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Kommentar

Wochenende voller Freude
Köln hat gezeigt, was die Gesellschaft zusammenhält

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2 min
Der Schiffskonvoi bei den Kölner Lichtern vor der Domkulisse

Der Schiffskonvoi bei den Kölner Lichtern vor der Domkulisse

In Zeiten der Krise war das Wochenende voller Leichtigkeit und Freude eine Wohltat. Die Freiheit lebt überall dort, wo Menschen sie gemeinsam feiern.

Mit dem Optimismus gestaltet es sich derzeit nicht ganz so einfach. Der Blick auf die Nachrichten hilft jedenfalls nicht: Niedrigwasser, Brände, Kriege, Kanzler-Krise, Schuldenberge überall. Umso schöner war dieses Wochenende voller Leichtigkeit und Freude in Köln. Da stimmte einfach alles. Weit mehr als Hunderttausend Menschen kamen, um zu erleben und zu feiern, was uns als Gesellschaft zusammenhält: Kunst, Kultur, Sport, Gemeinschaft. Da waren die langen Menschenschlangen vor der Kusama-Ausstellung, die jetzt zu Ende gegangen ist. Sie ist die erfolgreichste des Museums Ludwig überhaupt und begeisterte generationenübergreifend.

Ebenfalls ewig lang war die Schlange am Freitagabend vor dem Wallraf-Richartz-Museum, das jetzt für eine jahrelange Sanierung schließt. Ein letzter Besuch war vielen offenbar noch wichtig. Rund 40.000 Fans feierten am Samstag in Müngersdorf die FC-Saisoneröffnung mit kölscher Musik und Sport. Und dann das Highlight: Menschenmassen zog es am Samstagabend an die Rheinufer, nicht wenige reisten sogar von weit her an, um das Groß-Event zu erleben. Köln an diesem Wochenende: eine Stadt mit großer Strahlkraft.

Die Drohnen-Premiere am Kölner Himmel enttäuschte zwar vor allem durch ihre Kürze, lieferte aber trotzdem eine eindrucksvolle Ahnung davon, wie eine umwelt- und tierfreundliche Alternative zum klassischen Feuerwerk in Zukunft aussehen könnte.

Unsere Freiheit lebt überall dort, wo Menschen sie gemeinsam feiern
Sarah Brasack

Eine Stadt Köln randvoll mit friedlichen, fröhlichen Menschen: Dieses Wochenende war nicht nur ein Fest der Lebensfreude, sondern gleichzeitig ein starkes Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft. Die Menschen haben sich vom grauenvollen Anschlag auf dem Berliner CSD nicht im Geringsten einschüchtern lassen, eine Groß-Veranstaltung zu besuchen. Und auch die Bilder vom Hamburger CSD, der sogar einen neuen Besucher-Rekord verzeichnete, zeigten eindrucksvoll: Unsere Freiheit mag verletzlich sein; aber sie lebt überall dort, wo Menschen sie gemeinsam feiern.