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Scala-Chef nach Umzug ins Kölner E-Werk„Wirtschaftlich hat es sich nicht gelohnt“

3 min
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Scala-Chef Ralf Borgartz

KölnHerr Borgartz, Sie betreiben mit Ihrem Mann Arne Hoffmann das Scala-Theater und sind für rund zehn Wochen mit der Produktion „Kaffeebud – La kölsche Vita“ ins E-Werk umgezogen. Hat sich der Gang auf die schäl Sick gerechnet? Nein. Aber das war uns schon vorher klar, dass es keine gewinnbringende Nummer werden würde. Dafür war der Personalaufwand auch viel zu groß. Wir hatten ja neben dem kompletten Ensemble auch unser ganzes Gastro-Team am Start – als Ordner und Platzanweiser. Die Gastronomie lief übers E-Werk. Mit dessen Geschäftsführer Willy Wirtz waren wir uns von Anfang an auch einig, dass dieses Sommertheater auch eine Art Achterbahnfahrt werden würde.

Jetzt haben Sie auch die Anzahl der Vorstellungen reduziert.

Das ist richtig. Im Juni und Juli haben wir viermal die Woche gespielt, im August haben wir die Donnerstage und die Sonntage gestrichen und spielen nur noch freitags und samstags. Es kommen schon Leute. Und die, die da sind, sind auch begeistert. Da sind viele Neue dabei, aber auch viele unserer Stammgäste, die teilweise schon zwei- oder dreimal ins E-Werk gekommen sind. Aber im Schnitt ist das wirtschaftlich zu wenig, vor 80 bis 150 Besuchern zu spielen. Wir könnten doch locker bis zu 250 Personen unterbringen. Aber so viele kommen leider nicht.Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Ich glaube, es ist eine Kombination aus verschiedenen Ursachen. Zum einen ist Sommer und das ist eigentlich nicht unsere Saison. Dann gab es das Stück ja schon mal vor zwei Jahren. Und die Leute sind in der aktuellen Corona-Situation einfach verunsichert. Das merkt man, und das sagen sie auch.

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Würden Sie den Ausflug ins E-Werk noch einmal machen?

Sofort. Solange ich die Auswirkungen nicht kenne. Für Ensemble und Mitarbeiter war es die absolut richtige Entscheidung. Wir hatten für die „Kaffebud“ ja noch alle Kulissen und Kostüme auf Lager. Da war die Neuinszenierung eigentlich recht einfach. Auch für das Personal des E-Werks war es ein Gewinn. Die waren froh, in den Zeiten von Kurzarbeit wieder etwas zu tun zu haben. Und wir durften spielen, singen und tanzen. Das wäre im Scala bei maximal 40 Besuchern überhaupt nicht möglich und erlaubt gewesen. Und von uns Darstellern aus läuft es ja auch gut im E-Werk. Noch stehen dort acht Vorstellungen an.

Wann werden Sie an die angestammte Spielstätte zurückkehren?

Das werden wir in der nächsten Woche entscheiden. Wir alle hoffen auf eine Premiere Anfang Oktober – vielleicht dann vor 150 Besuchern. Ich schreibe derzeit noch an dem neuen Stück.

Kaffeebud – La kölsche Vita wird bis zum 29. August freitags und samstags (19.30 Uhr) im E-Werk gespielt. Karten kosten zwischen 40 und 46 Euro.

www.scala.koeln