„Das Atlantis von Köln“Zappes zieht ins Stollwerck – Chefs planen Neuheiten

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Die Betreiber vom Zappes Nicolas Lutz und Maximilian Köser

In die alte „Gastro Franz“ im Bürgerhaus Stollwerck ist das Zappes eingezogen. Martina Goyert

Die Gründer der Kölner Pils-Marke Zappes eröffnen bald im Stollwerck-Bürgerhaus ihren zweiten Standort. Das sind die Pläne für die Bar.

Der Start wird in vielerlei Hinsicht sportlich. Noch ist der zweite Zappes-Standort im Stollwerck-Bürgerhaus nicht ganz eingerichtet. Auch das Mobiliar für den weitläufigen Biergarten ist nur zum Teil vorhanden. Aber Nicolas Lutz, neben Maximilian Koeser Inhaber der Kölner Pils-Marke Zappes Broi, wirkt entspannt. Die Vorbereitungen laufen. „Wir hatten Glück, dass wir einiges an Biergartenmöbeln schon im Vorhinein besorgt hatten“, sagt Lutz im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Doch das erste Datum, an dem die Zappes-Chefs erstmals in einer Art Probelauf ihre Pforten zum neuen Standort öffnen, steht bereits: Am Samstag, 25. Mai, soll es losgehen mit einem Beisammensein von 100 Radfahrenden, die dort ab 13.30 Uhr einkehren. „Da kann jeder hinkommen, das wird ein netter Nachmittag.“ Im Anschluss von „Rund um Köln“ am 26. Mai planen Lutz und Koeser eine „After-Renn-Party“: „Jeder, der eine Startnummer hat, bekommt ein Getränk aufs Haus.“

Zappes im Bürgerhaus: Reichlich Platz, außen wie drinnen

Vor dem richtigen Start zur EM wollen sie die Abläufe testen. Auch eine Generalprobe der Technik ist geplant: Am 1. Juni zeigt das Zappes im Bürgerhaus das Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid. 

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Innenbereich des Bürgerhauses, der für die Gastro vorgsehen ist. Die Treppe führt in die zweite Etage.

Im Bürgerhaus Bürgerhaus Stollwerck hat die Gastronomie innen wie außen reichlich Platz.

Das Bürgerhaus bietet den Zappes-Gründern reichlich Platz, es gibt nicht nur einen großen Außenbereich, sondern drinnen auch zwei Stockwerke. Das berge Chancen: „Diesen Bereich wollen wir für Privatveranstaltungen und Firmenevents vermieten. Uns erreichen für unser Lokal an der Roonstraße aktuell viele Anfragen. Wir müssen diese aber konsequent ablehnen. Geschlossene Gesellschaften machen wir sonst nicht, weil wir unsere Stammgäste nicht verprellen wollen“, sagt Lutz. Aber wenngleich die Fläche auch vieles ermöglichen kann, sind den Betreibern auch die Risiken bewusst.

Lutz und Koeser sind nicht die ersten Pächter der von der Stadt Köln vermieteten Fläche im Bürgerhaus. „Der Vormieter hatte Pech, dass die Renovierung der Fassade in seine Zeit fiel. Das Stollwerck ist das Atlantis von Köln, es liegt sehr schön in der Südstadt am Park. Vielen jüngeren Leuten ist das aber nicht mehr so ein Begriff. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, es wieder auf die Karte zu holen“, so Lutz. „Man kann auch in einer 1-b-Lage etwas Schönes machen.“

Zappes: Auch beim ersten Standort gab es Bedenken

Bedenken in Bezug auf den Standort kennen die beiden schon von ihrer ersten Kneipeneröffnung an der verkehrsträchtigen Roonstraße. Doch die Zweifel stellten sich als falsch heraus. Der Laden ist abends und am Wochenende häufig rappelvoll. „Wir hatten auch das Glück, dass viele Leute nach Corona in die Gastro zurückkehren wollten. Damals war auch EM.“

Zappes öffnet schon am 25. Mai in einem Testlauf seine Pforten in der Südstadt.

Zappes öffnet schon am 25. Mai in einem Testlauf seine Pforten in der Südstadt.

Die Zappes-Chefs haben es seit der Gründung ihres Unternehmens verstanden, durch den Einsatz von sozialen Medien ihr Pils zu einem Szenegetränk unter jungen Kölnerinnen und Kölnern zu machen. Diese Community bitten Lutz und Koeser nun auch wieder konkret um Hilfe. Um kurzfristig Geld für die Umbauten zur Verfügung zu haben, können Fans in die Marke investieren: Wer mindestens 1000 Euro beisteuert, erhält jährlich eine Rendite von zehn Prozent in Form von Gutscheinen, die man für das Bier oder in der Kneipe ausgeben kann. Nach fünf Jahren bekommt man das Geld wieder.

Zappes: Bis die Küche fertig ist, serviert Maximilian Lorenz Fritten

„Es gibt auch andere Benefits. Jetzt aktuell erhält man einen Stammplatz zum Schauen von EM-Spielen bei uns und an Karneval kann man einfach an der Schlange vorbei gehen und hier feiern“, so Lutz. Diese Form der Finanzierung nenne sich „Crowdlending“ und sei eine Unterform des „Crodwfundings“, bei dem man auf Plattformen um sein Vorhaben wirbt und Geld aus vielen Quellen erhält. „Die Rückmeldung war überwältigend.“

Mit der Neueröffnung im Stollwerck soll es demnächst auch erstmals ein kulinarisches Angebot geben. Bis die Küche eingebaut ist, serviert Sternekoch Maximilian Lorenz dort täglich ab 17 Uhr in seiner mobilen Küche „Fritten vom Fass“. „Das heißt, die werden in einem kleinen Fass angerichtet“, sagt Lutz.

Wenn die Küche steht, soll unter Leitung von Carsten Bröhl, der nach vier Jahren Betriebsleitung im Unkelbach in Sülz zu Zappes gewechselt ist, ein Mittagstisch entstehen. „Der Mittagstisch soll gesund und einfach sein, Richtung Salate und Bowls gehen. Und abends in Richtung modernes Brauhaus. Da die Küche nicht riesig ist, können wir keine vollwertige Brauhausküche anbieten“, erklärt Lutz.

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