemeinschaft von Menschen aus allen Kontinenten, die ihr Zentrum in einer alten Benediktinischen Abtei mit dazugehöriger Klosteranlage auf der schottischen Insel Iona hat. In Köln hat sich eine Gruppe von Personen gefunden, die sich regelmäßig trifft und deren Mitglieder den Einzug in die WG vorbereiten. Der Neubau am Kartäuserwall liegt voll im Zeit- und Kostenplan. Mit der Inbetriebnahme rechnen die Verantwortlichen Anfang 2027.