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Bahn-Chaos in DeutzMutmaßlicher Dieb wittert Polizei-Falle und flieht über Gleise

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Bahnhof Deutz Köln

Züge und Fahrgäste am Kölner Bahnhof Messe / Deutz (Symbolbild)

Köln – Ein mutmaßlicher Dieb hat am Samstagnachmittag in Köln für ein Chaos im Bahnverkehr gesorgt. Wie ein Sprecher der Kölner Polizei am Samstagabend auf Anfrage bestätigte, floh der Mann vor der Polizei über die Bahngleise am Bahnhof Messe/Deutz. Weil die Bundespolizei aus Sicherheitsgründen die Gleise sperrte, kam der gesamte Bahnverkehr, der über den Deutzer Bahnhof fuhr, zeitweise zum Erliegen.

Köln: Frau wollte Handydieb Falle stellen

Auslöser für die lebensgefährliche Flucht über die Bahngleise war ein Handydiebstahl, der sich bereits vor Tagen abgespielt hatte. Nach ersten Informationen der Polizei hatte eine Frau den Diebstahl ihres Handys bemerkt und zur Anzeige gebracht. Später nahm sie mit dem mutmaßlichen Dieb telefonisch Kontakt auf.

Offenbar hatten der Dieb und die Frau eine Übergabe des gestohlenen Handys am Bahnhof Deutz am Samstagnachmittag verabredet. Die Frau rief die Polizei hinzu, um den Dieb festnehmen zu lassen - eine regelrechte Falle.

Nach ersten Informationen witterte der Mann aber die Polizei-Falle und begann seine Flucht. Gegen 16.30 Uhr lief er über die Bahngleise im Bahnhof Köln/Deutz. „Diese Flucht war lebensgefährlich“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei, „zum Schutz der Polizistinnen und Polizisten, die die Flucht nicht über die Bahngleise fortsetzen sollten, aber auch zum Schutz des Flüchtenden, wurden die Bahngleise gesperrt und Verkehr für rund 15 Minuten gestoppt.“

Köln Messe/Deutz: Zahlreiche Bahnen von Polizeieinsatz betroffen

Bis die vollständige Sperrung der Bahngleise aufrecht war, hatte der mutmaßliche Dieb bereits einen Vorsprung, sodass die Polizei ihn nicht festnehmen konnte, auch das gestohlene Handy wurde nicht sichergestellt. Nur ein Rucksack, der mutmaßlich dem Dieb gehört, wurde gefunden.

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Die Polizei wertet nun Videoaufnahmen aus, um Hinweise auf den Täter zu bekommen. Die Polizei prüft auch, ob es tatsächlich der mutmaßliche Dieb oder ein möglicher Komplize war, der über die Bahngleise geflohen ist. „Wir haben die bedrohliche Lage der Lebensgefahr mit dem Sachwert des Handys verglichen, und uns deswegen für die Sperrung entschieden. Hier stand die Sicherheit der Beteiligten an erster Stelle“, kommentierte der Sprecher den Polizeieinsatz. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, die Bahngleise zu betreten.

In Folge des Polizeieinsatzes waren zahlreiche Züge von der Sperrung betroffen. Die Deutsche Bahn teilte mit, dass unter anderem Züge der Linien RE8, RE22, RB24 und RB25 sowie RB27, RB 38 und außerdem die S-Bahn-Linien 11,12 und 19 sich verspäteten. Die Auswirkungen des Einsatzes waren auch noch auf den Bahnverkehr im Kölner Umland spürbar. (mab)