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Drogen gefundenOrdnungsamt schließt Kiosk in Kölner Innenstadt

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Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor einem Kiosk

Mitarbeitende des Ordnungsamtes haben in einem Kiosk unter anderem den Oraltabak „Snus“ gefunden, dessen Verkauf in Deutschland verboten ist. (Archivbild)

Bei einer Kontrolle fanden Polizei und Ordnungsamt neben Cannabis, Kokain und Opioid-Tabletten auch 17 Dosen „Snus“ in einem Kiosk.

Das Ordnungsamt hat einen Kiosk in der Innenstadt vorerst geschlossen, nachdem dort Drogen und mehrere Dosen eines nicht zum Verkauf zugelassenen Oraltabaks gefunden wurden. Das teilte die Stadt mit. Mitarbeitende des Ordnungsamtes hatten den Kiosk gemeinsam mit der Polizei im Rahmen der Ordnungspartnerschaft Ringe (Opari) überprüft.

Bei der Kontrolle fand die Polizei laut Stadt rund 300 Gramm Cannabis, etwa 13 Gramm Kokain und 49 Opioid-Tabletten. Unter der Verkaufstheke sollen sich zudem eine Feinwaage, kleine Plastiktütchen und ein Messer mit augenscheinlichen Rückständen von Kokain befunden haben. Die Polizei habe eine Strafanzeige gestellt.

Verbotener Tabak aus Schweden sichergestellt

Zusätzlich stellte das Ordnungsamt den Angaben zufolge 17 Dosen eines skandinavischen Oraltabaks sicher, der auch als „Snus“ bekannt ist. Da dieser in der EU – mit Ausnahme von Schweden – nicht verkauft werden darf, habe das Ordnungsamt den weiteren Betrieb untersagt und den Kiosk versiegelt. Ein Verfahren zur Gewerbeuntersagung sei eingeleitet worden.

Dass in Kiosken oder Trinkhallen der Verkauf von Drogen als zusätzliche Erwerbsquelle genutzt wird, kommt laut Stadt häufiger vor. Seit November 2025 seien insgesamt fünf Verfahren zur Gewerbeuntersagung eingeleitet worden. Neben klassischen Betäubungsmitteln wie Cannabis, Kokain und Heroin habe es zuletzt auch Fälle mit E-Zigaretten oder Vapes gegeben, die einen zu hohen Gehalt an Cannabinoiden oder LSD-ähnliche Substanzen aufwiesen.

Kontrollen in Kiosken: 60 Prozent fallen bei Jugendschutz negativ auf

Seit Oktober 2024 setzt das Ordnungsamt einen Schwerpunkt auf Jugendschutz im Einzelhandel und führt seitdem Kontrollen mit jugendlichen Testkäuferinnen und -käufern durch. In diesem Jahr wurden demnach von Aschermittwoch bis zum 31. März insgesamt 73 Betriebe überprüft. Davon sind laut Stadt 44 negativ aufgefallen, was einer Quote von 60 Prozent entspricht. Bei den Kontrollen finde das Ordnungsamt vor Ort häufig auch weitere ordnungswidrige Tatbestände wie den Verkauf von „Snus“ oder illegalen Vapes.

Testkäufe und gezielte Nachkontrollen sollen laut Stadt auch künftig regelmäßig durchgeführt werden, besonders um sogenannte Strohmann- oder Strohfrau-Konstruktionen aufzudecken, bei denen ehemalige Betreiber ihre Geschäfte im Hintergrund anderer Läden weiterlaufen lassen. (lba)