Vier Studierende wurden für ihre Ideen für das desolate Viertel in der Altstadt mit 300 Euro Preisgeld belohnt.
ArchitekturwettbewerbStudierende der TH Köln stellen Entwürfe für Hühnergassenviertel vor

Anton Bausinger, Leonie Pfistner, Denise Abé vom Fraktionsvorstand der Grünen im Stadtrat, Rainer Schützeichel und Carola Wiese (v.l.n.r.).
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Seit Jahrzehnten befindet sich das Hühnergassenviertel zwischen Heumarkt, Alter Markt und Rathaus in einem desolaten Zustand. Leerstand, Baulücken, Ablagerungen von Müll und andere Zeichen der Verwahrlosung prägen das Bild. Dies war Anlass für den Kölner Haus- und Grundbesitzerverein, das Viertel zum Thema des Architekturwettbewerbs zu machen, den er alljährlich in Kooperation mit der Technischen Hochschule (TH) Köln ausschreibt.
15 Studierende widmeten sich in diesem Jahr der Aufgabe, Ideen zur „städtebaulichen Revitalisierung“ des Altstadt-Quartiers zu entwickeln. Der Jury gehörten unter anderen Haus-und-Grund-Vorsitzender Anton Bausinger, die TH-Professoren Rainer Schützeichel und Carola Wiese, Marcus Dekiert, Direktor des Wallraf-Richartz-Museums, und Vertreter von vier Stadtratsfraktionen an. Die Juroren entschieden, diesmal keine Preise in einer Rangordnung zu vergeben, sondern vier Anerkennungen auszusprechen, die mit jeweils 300 Euro verbunden sind.
„Während die umliegenden Plätze und Institutionen wichtige Anziehungspunkte bilden, wirkt das Innere des Hühnergassenviertels bisher weniger aktiviert“, schreibt Sidal Yesilgöz zu ihrem Entwurf, der den Rückbau eingeschossiger Bestandsbauten und eine Erweiterung der Hühnergasse vorsieht. So entstehe ein Quartiershof als Ruheort. Zentrales Element des Entwurfs ist ein „Kulturforum“, ein „vermittelnder Ort“ zwischen den umliegenden Museen, historischen Standorten und öffentlichen Platzräumen. Eine „Stadtspur“ genannte Route soll das Viertel mit seiner Umgebung verknüpfen.
Vorschläge für Dachgärten und Entsiegelungen
„Dä Maatjaade“ („Der Marktgarten“) hat Tom Kosmowski sein Konzept betitelt, weil ein Dachgarten dazugehört. Er schlägt vor, die Hühnergasse „von ihren verschlossenen und wenig einladenden Erdgeschossstrukturen zu befreien“. Die Parterre-Bauten im Blockinneren sollen einem „offenen, luftigen Hofraum“ weichen, und das Erdgeschoss der früheren Spielothek soll sich vollständig in Richtung Heumarkt öffnen. So entstehe aus einem „ehemaligen Angstraum“ ein „offener Übergang“, der den Heumarkt mit dem Inneren des Blocks verbinde.
Lucas Dübbelde hat sich eine „Neuinterpretation der historischen Raumstruktur“ vorgenommen. Vor allem das für die Altstadt typische Bild schmaler Gassen und kleinteiliger Hausparzellen soll wieder stärker erfahrbar gemacht werden. Daher sieht der Entwurf vor, den bestehenden eingeschossigen Baukörper in der Hühnergasse durch eine Folge zweigeschossiger, schmaler Giebelhäuser zu ersetzen. Im Erdgeschoss wird auf der südlichen Seite eine Kolonnade ausgebildet, und an der anderen Straßenseite ziehen sich Ladeneinheiten mit großen Schaufenstern entlang. „Begrünte Fassaden, Pflanzkübel, Außengastronomie und Sitzmöglichkeiten verwandeln die bislang funktional geprägte Gasse in einen urbanen Aufenthaltsort“, schreibt Dübbelde.
Leonie Pfistner regt eine Entsiegelung des Areals vor, um der Hitzeentwicklung in der Innenstadt entgegenzuwirken. Auch in ihrem Konzept verschwinden die eingeschossigen Bauten entlang der Hühnergasse, und es entsteht ein Hofraum als „schattige Oase“. In die mehrgeschossige Gebäudesubstanz soll kaum eingegriffen werden. Die Kolonnade an der Südseite der Straße Unter Käster entfällt mit der Folge, dass die Straße „gleichmäßig gerahmt“ wird. Dagegen soll der Straßenraum auf der Nordseite des Seidenmacherinnengässchens im Erdgeschoss um Kolonnaden erweitert werden. Bei allem hat Pfister im Blick, dass sich durch die entstehende „Via Culturalis“ Touristenwege verlagert werden.
