Bürger beteiligten sich aktiv am Wettbewerb für Bickendorfs neues Quartier. Sechs Entwürfe wurden aus zwölf ausgewählt.
BürgerbeteiligungErste Entwürfe für „Neues Quartier Bickendorf“ vorgestellt und diskutiert

Vertreter des Investors und der Verwaltung begrüßten etwa 40 Teilnehmer zur Vorstellung der Entwürfe in Halle 18.
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Gar nicht wenige, von Teilnehmern auf bunte Zettel gekritzelte Anregungen konnten die Vertreter der Planungsbüros am Ende des Abends mitnehmen. „Bitte weniger Klötzchen bauen, dafür mehr organische Formen“, „mehr Cafés“ oder eine „stärker ausgeprägte Verbindung“ des neuen Quartiers Bickendorf (NQB) mit den Wohnbereichen jenseits der Venloer Straße lauteten die Wünsche. In Halle 18 am Akazienweg wurden sechs Entwürfe vorgestellt, die in die engere Wahl für die Bebauung des 17 Hektar großen Geländes zwischen Wilhelm-Mauser-Straße und Venloer Straße gekommen sind.
Weil es sich um ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren handelt, werden die Entwürfe, die erst am Vormittag desselben Tages von einer Expertenjury aus insgesamt zwölf Entwürfen ausgewählt wurden, ohnehin noch nachgeschärft und bearbeitet. Und zwar auf der Grundlage von Hinweisen und Anregungen der Experten einerseits, anderseits aber eben auch der Anwohner und interessierten Bürger, die – was durchaus unüblich ist – auch an diesem Zwischenschritt beteiligt wurden. Dabei galt aufgrund der Regularien für derartige Wettbewerbe eine hohe Geheimhaltungsstufe: Weder durften die ausgestellten Entwürfe fotografiert werden, noch durften deren Überschriften oder die Namen der beteiligten Büros in die Öffentlichkeit getragen werden.
Bürger wirken am Wettbewerb mit
Doch Transparenz wird hochgehalten: „Wir hatten zuvor einen sehr spannenden Leitbildprozess, an dem bis zu 200 Menschen teilgenommen haben, Vertreter des Investors und der Verwaltung, dazu viele Bürger. Das hat Spaß gemacht“, begründete Hermann Ulrich, von der Ulrich Hartung GmbH, diesen zusätzlichen Informationstermin. Vor zwei Jahren, als das Areal noch als „Coty-Gelände“ bekannt war – der Name wird mittlerweile mit Antisemitismus und Rassismus in Verbindung gebracht –, stand am Ende dieses Prozesses als Ergebnis ein räumliches Leitbild, an das sich die Wettbewerbsteilnehmer auch im Wesentlichen hielten.

Das ehemalige 4711-Werk in Köln-Bickendorf zwischen der Venloer Straße im Norden, der Wilhelm-Mauser-Straße im Süden, dem Akazienweg im Osten und dem Bahndamm der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) im Westen.
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So sind in allen Fällen die große Grünfläche im Zentrum des Geländes gesetzt, ebenso die Verbindungen zu Venloer Straße und Wilhelm-Mauser-Straße. Auch die Anordnung der Wohnungen im nördlichen Bereich, des Gewerbes im Südwesten sowie des sogenannten innovativen Teils im Südosten, in dem kulturelle und soziale Einrichtungen, aber auch Gastronomie untergebracht werden können, wurde von allen eingehalten: „Trotzdem sind es unterschiedliche Ansätze, im Grunde alle gleichwertig“, lobte der Vorsitzende der Expertenjury, Benedikt Stahl, Professor mit dem Lehrgebiet Architektur und Stadtraum, die Wettbewerbsbeiträge, die er anschließend in einem „Schnelldurchlauf“ erläuterte.
Feintuning sei noch notwendig, sagte Stahl. So sei nicht immer zu erkennen, wie der Anlieferverkehr oder die Müllabfuhr für die Wohnhäuser funktionieren soll. Auch die Planung von 14-stöckigen Hochpunkten sei fragwürdig und in einem Entwurf werde vorgeschlagen, die Halle 18 als Skaterhalle zu erhalten: „Aber wer finanziert das?“ Auch müsse noch geprüft werden, ob sich mit allen Wettbewerbsbeiträgen die Vorgabe von etwa 1600 Wohnungen realisieren lasse. Einige Fragen der Besucher konnte Stahl direkt beantworten: Von gefördertem Wohnungsbau über „normale“ Miet- bis zu Eigentumswohnungen werden unterschiedliche Typen vertreten sein. Und in der Grünfläche sind Sportmöglichkeiten und Spielplätze stets mitgedacht.
Feuerwehrcampus noch offen
Unklar ist bislang noch, ob die Feuerwehr einen Teil der NQB-Fläche für einen Ausbildungscampus nutzen wird. Der würde wohl die Flächen einnehmen, die bislang für Gewerbe vorgesehen sind. „Das müsste die Stadt finanzieren, angesichts der knappen Kassen ist das noch unsicher“, sagte Julia Klehr vom Stadtplanungsamt.
Am 25. September tagt das Preisgericht erneut, dann wird ein Entwurf ausgewählt, der die Grundlage für die weitere Bebauung bildet. Noch am selben Tag wird das Ergebnis öffentlich vorgestellt. Die Bürger haben dann erneut die Möglichkeit, Fragen, Anregungen und Stellungnahmen zu formulieren. „Das Bebauungsplanverfahren wird dann noch einmal etwa zwei bis drei Jahre dauern, danach kann die Bebauung beginnen“, meinte Thomas Leise, Projektleiter beim Investor Instone Real Estate.

