Die Senioren brauchen besonders im Sommer Bänke zum Ausruhen – nun haben sie kurzerhand selbst eine in der Innenstadt aufgestellt.
Kölner InnenstadtSenioren warten seit zwei Jahren auf neue Bänke, weil sie niemand aufbauen wollte

Vertreterinnen und Vertreter der Seniorenvertretung Innenstadt mit ihrer neu aufgestellten Bank an der Ursulakirche.
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Seniorinnen und Senioren in der Kölner Innenstadt sind sauer. Seit zwei Jahren warten sie darauf, dass 32 Bänke aufgestellt werden, die gerade in Hitzeperioden älteren Menschen Abhilfe verschaffen können. „Aber es passiert nichts“, sagt Karl-Heinz Pasch von der Seniorenvertretung Innenstadt wütend. Deshalb sind die Seniorinnen und Senioren nun kurzerhand selbst aktiv geworden und haben eigenständig eine Bank vor der Ursulakirche aufgestellt.
Bezirksvertretung Innenstadt beantragte Bänke bereits 2021
Bereits im August 2021 machte die Seniorenvertretung Innenstadt einen Rundgang durch die Stadt, um mögliche Standorte für neue Bänke zu ermitteln. Dazu zählte die Ursulakirche ebenso wie beispielsweise der Hansaring, die Sudermannstraße oder der Josef-Haubrich-Hof. Im September 2021 übergab die Seniorenvertretung die Liste der Bezirksvertretung Innenstadt, dem Antrag auf die neuen Bänke wurde einstimmig stattgegeben.
Aufgestellt wurde seitdem aber keine einzige Bank. „Wir haben immer wieder bei der Stadt nachgefragt“, sagt Maria Flöge-Becker, die auch Mitglied in der Bezirksvertretung Innenstadt ist. Doch die Lieferung der Bänke verzögerte sich immer weiter. Im Juni dieses Jahres erhielt man dann die Antwort, dass die Bänke nun geliefert worden seien. Nur – es fand sich zunächst keine Firma, die diese auch aufstellen wollte.
Stadt sucht nach Firma, die die Bänke in Köln aufstellt
„Die Bänke wurden bestellt und angeliefert. Ihre Aufstellung erforderte ein ordentliches Vergabeverfahren in Form einer öffentlichen Ausschreibung. Hierbei konnte erst in einer zweiten Ausschreibung mit erweitertem Bieterkreis eine geeignete Firma gefunden werden“, heißt es von der Stadt Köln auf Anfrage. Die Firma sei mittlerweile beauftragt worden, der Start der Aufstellung sei noch im dritten Quartal dieses Jahres geplant.
Bis die Bänke final von der Straßenbaufirma aufgestellt sein werden, wird der Sommer wohl fast vorüber sein. „Die Bänke sind für uns unheimlich wichtig, gerade im Sommer“, erklärt Pasch. „Für Wege, die für junge Menschen gerade einmal fünf Minuten lang sind, brauchen Senioren deutlich länger, zum Beispiel, wenn sie mit dem Rollator unterwegs sind. Mit einer Bank kann man zwischendurch eine Pause machen und sich ausruhen.“

Die Bank an der Ursulakirche, aufgestellt von der Seniorenvertretung Innenstadt
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Dass die Bänke zwar auf einem Kölner Bauhof zu liegen scheinen, aber schlicht nicht aufgestellt werden können, verstehen die Seniorinnen und Senioren nicht. „Es würde ja schon reichen, man stellt die Bänke peu à peu an neuralgischen Punkten auf“, sagt Hans Meurers. „Seniorengruppen lehnen sich hier an der Ursulakirche schon an die Mauer, weil sie sich nicht setzen können.“ So leicht ist die Aufstellung der Bänke laut der Stadt allerdings nicht. Weil die Bänke im Boden verankert werden müssen, sei die Aufstellung mit straßenbaulichen Arbeiten verbunden. „Somit scheidet die Aufstellung durch Vertreterinnen und Vertreter der Seniorenvertretung leider aus“, so die Stadt.
Senioren fordern besseren Hitzeschutz für alte Menschen
Die Seniorinnen und Senioren sagen, sie würden lediglich um „kleine, pragmatische Verbesserungen“ bitten, neben Bänken zum Beispiel auch um öffentliche Wasserspender. „Die Stadt Köln rühmt sich immer damit, so viel für den Klimaschutz zu tun. Aber konkret sehen wir nichts. Wir reden hier nicht über Projekte für mehrere hunderttausend Euro, sondern 32 Bänke“, sagt Karl-Heinz Pasch. „Was bringt mir ein Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter, wenn das am Ende nur ein Stück Papier ist? Gerade in der Innenstadt ist es noch heißer als in den Vororten, und das Problem wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen.“
Dass die nun eigenständig vor der Ursulakirche aufgestellte Bank dort lange bleiben wird, glauben die Seniorinnen und Senioren nicht. „Das Ordnungsamt wird sie in den nächsten Tagen wohl abräumen“, sagt Pasch. „Oder jemand nimmt sie mit, so schön wie sie ist“, sagt Maria Flöge-Becker und lacht. „Es war uns trotzdem wichtig, ein Zeichen zu setzen. Wir brauchen diese Bänke.“
