Der Bau der Übergangs-Feuerwache Innenstadt am linksrheinischen Teil der Severinsbrücke verzögert sich: Wie die Stadt Köln bestätigte, ist kein verwertbares Angebot eingegangen, um einen Totalunternehmer zu finden. Deshalb hob sie das Verfahren auf und kündigte eine Wiederholung an.
Der Totalunternehmer soll den Bau der Containerwache an der Löwengasse planen und ausführen. Dafür sind derzeit 26,5 Millionen Euro vorgesehen.
„Gefährdete Betriebssicherheit“
Die Containerwache soll als Übergangslösung dienen, wenn die alte Feuerwache Innenstadt aus dem Jahr 1962 abgebrochen und neu gebaut wird, weil sie ein Sanierungsfall und zu klein ist (wir berichteten). Beide Standorte sind rund 500 Meter Luftlinie entfernt.
Die Verwaltung selbst hatte die Betriebssicherheit der aktuellen Wache als „gefährdet“ bezeichnet. Doch die Planung und Sanierung kamen über Jahre nicht richtig voran. Feuerwehrchef Christian Miller hatte schon 2020 gesagt: „Jetzt sind wir bei aller Zumutbarkeit an einem Punkt, wo man da nicht mehr vernünftig arbeiten kann.“

Auf der Fläche an der Löwengasse nahe des Waidmarkt sollen die Container der Feuerwache eins stehen.
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Immer klarer wird, wie teuer dieser Neubau wird: Im aktuellen Entwurf des Haushaltes für die Jahre 2027/2028 hat die Stadt über die sogenannte mittelfristige Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre bis 2031 insgesamt 127,5 Millionen Euro eingestellt. Im Gegensatz zum exakteren Haushalt für die Jahre 2027/2028 sind die Summen für die Jahre 2029 bis 2031 nur erste Ansätze.
Doch schon jetzt kündigte die Stadt an, dass auch nach 2031 weiteres Geld nötig ist. Wie viel, teilte sie nicht mit. „Eine erste prognostizierte Gesamtsumme der Projektkosten wird das Ergebnis der Kostenschätzung durch den Generalplaner ergeben.“ Aktuell erstellt der Generalplaner die sogenannte Vorplanung.

Die Feuerwache Innenstadt an der Agrippastraße.
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Das heißt aber auch: Da das Container-Interim mit rund 26,5 Millionen Euro angesetzt ist, ergeben sich schon jetzt Gesamtkosten für beide Bauvorhaben von mindestens 154 Millionen Euro.
Ursprünglich sollte der Totalunternehmer die Container laut der Vergabeunterlagen zum 19. September 2028 übergeben. Auf die Frage, was die erfolglose Ausschreibung für das Interim und auch den Neubau an der Nord-Süd-Fahrt bedeutete, teilte ein Sprecher mit: „Die Terminplanung wird im Projektverlauf fortgeschrieben.“
Demnach erarbeitet der Generalplaner für den Neubau an der Agrippastraße gerade den Terminplan. Wann der Rat den nötigen Baubeschluss treffen soll und wann der folgende Bau startet, steht laut Verwaltung noch nicht fest. Im Haushalt war zumindest für den Baubeschluss noch der Zeitraum Oktober bis Dezember dieses Jahres genannt.

Ein Blick in den Sanitärbereich der Feuerwache eins.
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Auf die Frage, ob möglicherweise das vom Rat genehmigte Budget von 26,5 Millionen Euro zu niedrig angesetzt sein könnte und ein Grund für die erfolglose Ausschreibung für die Interimscontainer sein könnte, sagte ein Sprecher: „Um das neue Vergabeverfahren nicht zu gefährden, kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage zu Kosten erfolgen.“
Auf der bisherigen Grünfläche an der Severinsbrücke sollen Fahrzeughallen für 14 Einsatzfahrzeuge sowie Container mit Räumen für Büros, Toiletten, Umkleiden, Werkstatt sowie Aufenthalts- und Speiseräume entstehen. Zusätzlich sind 39 Ruheräume und Fitnessangebote eingeplant. Die Container sollen maximal neun Meter hoch sein.
In der Ausschreibung heißt es: „Die Containeranlage ist für eine maximale Standdauer von fünf Jahren ausgelegt. Nach Ablauf dieses Zeitraums sollen die Container sowie die Fahrzeughalle(n) durch den Bauherrn an einem anderen Standort erneut aufgebaut werden.“

Die Übersicht zeigt die beiden Standorte. FW 1 steht für Feuerwache eins, also Innenstadt.
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Die genannte „maximale Standdauer“ von fünf Jahren ist angesichts früherer Aussagen überraschend: Wie 2023 berichtet, hatte die Stadt damals in einer Ausschreibung allein für den Abbruch der Wache von 1962 mit 18 Monaten kalkuliert.
Für die archäologische Untersuchung des Geländes rechnete sie mit weiteren zwölf Monaten, für das Bebauungsplanverfahren plante sie etwa 40 Monate ein und für den Neubau etwa 103 Monate, also achteinhalb Jahre. Zusammengerechnet ergab das eine Dauer von mehr als 14 Jahren zur Umsetzung des Neubaus der Feuerwache eins – neun Jahre mehr als die nun genannten „maximal“ fünf Jahre für die Interims-Container.

Diese Grafik eines Entwurfs zeigt, wo die Container zu welchem Zweck stehen.
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Damals hatte eine Sprecherin mitgeteilt, die Zeiträume dürften nicht einfach addiert werden. Manche Teilaufgaben könnten zum Beispiel parallel laufen, also gleichzeitig abgearbeitet werden.
Auf Nachfrage teilte die Verwaltung jetzt mit: „Die Fertigstellung des Neubaus der Feuer- und Rettungswache eins ist innerhalb der Standdauer von fünf Jahren vorgesehen. Verzögern unvorhergesehene Ereignisse den geplanten Einzug in den Neubau, kann die Nutzung der Interimswache an der Löwengasse verlängert werden.“
Ursprünglich sollte die Feuerwache übergangsweise in die frühere Kaufhof-Zentrale an der Leonhard-Tietz-Straße in direkter Nähe zur Agrippastraße ziehen. Doch die Stadt entschied sich gegen den Umbau, weil er laut Feuerwehrchef Miller zu teuer gewesen wäre.
Die Feuerwache eins
In dem Gebäude aus dem Jahr 1962 arbeiten rund 160 Feuerleute. Die Stadt schreibt: „Es sind zusätzliche Büroflächen und auch Spezialräume erforderlich.“ Laut der aktuellsten Erhebung aus dem Jahr 2024 wurde sie 33.539 Mal alarmiert. Das machte 14,4 Prozent aller Alarmierungen in Köln aus und entsprach dem Spitzenplatz.

