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Nach LeerstandArchitekten-Ehepaar baut altes Kino in Mülheim um

Lange stand das einstige Kino an der Buchheimer Straße leer. Nun bauen es Bibiana Zapf und Alexander Baumgarten zum Wohnen und Arbeiten um.

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Ein Mann und eine Frau stehen in einer Baustelle.

Bibiana Zapf und Alexander Baumgarten wollen in dem ehemaligen Kino wohnen und arbeiten. Sie bauen es deshalb aufwändig um.

„Wir wollen den Geist des Kinos und den Charakter beibehalten“, sagt Architektin Bibiana Zapf. Gemeinsam mit ihrem Partner Alexander Baumgarten führt sie das Architektur- und Designbüro Studio LCD. Nun bauen sie das ehemalige Kino „Neues Theater“ an der Buchheimer Straße 24 in Köln-Mülheim um.

Dort, wo einst die Leinwand stand, befand sich seit einigen Jahren ein riesiges Loch, das den Blick in den entkernten Kinosaal freigab. „Wir haben uns immer gefragt, was dieses Loch ist, das man von der Mülheimer Brücke gesehen hat“, sagt Zapf, „und dann meinte mein Mann plötzlich, dass das Loch zu kaufen ist.“

In einer Häuserzeile liegt ein Gebäude, das im Umbau befindlich ist.

Die Baustelle von der Rückseite aus gesehen, fotografiert von der Mülheimer Brücke aus. Tatsächlich soll das Haus einmal zwei Eingänge bekommen, von vorn und von hinten.

Lange stand das einstige Kino, das von 1925 bis 1970 in Betrieb war, leer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es zu den ersten Kinos in Köln, die ihren Betrieb wieder aufnahmen. Bereits im Dezember 1945 öffnete es erneut seine Türen. Zuletzt befand sich in den Räumen eine Drogeriefiliale, doch auch das ist schon lange her. Und auch ein Vorhaben, das Objekt in eine Bürolandschaft zu verwandeln, scheiterte. Nun tut sich endlich etwas, und das Loch wird wieder gefüllt.

Köln-Mülheim: Ehemaliges „Neues Theater“ wird umgebaut

Schon lange habe das Paar nach einem Objekt gesucht, das sie umgestalten und zum Wohnen und Arbeiten nutzen können. Das einstige Kino in Mülheim passe dafür perfekt und so kauften Zapf und Baumgarten das Objekt im August 2024. 2027 soll es schlüsselfertig werden. Die Baustelle sei ein Abenteuer und immer wieder ein Gang durch die Geschichte, erzählt das Architektenpaar.

Der Eingang des ehemaligen Kinos in der Buchheimer Straße

Lange stand das einstige Kino an der Buchheimer Straße leer. Nun bauen es Bibiana Zapf und Alexander Baumgarten um.

„Wir haben einige Überraschungen gefunden“, sagt Zapf lachend. So sieht man im Keller Spuren von einem Bunker. An einigen Stellen sind alte Fenster und Türen zugebaut und man erkenne, dass bereits mehrfach an- und umgebaut worden ist. „Aus dem Nichts kam plötzlich ein riesiger Brunnen, als der Boden aufgemacht wurde“, erzählt Zapf. „Es ist wirklich spannend, was hinter und unter diesem Kino versteckt war.“

Die Geschichte des Gebäudes sei deshalb in der Planung immer wieder aufgegriffen worden. Den Charakter des alten Kinos greifen sie bereits im Eingang an der Buchheimer Straße auf. Mit seitlichen Säulen und großen gläsernen Eingangstüren erinnert der Eingang an den früheren, sieht aber deutlich moderner aus. Dazu hat das Paar an der rechten Seite einen kleinen Müllraum gebaut, der für das Wohnhaus an der Buchheimer Straße genutzt werden kann.

Charakter des Kinos in Köln-Mülheim soll erhalten bleiben

Hinein kommt man in den ehemaligen Kassenbereich, wo ein Büro entsteht, in dem ab nächstem Jahr auch Arbeitsplätze mit Nutzung eines kleinen Besprechungsbereiches angeboten werden. Weiter geht es in das ehemalige Foyer, welches künftig ein Garten mit großem Baum sein soll. Direkt dahinter schließt sich ein Wintergarten an. Der einstige Kinosaal dahinter wird das Wohnhaus von Zapf und Baumgarten mit großer Galerie, die die Form des Kinosaals widerspiegeln soll. Das ehemalige Projektionshaus wird in seiner Form aufgegriffen, auf beiden Etagen sind dort alle Räume, die Wasser brauchen.

„Wir wollen das Kino immer wieder zitieren, ohne es zu kopieren“, erklärt Zapf, „Es ist toll, Architekten und Bauherren gleichzeitig zu sein. Es sind die eigenen Entscheidungen, das eigene Geld, man kann Dinge ausprobieren und gegebenenfalls wieder ändern. Das macht total Spaß. Es ist wirklich ein ganz tolles Projekt für uns.“

Das Wohnhaus und die Bürofläche sind sowohl räumlich als auch baurechtlich getrennt. Der Eingang ins Wohnhaus erfolgt über die Biegerstraße. Wintergarten und Garten sollen für beide Teile genutzt werden können und das Paar hofft, die Räumlichkeiten für Bürgerinnen und Bürger öffnen zu können. In welcher Form das sein wird, sei noch nicht klar. Alexander Baumgarten hat auf jeden Fall den Traum, mit Vorhängen eine Möglichkeit zu schaffen, wieder an dem Ort projizieren zu können – am liebsten im 360-Grad-Modus.

„Es soll etwas entstehen, woran auch die Leute teilhaben können“, sagt Alexander Baumgarten, „gerade deshalb ist es total schön zu sehen, dass es den Leuten jetzt schon auffällt, viele fragen interessiert und alle freuen sich, dass endlich etwas passiert. Ich glaube, es wird auch wahrgenommen, dass hier etwas mit Qualität entsteht.“