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Koloniale ErinnerungDenkmal im Afrikaveedel in Nippes ist beschlossen

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Auf der Grünfläche im Afrikaveedel, neben der zukünftigen Manga-Bell-Straße, findet das geplante Denkmal Platz.

Auf der Grünfläche im Afrikaveedel, neben der zukünftigen Manga-Bell-Straße, findet das geplante Denkmal Platz.

Im Afrikaveedel erinnert bald eine Stele an Rudolf Duala Manga Bell und seine Haft in einem Gefängnis in Kamerun.

Nach der beschlossenen Umbenennung der Gustav-Nachtigal-Straße in Manga-Bell-Straße nimmt der zweite Teil der kolonialen Erinnerung im Afrikaveedel Form an: Auf dem zentralen Plätzchen der Nippeser Siedlung, zwischen der zukünftigen Manga-Bell-Straße, der Namibiastraße, der Tangastraße und der Usambarastraße, wird ein Denkmal aufgestellt.

Die bis zu 1,80 Meter hohe Stele soll an die bis heute bestehende Gefängnisruine an der Manoka-Insel vor dem kamerunischen Küstenort Duala erinnern. Im einstigen Gefängnis war Rudolf Duala Manga Bell – mit seiner Frau Emily zukünftiger Namenspate der Gustav-Nachtigal-Straße – zusammen mit seinem Mitstreiter Adolf Ngoso Din, bis zu deren Hinrichtung im Jahr 1914 inhaftiert. Sie hatten sich mit friedlichen Mitteln und politischen Eingaben gegen die von der deutschen Reichsregierung beschlossene Enteignung des Grund und Bodens sowie die Umsiedlung ihres Volkes gewehrt. Der genaue Platz des Denkmals wäre am westlichen Rand des Platzes, an die Manga-Bell-Straße angrenzend.

Auf ihrer jüngsten Sitzung beschloss die Bezirksvertretung Nippes mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der AfD-Fraktion die Aufstellung. Mit dieser wird der „Initiativkreis Gedenkort Afrikaviertel“ beauftragt, ein Zusammenschluss von ganz vorwiegend im Stadtbezirk Nippes lebenden Menschen.

Kunstwerk soll möglichst zugleich mit Straßenumbenennung kommen

„In der vergangenen Wahlperiode hatten wir die Umbenennung beschlossen, deren Prozess nun läuft. Nun wollen wir dem ganzen Afrikaveedel ein Denkmal setzen, darüber, was der zum Teil vergessene deutsche Kolonialismus in Afrika für Folgen hatte“, so Grünen-Fraktionschefin Anne Roth. Vize-Bezirksbürgermeister Henning Meier (SPD) schlug vor, das Amt für Integration und Vielfalt mit einzubinden, was Unterstützung leisten würde. 

„Es ist ein fantastischer Beschluss“, freut sich Gerhardt Haag, Gründer, langjähriger Direktor und jetziger „Senior Adviser“ des zweijährlichen Kölner Africologne-Festivals mit Vereinsräumen in Nippes, der Mitglied im Initiativkreis ist. Derzeit stehe man bereits vor der Vergabe des Auftrags an einen Künstler. „Wir hoffen, dass das Kunstwerk im September fertig wird, so dass wir auf einer Platzfeier das Denkmal zeitgleich mit der dann in Kraft tretenden Straßenumbenennung übergeben können.“ Das Schicksal von Rudolf Duala Manga Bell sei besonders traurig und beispielhaft, der sich mit friedlichem Protest und legitimen Eingaben an das Deutsche Reich für sein Volk eingesetzt habe, aber den Kolonialherren wegen seines Engagements ein Dorn im Auge gewesen sei.