Abo

„Köln war 1926 schöner“Björn Heuser macht mit KStA-Lesern Zeitreise ins jecke Köln

2 min
Neuer Inhalt

Die Gewinner (v.r) Reinhold Krupp, Barbara Kechavarz, Katrin Schmidt und Frank Schmidt mit Musiker Björn Heuser.

Köln – „Et hätt noch emmer joot jejange“, sagt Straßenbahnfahrer Pitter, als er mit seiner elektrischen Bahn ganz knapp an zwei jungen Männern vorbeifährt. Ein Kölner in Hosenträgern hüpft zur Seite, auf der linken Seite erscheint der Kölner Dom, aber ohne Domplatte.

Am Neumarkt kommt der Wagen zum Stehen. Die Blicke der Menschen mit Karnevalshüten richten sich auf den Karnevalsprinzen, der auf einer Kutsche auf den Platz fährt. Es ist Rosenmonat 1926. „Das war beeindruckend“, sagt Barbara Kechevarz, die bei der Stadtrundfahrt durch Köln dabei war – virtuelle natürlich.

200 „KStA-Gewinner“ lösen Tickets für „Time Ride“ ein

Die „Zeitreise in die Goldenen Zwanziger“ ist Kölns neues Virtual-Reality-Erlebnis im „Time Ride“ am Alter Markt. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte insgesamt 200 Tickets für die Zeitreise verlost, am Karnevals-Sonntag durften die Gewinner ihr Ticket einlösen. Die Kölnerin Barbara Kechevarz war gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Reinhold Krupp gekommen. „Die Zeitreise hat mich die ganze Zeit schon interessiert und über den Gewinn haben wir uns dann natürlich sehr gefreut“, sagt der 65-Jährige.

Ein kurzer Kinofilm, ein Besuch in einer nachgebauten Hutmacherei und die „Virtual-Reality“-Fahrt sollen den Besuchern das Karnevalsfest von 1926 näher bringen, sagt Julian Herbig, PR und Communication Manager von „Time Ride“. Nach dem ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe war das das erste Karnevalsfest nach vielen Jahren, erklärt er.

Virtuelle Zeitreise wegen Corona-Pandemie und Krieg sehr emotional

In einer Zeit, in der Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine allgegenwärtig sind, „ist die Fahrt emotionaler als sowieso schon“, sagt Björn Heuser. Der Musiker leiht dem Straßenbahnfahrer und Protagonisten Pitter sein Gesicht und seine Stimme. Am Sonntag begrüßt er einige Gewinner am Alter Markt. Gut gelaunt stimmt er spontan ein Lied an. Mit „Ejal wat kumme weed, wat die Zokunf uns bringk“ singt er das Lied, das er für die Zeitreise geschrieben hat. „Für mich selbst ist die Reise ins Jahr 1926 immer wieder ein tolles Erlebnis.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Für Reinhold Krupp war es zudem eine gute Alternative zum Karnevalsfest. Normalerweise feiert er im Veedel und geht im Rosenmontagszug mit. „Eigentlich bin ich total bekloppt, aber wegen Corona nimmt man sich schon zurück.“

Katrin und Frank Schmidt sind aus Troisdorf gekommen, , um ihren Gewinn einzulösen. „Es war schön, mal das alte Köln zu sehen. Man musste teilweise kurz überlegen, wo man gerade ist. Das sah früher alles sehr anders aus“, sagt die 56-Jährige und fügt hinzu: „Köln war 1926 viel schöner“. Dem können die anderen nur zustimmen.