Der Kölner Zoo führt ein dynamisches Preismodell ein. Unser Autor sagt: Das ist gerechtfertigt, der Zoo muss nun die Kölner mitnehmen.
Neue EintrittspreiseWer den Zoo-Besuch plant, der spart – das ist zumutbar


Der Zoo hat am Donnerstag ein dynamisches Preismodell eingeführt.
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Der Kölner Zoo tut, was er tun muss. Steigende Personal- Energie- und Baukosten zwingen ihn dazu, erstmals seit vier Jahren an der Preisschraube zu drehen. Das ist verständlich. In jeder Branche steigen die Preise, warum sollte das beim Zoo anders sein?
Contra: Wer spontan in den Zoo will, zahlt mehr – das ist übertrieben
Für den Zoo geht es nun darum, vor allem die Kölnerinnen und Kölner mitzunehmen und ihnen zu vermitteln, was die Veränderungen bedeuten. Das Modell der dynamischen Preise ist erklärungsbedürftig, gerade die Menschen vor Ort müssen nun aber wissen, dass sie davon sogar profitieren können. Künftig muss in Köln klar sein: Wenn ich mit meiner Familie den Zoo besuchen will, dann muss ich das planen. Im besten Fall zwei Wochen im Voraus. Planen, und dann sogar günstiger in den Zoo gehen: das ist zumutbar.
Wenn preissensiblere Besucher profitieren, ist das fair
Dass nicht jeder profitieren kann, liegt in der Natur der Sache. Der Zoo hat nach eigenen Angaben schon an vielen Stellschrauben gedreht, nun sieht er sich gezwungen, durch den Ticketverkauf mehr Geld einzunehmen. Was übrigens die Grundlage dafür ist, dass er sich weiterentwickelt. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen verwaltet der Zoo nicht nur den Ist-Zustand, sondern investiert in neue Attraktionen: Noch in diesem Jahr soll etwa die neue Giraffenanlage öffnen – mit mehr Platz für die Tiere und einer Plattform, auf der Besucher die Tiere füttern können.
Draufzahlen werden am Ende Touristen, die kurzfristiger planen. Und Besucher, die für den Spontan-Besuch auch tiefer in die Tasche greifen. Wenn dadurch preissensiblere Besucher mit dem langfristig geplanten Ausflug profitieren können, dann ist das eine faire Lösung.
