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Entscheidung im AufsichtsratKölner HGK-Vorstand schrumpft von drei auf zwei Mitglieder

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Der HGK-Vorstand: Susanne Pietsch, Steffen Bauer und Jens-Albert Oppel

Der HGK-Vorstand: Susanne Pietsch, Steffen Bauer und Jens-Albert Oppel

Der bisherige operative Vorstand verliert seinen Job. Seine Aufgaben übernimmt die Finanzvorständin zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben.

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) wird künftig nur noch von zwei Vorstandsmitgliedern geführt und nicht mehr wie bislang von drei Vorständen. Das hat der Aufsichtsrat nach Informationen dieser Redaktion am Donnerstag in seiner Sitzung beschlossen. Wie berichtet, fällt die Position des Chief Operating Officer (COO), also des operativen Vorstands, weg.

HGK will sich nicht äußern

Was vordergründig wie eine reine Umstrukturierung klingt, ist allerdings auch eine Personalentscheidung. Der bisherige COO, Jens-Albert Oppel (58), wird damit im kommenden Jahr seinen Job verlieren. Sein Vertrag bei der HGK läuft nur noch bis Ende März 2027, eine Verlängerung wird es nun nicht mehr geben. Die Aufgaben des COO soll die Diplom-Kauffrau Susanne Pietsch übernehmen, die im HGK-Vorstand als Chief Financial Officer (CFO) tätig ist. Die Finanzfachfrau wird somit in Zukunft zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben auch für technische Belange zuständig sein. Die HGK wollte sich am Freitag auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern.

Besondere Brisanz erhält die Personalentscheidung, weil sich Oppel im vergangenen Jahr vergeblich um die Stelle des HGK-Vorstandsvorsitzenden beworben hatte. In der Aufsichtsratssitzung im Mai 2025, in der die Entscheidung getroffen wurde, kam es zu einem Eklat (wir berichteten). Die langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Susana dos Santos Herrmann (SPD) verkündete noch während der Sitzung ihren Rücktritt, weil sie Oppel für den geeigneteren Kandidaten hielt. Der Aufsichtsrat folgte ihr jedoch nur zum Teil, die Entscheidung fiel zugunsten von Steffen Bauer aus, der damals die zur HGK-Gruppe gehörende Reederei HGK Shipping leitete.

Die neue Führungsstruktur ohne operativen Vorstand entwickelte die Wibera Wirtschaftsberatung – ein Tochterunternehmen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC – im Auftrag der HGK. Dem Aufsichtsrat wurde alternativ auch ein Szenario vorgestellt, bei dem es weiterhin drei Vorstände gegeben hätte. Dafür fand sich im Aufsichtsrat jedoch keine Mehrheit – dem Vernehmen nach gab es im Vorfeld der Sitzung intensive und offensichtlich erfolgreiche Gespräche, um eine Mehrheit für die Zweier-Lösung zu organisieren. 

HGK betonte vor Jahren Wichtigkeit von drittem Vorstandsmitglied

Vor fünf Jahren hatte die HGK hingegen noch betont, wie wichtig es wäre, die damalige Doppelspitze im Vorstand um ein weiteres Mitglied aufzustocken. Im Geschäftsbericht der HGK von 2021 steht: „Mit der Entscheidung, im Jahr 2022 den HGK-Vorstand auf drei Personen zu erweitern, wurde zudem sichergestellt, dass die Vielzahl der Anforderungen, Aufgaben und Entscheidungen gleichermaßen optimal umgesetzt werden kann.“ Jetzt folgt die Rolle rückwärts.

Die jüngste Entscheidung zur künftigen Vorstandsstruktur fällt in eine Phase, in der die HGK ohnehin unter Druck steht. Das Unternehmen wollte auf einer ungenutzten Fläche gegenüber den Ford-Werken im Kölner Norden ein modernes Industrie- und Logistikquartier mit bis zu 2000 Arbeitsplätzen entwickeln. Bislang läuft das Vorhaben jedoch nicht wie geplant: Die angedachten Logistikhallen lassen sich nicht wie geplant realisieren, zudem muss sich die HGK offenbar von nachteiligen Verträgen mit Projektpartnern lösen – der Kostenpunkt soll bei rund fünf Millionen Euro liegen.