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Neuer Service für HundebesitzerKölnerin entwickelt App für Vierbeiner und ihre Halter

Nett4Dogs ist eine App für Hundebesitzer, mit der diese passende Spielkameraden für ihre vierbeinigen Freunde finden können. Denn auch Hunde toben nicht mit jedem.

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Große und kleine Hunde toben über eine Wiese.

Evita Bulut hat eine App entwickelt, mit deren Hilfe Hundehalter sich mit „Freunden“ auf der Wiese verabreden können.

Ein junger Kerl wie Zollo würde sich in der Selbstbeschreibung wahrscheinlich nicht als „wilden Feger“ bezeichnen, aber genau das ist er: temperamentvoll, ungestüm und offensiv in der Kontaktaufnahme. Minnie, ungeachtet ihres verniedlichenden Namens ein Schwergewicht, ist das Gegenteil: souverän, in sich ruhend, aber genau wie Zollo an Körperkontakt interessiert.

Dass sich heute beide auf der Hundewiese im Beethovenpark begegnen und miteinander rennen, als gelte es, den Preis des Silbernen Pferdes in Weidenpesch zu gewinnen, ist ein glücklicher Zufall, der dazu führt, dass beide Hunde am Ende ausgepowert nach Hause traben.

Begegnungen auf der Hundewiese werden planbar

Szenen wie diese, die so aussehen, als könnte das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden, wären auf einer Hundewiese viel häufiger, wenn man bei der Begegnung weniger aufs Zufallsprinzip setzen könnte. Dass ein Tier wie Minnie, ein Irischer Wolfshund und damit so ziemlich das Größte, was die Hundewelt zu bieten hat, nachmittags um halb vier einen Spielkameraden auf Augenhöhe trifft, ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Pudel, der stricken kann.

Eien Frau mit Steppjacke steht auf einer Wiese, neben sich ein großer brauner Pudel.

Evita Bulut hat eine Hunde-App entwickelt, darüber können sich Halter mit passenden Spielkameraden-Haltern für ihre Tiere verabreden.

Dass sich der beste Freund des Menschen in seinen Bedürfnissen gar nicht so sehr vom Menschen unterscheidet, hat Evita Bulut schon als Kind erkannt. Die 29-Jährige war  immer glücklich, wenn sie beobachten konnte, wie einer der Familienhunde draußen mit einem anderen spielte und tobte, so dass er abends erschöpft im Körbchen lag. Umso mehr bedauerte sie es, dass sich solche Szenen nur selten wiederholten, „weil man sich oft wochenlang nicht wiedergesehen hat“. Was die Kölnerin außerdem schon früh feststellte: „Es gibt nicht wenige Hunde, die spielen tatsächlich nur mit einem oder zwei anderen richtig schön und sind ansonsten desinteressiert.“

Mit professioneller Unterstützung wurde aus einer Map eine App

Aus dieser Beobachtung formte sich eine Idee, die immer konkretere Züge annahm und schießlich zu einer App wurde, die es laut Bulut „in der Form noch nicht gibt“. Was ihr primär vorschwebte, war „eine Möglichkeit, sich als Hundebesitzer so unkompliziert wie möglich zu vernetzen“. Buluts erster Gedanke ging zunächst gar nicht in Richtung App, sondern „war mehr eine Map“. Aber da ihr als Medizinerin das nötige Know-how fehlte, um ihre Ideen umzusetzen, holte sie sich Unterstützung von Programmier-Profis, die eine Anwendungssoftware nach ihren Vorstellungen bastelten.

„Ich hätte nie gedacht, dass da so viel Arbeit drinsteckt“, betont die 29-Jährige und meint vor allem die rechtlichen Aspekte der App-Entwicklung, mit denen sie sich gründlich auseinandersetzen musste. Nun ist praktisch zeitlich mit der Geburt ihrer ersten Tochter „Nett4dogs“ an den Start gegangen, und man kann Bulut dabei zuschauen, wie sie – den Kinderwagen schiebend – in Ehrenfeld Flyer verteilt.

Interaktive Karte ermöglicht ein einfaches Zusammenkommen von Hunden und Menschen

Was die App außer der Vernetzungsmöglichkeit sowie den Hinweisen auf Events besonders macht, ist zum einen die interaktive Karte, auf der man nicht nur seinen eigenen Standort markieren, sondern auch Gefahrenstellen oder den Fundort eines Giftköders genau angeben kann.

Die Karte erleichtert also nicht nur spontane Verabredungen, sondern dient zudem als aktuelle Warnung für andere. Außerdem ist die App mit einem Belohnungssystem gekoppelt. Natürlich schüttet sie keine Leckerli aus, wenn die wilde Maya endlich ein Kommando befolgt oder der Rückruf bei Figo auf Anhieb klappt.

Nett4Dogs zählt auch Schritte, aber nur die von Herrchen und Frauchen

Punkte sammeln Herrchen oder Frauchen, wenn sie beim Gassigehen die „Walking“-Funktion aktivieren. Dann wird „Nett4Dogs“ quasi zum Fitness-Tracker und zählt Schritte, wodurch man im Ranking nach oben klettert. „Es soll Hundehalter motivieren, länger oder öfter spazieren zu gehen“, erklärt Evita Bulut.

Da die App gerade erst herausgekommen ist, ist sie noch in der Auf- und Ausbauphase. Angedacht ist etwa eine Kooperation mit Tierärzten in Form eines Blogs mit gesundheitlichen Themen. Verabreden, Buddy-Listen erstellen sowie Fotos und Videos von seinem Vierbeiner mit anderen teilen, ist mit der App kinderleicht.