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Wiener Platz in Mülheim
Fehlende Toiletten sind „Zumutung für die Bürger“

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Der Wiener Platz ist einer von Kölns belebtesten Plätzen - und hat keine öffentlichen Toiletten. 

Mülheim – Die Stadt soll umgehend einen Toilettenwagen auf oder am Wiener Platz aufstellen und betreiben. Das beschloss die Bezirksvertretung Mülheim einstimmig. Mittelfristig fordern die Mülheimer Politiker Toilettencontainer und langfristig sogar den Bau und Betrieb einer öffentlichen Toilettenanlage. Zusätzlich wurde die Verwaltung beauftragt, den Verein „Heimatlos in Köln“ von Beginn an in die Betreuung und Organisation der Toiletten einzubeziehen.

Toilettensituation ist untragbar

Vorausgegangen war ein Dringlichkeitsantrag des Einzelmandatsträgers Andreas Altefrohne (Die Partei), in dem die Öffnung der Toiletten des Bezirksrathauses während der Geschäftszeiten und eine Beschilderung auf dem Platz mit Hinweisen auf diese Toiletten gefordert wurde. Langfristig solle eine öffentliche Toilettenanlage auf dem Platz gebaut werden – und zwar bis 2023. „Die Toilettensituation auf einem der am stärksten frequentierten Plätze Kölns ist untragbar und eine Zumutung für die Bürger“, begründete Altefrohne. Dringend-auf-die-Toilette-müssen werde hier zum Problem und das sei nicht akzeptabel. „Derzeit sind insbesondere Obdach- und Wohnungslose gezwungen, ihre Notdurft im naheliegenden Stadtgarten zu verrichten“, führte der Bezirksvertreter weiter aus. Bürger würden faktisch zu einem ordnungswidrigen Verhalten gezwungen.

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Sichtschutz als Interim

Für den Fall, dass vorläufig keine Toilettenanlage gebaut werden könne, schlug Altefrohne vor, eine Stelle einzurichten, an der Pflanzen als Sichtschutz dienen und Betroffene sich hier zumindest vor Blicken geschützt erleichtern dürfen. Einige Bodenplatten könnten entfernt werden, um eine Sickergrube zu schaffen. So könne zumindest eine zwischenzeitliche Notlösung geschaffen werden. Winfried Seldschopf (Grüne) erläuterte zu einem früheren Antrag seiner Fraktion zur Toilettensituation, dass der Druck auf die Verwaltung hochgehalten werden müsse, damit etwas passiere: „Deshalb unterstützen wir Altefrohnes Anliegen.“ Torsten Tücks von der FDP bedankte sich ebenfalls für den Antrag. „Dieser ist sinnvoll und findet meine Unterstützung.“ Langfristig solle man zusätzlich noch einen Wickelraum für Mütter einrichten.