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Köln-MüngersdorfSanierung des Spoho-Turms verzögert sich erneut – Wohnraum fehlt

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Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes an der Spoho im Juni 2024

Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes an der Spoho im Juni 2024

Die letzten Bewohnerinnen und Bewohner zogen im Frühjahr 2022 aus dem Wohnturm des Studierendenwerkes aus. Nun gibt es wieder schlechte Nachrichten.

Der Wohnturm an der Deutschen Sporthochschule (Spoho) in Köln-Müngersdorf wird auch in den nächsten Jahren nicht bezugsfertig sein. Das teilte Klaus Wilsberg, Sprecher des Kölner Studierendenwerkes, auf Anfrage dieser Redaktion mit. Ursache seien neue Schadstofffunde, die eine Überarbeitung der Projektplanung erforderlich machten, so Wilsberg. Neues Datum für den Einzug von Studierenden ist Anfang 2030. Interessierte können sich voraussichtlich Ende 2029 bewerben.

Rund 350 Studierende wohnten im Spoho-Turm, teilweise in WGs, teilweise in Einzelapartments. Dieser Wohnraum fehlt in Köln mit seinem ohnehin sehr angespannten Mietmarkt seit Jahren schmerzlich. Der Wohnturm in Müngersdorf war besonders beliebt unter Studierenden der nahe gelegenen Spoho. Nach der Sanierung würden 332 Plätze zur Verfügung stehen, da die Gemeinschaftsbereiche vergrößert werden.

Luftaufnahme des Campus der Deutschen Sporthochschule Köln (Bild von 2021)

Luftaufnahme des Campus der Deutschen Sporthochschule Köln (Bild von 2021)

Das Gebäude ist mittlerweile seit viereinhalb Jahren geschlossen. Im März 2022 mussten die letzten Bewohnerinnen und Bewohner wegen der geplanten Sanierung ausziehen. Zunächst hatte das Studierendenwerk beabsichtigt, die Arbeiten am 77 Meter hohen Wohnhaus im Bestand mit den Mietern durchzuführen. Dies war dringend nötig geworden, denn es lösten sich bereits Teile der Waschbetonfassade. Aus Sicherheitsgründen wurden erst einmal Planen an dem Hochhaus aus den 70er Jahren angebracht und später durch Netze ersetzt.

Zunächst sollte es auch nur eine einfache Sanierung werden, wuchs dann aber weiter zu einer Kernsanierung, da immer neue Probleme zutage traten. Die Studierenden mussten also ausziehen, und seitdem verzögert sich die Fertigstellung immer weiter. Erst war 2023 angepeilt worden. Zwischenzeitlich wurde der Wiedereinzug der Studierenden für 2028 angekündigt, was sich aber nun auch nicht halten lässt.

Kosten für Spoho-Turm steigen weiter

Der Turm wurde zum Problemfall, die Kosten stiegen. Ein wesentlicher Grund war, dass giftiges Asbest und PCB entdeckt wurden – Schadstoffe, die aufwendig entfernt werden müssen. Auch die Kosten steigen weiter, genaue Zahlen will das Studierendenwerk aber vorerst nicht bekannt geben. Sie werden im „zweistelligen Millionenbereich“ liegen, so Wilsberg. Ganz zu Beginn, als man von einer einfachen Sanierung ausging, war von 4,5 Millionen Euro die Rede gewesen. 2022 ging man schon von 20 Millionen Euro aus.

WG-Zimmer in Köln zählen zu den teuersten in Deutschland. Im Schnitt zahlen Studierende 510 Euro für ein WG‑Zimmer – in Köln allerdings mit 640 Euro deutlich mehr. Umso wichtiger ist der vom Studierendenwerk angebotene Wohnraum. Insgesamt hat das Studierendenwerk laut Wilsberg 4643 Wohnheimplätze, wovon aber eben nicht alle zur Verfügung stehen.