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„Ein Ort des fröhlichen Miteinanders“Kölns OB Reker weiht Norbert-Burger-Platz in Deutz ein

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker (links) hat den Norbert-Burger-Platz in Deutz zusammen mit Claudia Hövel (rechts) eingeweiht.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (links) hat den Norbert-Burger-Platz in Deutz zusammen mit Claudia Hövel (rechts) eingeweiht. 

Kölns Oberbürgermeisterin hat am Montag den Norbert-Burger-Platz eingeweiht. Im Zentrum des Platzes: Ein ganz besonderer Wegweiser.

Betlehem: 3148 Kilometer, Istanbul: 2016 Kilometer. Liverpool und Peking sind 726 sowie 7815 Kilometer von der jüngsten Adresse der Stadt aus weit weg. Diese Entfernungsangaben zu den mehr als 20 Partnerstädten Kölns weisen vom Norbert-Burger-Platz in Deutz aus mit Richtungsangaben zu allen Kontinenten.

„So hätte Norbert Burger sich das gewünscht – als Mann von Welt, der stets Orte der Kommunikation erschaffen wollte“, sagt Stadthistoriker Günter Leitner am Montag bei der feierlichen Namensgebung des neuen Platzes, der im Andenken an den 2012 verstorbenen ehemaligen Kölner Oberbürgermeister nun dessen Namen trägt. „Einer, der diese Stadt liebte und lebte, das fixiert sein nur darauf aber stets abgelehnt hat“, so Leitner weiter.

Björn Heuser

Björn Heuser sorgte für Musik.

Auch die aktuelle Amtsinhaberin Henriette Reker ist vor Ort, ebenso wie die Bürgermeister Ralf Heinern und Andreas Wolter sowie rund 100 weitere Gäste aus Politik, Stadtgesellschaft und Familie des von 1980 bis 1999 amtierenden OBs. „Norbert Burger war ein leidenschaftlicher Kölner und stilprägend für diese Stadt – nicht immer ohne Widerstände“, erinnert Reker bei ihrem Grußwort vor dem Publikum an Burger, der wie sie vor Amtsantritt Sozialdezernent in Köln gewesen ist. „Er hat Projekte wie den Bau der Philharmonie oder eine große Verwaltungsreform angestoßen“, hebt die Oberbürgermeisterin hervor, „vor allem aber war Norbert Burger Ansprechpartner für alle und während, aber auch nach seinen Ämtern noch überall als Mensch interessiert und präsent“, sagt Reker.

Einweihung des Norbert-Burger-Platzes in Deutz: Musik von Björn Heuser

Während die Leistungen und Verdienste des Namensgebers von verschiedenen Rednerinnen und Rednern geehrt werden, stehen die Gäste rund um das Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms auf der südlichen Seite der Hohenzollern-Brücke in Deutz. Eben dieser Ort ist seit Montag also der Norbert-Burger-Platz, dessen geplante Einrichtung aus Gründen des Denkmalschutzes zuvor zweimal verschoben werden musste.

Passanten bleiben stehen, hören zu und beobachten die Zeremonie rund um die beiden modernen, wellenförmig angelegten Sitzplastiken, die zum Verweilen auf dem Platz einladen. Auch die Musik von Björn Heuser passt zum Anlass, der Burger - langjähriges Mitglied der KG Rote Funken - mit seiner Gitarre und Liedern unter anderem von Ludwig Sebus und den Bläck Fööss ebenfalls würdigt.

Obwohl die vorbei fahrenden Züge die Worte und Töne mitunter fast übertönen, bietet sich vom Norbert-Burger-Platz aus bei Sonnenschein ein grandioser Ausblick auf die Altstadt und den Kölner Dom. „Norbert hat die Schäl Sick und diesen Blick geliebt“, sagt Günter Leitner. „Hier wäre er mit Kritikern des Kaiser-Denkmals ins Gespräch gegangen - einen Abriss hätte er wohl nicht befürwortet, denn Norbert war ein Mann der Auseinandersetzung, dem es nicht lag, Probleme einfach zu entfernen“. So bietet der Vormittag reichlich Gelegenheiten, sich bei Wasser und Kölsch über Burger, die Stadt Köln und ihre Eigenheiten auszutauschen. „Ganz im Sinn Norberts“, wie Burger-Witwe Claudia zum Abschluss mit Dankesworten an die Gäste betont, „ein Ort des Austauschs und des fröhlichen Miteinanders.“