Gerade hat Azbiye Kokol die Freitagsparty zum Abschied der ersten Herbstferienwoche vorbereitet. Zwei Wochen lang geht es im inklusiven Feriencamp, für das die LVR-Förderschule Belvedere sämtliche Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, um eine Ferienbetreuung mit Teilhabe und vielen Angeboten, von Sport bis Basteln. Auch acht Kinder und Jugendliche aus Meschenich sind dabei. Professionelle Betreuer kümmern sich um die acht Meschenicher und insgesamt 24 Kinder mit Behinderungen. Es wird gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen.
Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums in Köln-Meschenich leitet Programm in Lindenthal
Kokol leitet das Kinder- und Jugendzentrum in Meschenich. Die Arbeit in Lindenthal führt sie ehrenamtlich durch, wie auch einige ihrer Kolleginnen. „Die inklusive Arbeit erdet mich ungemein“, sagt sie. Für die Kinder ist die Teilnahme kostenlos. Das Ferienprogramm wird über „Künste öffnen Welten“ gefördert, ein bundesweites Förderprogramm der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung.“
Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren mit erschwerten Bildungs- und Teilhabebedingungen. Die inklusiven Angebote umfassen Bereiche wie künstlerisches Gestalten, Musik und Tanz. Es wird geschwommen und in der Halle Sport getrieben. „Für die Kinder aus Meschenich ist das mal etwas anderes. Wir sind woanders, es wird gemeinsam gespielt und auch wenn Ferien sind, stehen unsere Kinder jeden Morgen um 7.30 Uhr pünktlich zur Abfahrt bereit.“ Das ist auch das Ziel des Programms: Alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen spielen, lernen und erleben gemeinsam.
Rund 20.000 Euro beträgt die Förderung durch die BKJ. Den gleichen Betrag steuern Stiftungen bei, um die zwei Ferienwochen zu ermöglichen. Kokol: „Es ist toll, dass die Förderschule nicht nur das Gebäude, sondern auch alle Kapazitäten, bis zur Reinigung, zur Verfügung stellt.“ Nächstes Jahr, im fünften Jahr, ist wohl Schluss. Die Mittel im BKJ-Programm „Künste öffnen Welten“ sind ausgeschöpft. „Wir können da keinen weiteren Antrag stellen“, bedauert Kokol die Sachlage.

