Der 63-Jährige widmet große Teile seiner Zeit dem Ehrenamt. Im vergangenen Jahr wurde er deshalb auf der Kölschen SportNacht ausgezeichnet.
Kölsche SportNachtJürgen Cremer ist Kölns „Mister Sportabzeichen“

Jürgen Cremer auf der Sportanlage der TFG 1878 Nippes
Copyright: Christian Krämer
Wenn Jürgen Cremer über Sport redet, leuchten seine Augen. Egal, ob Leichtathletik, Schwimmen, Fußball oder Olympia. Ursprünglich war er Sprinter, lief die 100 Meter in 10,8 Sekunden. Später kickte Cremer viele Jahre im Amateurbereich und entdeckte irgendwann die Ausdauerdisziplinen für sich. Für seinen ersten Marathon brauchte der Kölner nur knapp über drei Stunden. Inzwischen machen die Gelenke nicht mehr so mit wie früher. Nordic Walking funktioniert noch. Aber seine große Leidenschaft ist das Anleiten von anderen Sportlerinnen und Sportlern: Der 63 Jahre alte Pensionär hat sich mit Leib und Seele dem Ehrenamt verschrieben. In Köln und über die Stadtgrenzen hinaus ist er „Mister Sportabzeichen“.
Wer den Leistungsnachweis im Linksrheinischen machen möchte, landet oft bei Cremer und auf der Anlage der Turn- und Fechtgemeinde (TFG) 1878 Nippes. Auf rund 100 Abnahmen jährlich kommt der gebürtige Südstädter, in knapp 15 Jahren hat Cremer schon über 1000 Menschen geprüft: Kinder, Jugendliche, Senioren, Studenten, Polizei- oder Feuerwehr-Anwärter – sie alle geben sich seinem genauen Blick beim Laufen, Springen und Werfen hin. 2024 wurde Cremer im Rahmen der Kölschen SportNacht für sein Engagement als „Person des Kölner Sports“ geehrt.
Eine „Danksagung an den Sport“
Was treibt den früheren Zusteller bei der Deutschen Post an? Zum einen sei die Bewegung eine Investition in die eigene Gesundheit. „Und es ist eine kleine Danksagung an den Sport, der mir so viel ermöglicht hat. Unter anderem, mit dem Rauchen aufzuhören“, sagt Cremer. „Und das Ehrenamt liegt mir einfach am Herzen, es muss auch von Herzen kommen. Ich habe viel Spaß dabei. Und seitdem ich pensioniert bin, habe ich noch mehr Zeit.“
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Inzwischen sind der Kölner und die TFG 1878 Nippes in ganz NRW gefragt. „Wir sind landesweit bekannt, weil wir auch über den Winter hinweg das Sportabzeichen abnehmen. Da kommen die Sportler von der Polizei oder der Feuerwehr – weil sie ihre eigenen Sportabzeichen-Programme nicht mehr so umsetzen können wie früher. Die Leute kommen von weit her, um hier ihr Abzeichen zu bekommen“, berichtet Cremer mit einem Lächeln. „Nur zwischen 15. Dezember und 15. Januar nehme ich mir eine kleine Auszeit für Silvester und Weihnachten.“
Die Sportabzeichen-Anwärter hätten inzwischen größere Probleme, die geforderten Leistungen zu bringen, als noch vor einigen Jahren. „Hier, das Ding“, sagt Cremer und deutet auf sein Smartphone, „das hat viel damit zu tun. Die Leute haben andere Freizeitbeschäftigungen als noch vor ein paar Jahren. Das merkt man in allen Altersklassen.“
Jürgen Cremer wünscht sich weniger bürokratische Hüren für das Ehrenamt
Danksagungen ans Ehrenamt gibt es inzwischen reichlich. Doch Cremer wünscht sich noch mehr konkrete Unterstützung. „Einerseits natürlich finanziell. Die Aufwandentschädigung müsste angepasst werden. Aber auch organisatorisch. Ich denke hier an ein Vereinsfest, wo wir Kaffee und Kuchen verkaufen. Und die Verwaltung dann ganz schnell auf der Matte steht und nach einem Gesundheitszeugnisfragt. Weniger solcher Hürden, das ist ein großer Wunsch von mir.“
Cremer selbst gibt dem Ehrenamt so viel, wie es ihm möglich ist. So gehen fast seine gesamten Einnahmen der zahlreichen Sportabzeichen-Abnahmen als Spenden zurück an seinen Verein – wie auch ein Großteil seiner Prämie für die Auszeichnung als „Person des Kölner Sports“.

