In Köln-Höhenhaus und Dünnwald fehlen öffentliche Toiletten. Unter dem Titel „Nette Örtchen“ bieten soziale Einrichtungen nun kostenlos WCs an.
„Nette Örtchen“Neuer WC-Service in Höhenhaus und Dünnwald

Soziale Einrichtungen in Höhenhaus und Dünnwald bieten kostenlos „Nette Örtchen“ an. (Symbolbild)
Copyright: Rika Kulschewski
Köln hat ein Toiletten-Problem, es gibt zu wenige öffentliche Toiletten, sie sind zu teuer und meist zu dreckig. Auch in den Stadtteilen Höhenhaus und Dünnwald besteht das Problem. Höhenhaus hat keine einzige öffentliche Toilette und Dünnwald nur außerhalb am Friedhof Dünnwald und eine sogenannte Happy Toilet, die der Wald-Camping-Platz zur Verfügung stellt. Das zeigt auch die Webseite toiletten-koeln.de der AWB, auf der öffentlichen Toiletten in Köln verzeichnet sind.
Auf Initiative der SPD Dünnwald-Höhenhaus stellen nun diverse soziale Einrichtungen vor Ort während ihrer Öffnungszeiten unter dem Titel „Nette Örtchen“ ihre Toiletten kostenlos zur Verfügung. Wenn sie ein „nettes Örtchen“ anbieten, klebt an der Einrichtung ein orange-blauer Sticker, der auf das Angebot verweist.
Köln-Höhenhaus und Dünnwald fehlen öffentliche Toiletten
Die sei jedoch kein Ersatz für eine öffentliche Toilette, betont Herbert Mück von der SPD Dünnwald-Höhenhaus: „Es ist eine Notlösung, weil wir keine Alternative haben“. So entsprechen die Toiletten den Standards der jeweiligen Einrichtungen und erheben beispielsweise keinen Anspruch auf Barrierefreiheit. Zudem können sie nicht durchgehend genutzt werden, sondern nur zu den üblichen Öffnungszeiten.
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Anders als bei dem Modell „Happy Toilets“, bei dem Händler und Gastronomien ihre WCs gegen eine städtische Aufwandsentschädigung kostenlos öffnen, bieten die Einrichtungen in Höhenhaus und Dünnwald das Angebot kostenlos an. Mittlerweile haben sich in den beiden Stadtteilen insgesamt acht Einrichtungen dem Angebot angeschlossen, darunter das Friends Sozial Netzwerk in Höhenhaus. „Für uns war direkt klar, dass wir mitmachen“, erzählt Leiter Frank Schumacher, „wir haben die Möglichkeit, dann ist es auch nicht viel Aufwand, das in den Öffnungszeiten zu machen. Das entspricht ja auch einfach unserem Gedanken, Hilfestellung zu geben“.
Soziale Einrichtungen stellen ihre Toiletten kostenlos zur Verfürgung
Auch für Nina Scharwei vom Johanniter-Stift Köln-Höhenhaus sei das Angebot selbstverständlich: „Man weiß ja selber, wie es ist, wenn man gerade muss, und hier ist halt nichts. Natürlich dürfen die Leute dann bei uns aufs WC, das durften sie auch vorher schon, aber jetzt haben wir dafür ein Schild“. Es sei einfach eine nette Geste, meint die Leiterin der Einrichtung.
Frank Schumacher betont vor allem, dass ein solches Angebot schlichtweg gebraucht werde: „Rechtsrheinisch ist der Bedarf vielleicht nicht so hoch, wie beispielsweise in der City, aber es gibt hier keine einzige Toilette und es wird eine gebraucht, das ist ein Grundbedürfnis“. Die Einrichtungen könnten da Hilfe leisten und so könne auch eine höhere Sicherheit gewährleistet werden, denkt Schumacher: „Hier ist ein sicherer Ort für jede und jeden“.
Teilnehmende Einrichtungen
Höhenhaus:
- ABC Arbeitslose Bürger Centrum, Von-Ketteler-Straße 2
- Evangelische Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus, Dreisamweg 9-11
- Flüchtlingsunterkunft, Posadowskistraße
- Friends Sozialwerk, Im Weidenbruch 4
- Johanniter-Stift Köln-Höhenhaus, Sigwinstraße 35
- Kath. Kirchengemeinde Heilige Familie, Lippeweg 29
Dünnwald:
- Café Mittendrin, Berliner Straße 944
- Herz-Jesu-Stift, Auguste-Kowalski-Straße 47


