Die Journalistin und Autorin präsentiert bei Pianobegleitung und fotografischen Impressionen Kapitel aus ihrem Roman um die Musikerin Maria Herz.
Erinnerung an Maria HerzHanka Meves liest aus „Die Komponistin von Köln“

Im Fokus der kommenden Lesung stehen Lebensgeschichten der Künstlerin Maria Herz und ihres Bruders, Rechtsanwalt Moritz Bing.
Copyright: Thomas Dahl
Musik lesen, Literatur spielen, Momente betrachten – im Zuge des kommenden Auftritts der Buchautorin Hanka Meves präsentiert sich das Domforum als multimediale Kunst- und Kulturstätte. Vor Ort erlebt die zu Lebzeiten anerkannte Musikerin Maria Herz (1878-1950) in Worten, Klängen und Bildern eine Hommage, die ihren Bruder, den angesehenen Rechtsanwalt Dr. Moritz Bing (1875-1947) einschließt. Neben der künstlerischen Selbstverwirklichung einer jungen Frau in einer Epoche der Konventionen und geschlechtlichen Rollenzuschreibungen wird auch die Lebensgeschichte des Letzteren beleuchtet. Meves’ Lesung aus ihrem Roman „Die Komponistin von Köln“ wird von der Pianistin und Musikpädagogin Margita Linde begleitet. Fotografien aus dem Familien-Archiv sowie den Beständen des NS‑Dokumentationszentrums ergänzen den rund 90-minütigen Auftritt, zu dem ein Enkel der Roman-Protagonistin erwartet wird.
Die klassisch ausgebildete Pianistin Margita Linde spielt im Rahmen der Veranstaltung unter anderem Herz' Komposition „Sonate in F-Moll“ sowie ein Thema aus dem Märchen „Rübezahl“. Im Anschluss stellt sich Autorin Hanka Meves schließlich den Fragen des Publikums. „Ich würde gerne auch ein Buch über Marias Bruder, Moritz Bing, schreiben, der den Idealen und einer Gleichschaltung des NS-Regimes trotzte. Ich hoffe sehr, das in den nächsten Jahren verwirklichen zu können“, zeigt sich Meves vom Mut und Willen des jüdischen Bürgers beeindruckt, der noch bis 1937 Mitglied im damals wie heute populären Deutschen Alpenverein, Sektion Rheinland‑Köln, war.
1938 wird Bing jedoch verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Vermutlich durch seine weitreichenden Verbindungen in die Geschäftswelt wurde er wieder entlassen und emigrierte in die Schweiz. Die Mitglieder des Alpenvereins organisierten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Einrichtung eine Stolpersteinverlegung am ehemaligen Wohnort Moritz Bings und seiner Schwester Maria Herz vor dem Oberländer Ufer 208.
„Eine Dirigentin. Das ist nicht zugelassen.“ Die Komponistin von Köln – literarisches Konzert zu Maria Herz, Donnerstag, 17. September, 19.30 Uhr, Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln. Mit Schriftstellerin Hanka Meves und Margita Linde (Piano). Die Veranstaltung ist Teil des Programms zum Jubiläum des Deutschen Alpenvereins, Sektion Rheinland-Köln e. V., und findet in Zusammenarbeit mit der Kölnischen Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit statt. Tickets kosten fünf Euro.
