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Neubau eröffnet baldKölner Musikhochschule muss Hauptgebäude sanieren – Interim gefunden

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Visualisierung Anbau Kölner Musikschule HPP Architekten

Die Bauarbeiten für das neue Gebäude der Hochschule für Musik und Tanz im Kunibertsviertel sollen bald beendet sein. Eine Eröffnung ist für den Herbst 2026 geplant.

Nach Fertigstellung des neuen Campus an der Dagobertstraße soll das Stammhaus der Musikhochschule bis 2033 saniert werden. 

An der Dagobertstraße ist der Neubau der Hochschule für Musik und Tanz weit gediehen. Der neue Campus im Kunibertsviertel umfasst neben dem neu errichteten Gebäude auch das umgebaute benachbarte Gebäude, wo die Fachhochschule für Verwaltung ihren Sitz hatte. Der Campus, dessen Grundsteinlegung im Jahr 2023 erfolgte, soll nach aktuellem Stand in diesem Herbst eröffnen, teilt eine Hochschulsprecherin auf Anfrage mit. Damit würde das Bauprojekt wie geplant dieses Jahr fertig, auch wenn damals noch von Frühjahr 2026 die Rede war.

Der Neubau mit Photovoltaikanlage auf dem Dach, begrüntem Hof und öffentlichem Café ist Teil der ersten Bauphase.

13.02.2025, Köln: Der Erweiterungsbau der Musikhochschule an der Dagobertstraße. Foto: Arton Krasniqi

Neubau an der Dagobertstraße: Foto der Baustelle von Februar 2025

Kölner Musikhochschule: Stammhaus soll saniert werden

Nach Fertigstellung soll dann in einer zweiten Bauphase das Stammhaus der Musikhochschule Unter Krahnenbäumen 87 saniert werden. Dafür sucht der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), der als Bauherr die Bauprojekte leitet, nun per Ausschreibung ein Unternehmen. Das von den Architekten Werkgruppe 7 und Bauturm aus Köln entworfene Gebäude stammt aus dem Jahr 1974. Die Gebäudesubstanz und die technischen Anlagen sind veraltet und entsprechen laut Ausschreibung „nicht den Anforderungen an eine wettbewerbsfähige Hochschule“. Zudem ist der Stahlbetonbau mit seinen roten Aluminiumelementen an der Fassade zum Teil schadstoffbelastet, weshalb vor der eigentlichen Renovierung eine Schadstoffsanierung geplant ist, die laut Zeitplan ein Jahr dauern soll.

Kölner Musikhochschule

Die Kölner Musikhochschule Unter Krahnenbäumen

In der Ausschreibung vom 18. Februar heißt es: „Es ist vorgesehen, das Projekt im Rahmen eines SEP-Verfahrens (schlüsselfertige Errichtung mit integrierter Planung inklusive Inbetriebnahme) zu vergeben.“ Das heißt, dass Planung, Bau, Fertigstellung und Übergabe im betriebsbereiten Zustand in der Hand eines Unternehmens liegen sollen, weshalb man auch von Totalunternehmer spricht. Der BLB NRW plant einen Teilnahmewettbewerb, in dem drei bis fünf Baufirmen miteinander konkurrieren werden. Laut Ausschreibung belaufen sich die geschätzten Kosten des Sanierungsprojekts auf 153 Millionen Euro.

„Ende 2027 soll das Stammhaus ‚Unter Krahnenbäumen‘ leergezogen werden“, sagt eine Hochschulsprecherin. Die Hauptbaumaßnahmen sollen im Sommer 2030 starten und drei Jahre andauern. Die Arbeiten sollen laut Zeitplan 2033 beendet sein.

Musikhochschule: Interim ür Unterricht in Poll

Der neue Campus kann den Ausfall des Hauptgebäudes nicht komplett kompensieren. In den vergangenen Jahren war es herausfordernd, für den Lehr- sowie Veranstaltungsbetrieb ein Interim zu finden. Auf Nachfrage teilt die Hochschulsprecherin mit, dass kürzlich eine Lösung für den Lehrbetrieb gefunden worden sei. „Der Unterrichtsbetrieb soll in ein Interim nach Köln-Poll ziehen. Derzeit wird von einem privaten Investor dafür ein neues Gebäude am Poller Kirchweg neben dem Quartier am Hafen errichtet, das für die Hochschule angemietet wird.“ Für einzelne Bereiche des Veranstaltungsbetriebs gebe es jedoch noch keine Lösung. Größere Konzerte werden im neuen Musiksaal des Neubaus für bis zu 350 Gäste und 35 Musiker stattfinden.

Ziel des neuen Campus ist, die dezentralen Standorte an einen Standort zusammenzuführen. Der Platz wird benötigt: Die Studierenden des Tanzes üben derzeit in Nippes, Teile der Verwaltung sitzen am Theodor-Heuss-Ring. Mit dem Neubau kommen 2500 Quadratmeter Nutzfläche für die rund 1200 Studierenden am Kölner Standort hinzu. Der neu Campus ist längst überfällig. Ursprünglich war der Baustart für 2019 angesetzt gewesen, die Grundsteinlegung fand dann erst im September 2023 statt. Es gab Probleme mit dem Generalunternehmer. Die Stuttgarter Firma Züblin übernahm, seit Ende der Pandemie schritt das Projekt zügig und dem Zeitplan entsprechend voran.

Die neue Rektorin Andrea Raabe sagte bei ihrer feierlichen Amtsübergabe im vergangenen Oktober: Der neue Campus „wird hervorragende Studienbedingungen bieten“. Er berge die Chance, Zusammenhalt und Vernetzung zu stärken und wirke sich auch vorteilhaft auf die Außenwahrnehmung der Hochschule aus.