Abo

Neuer PodcastEuskirchener Feuerwehrfrauen wollen Mut machen – mit Humor und Leidenschaft

3 min
Das Bild zeigt Laura Graf in der Werkstatt der hauptamtlichen Wache der Euskirchener Feuerwehr.

Eine von drei Euskirchener Feuerwehrfrauen, die im Podcast Werbung für die Feuerwehr machen: Laura Graf.

„Feuerwehr braucht Frauen!“: Drei Euskirchenerinnen erzählen im Podcast von Leidenschaft, Nachwuchsförderung und Mut zur Feuerwehr.

Wenn Florentine Mohr ihre eigene Stimme im Podcast hört, ist sie selbst ein bisschen überrascht. „Das ist schon seltsam, die eigene Stimme so zu hören. Ich höre mir den Podcast nicht an“, sagt die Euskirchenerin. Über ihre Erfahrungen bei der Euskirchener Feuerwehr zu sprechen, war für sie trotzdem keine Überwindung – im Gegenteil: „Ich habe das als gute Gelegenheit gesehen, Werbung zu machen und vielleicht auch die Scheu zu nehmen, als Frau zur Feuerwehr zu gehen.“

Mohr ist seit 14 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt, inzwischen stellvertretende Löschgruppenführerin und Ausbilderin. Die Chemikerin arbeitet beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und bildet dort Einsatzkräfte im CBRN-Schutz aus – also im Umgang mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren. „Das passt wirklich wie die Faust aufs Auge“, sagt sie.

Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr ist ein Herzensanliegen

Auch wenn sie heute nicht mehr in der Jugendfeuerwehr aktiv ist, bleibt die Nachwuchsarbeit ihr Herzensanliegen: „Man kommt davon einfach nicht los. Immer, wenn ich Zeit habe, unterstütze ich sehr gerne.“

Ihre Begeisterung für die Feuerwehr teilt sie mit zwei weiteren Frauen: Laura Thiersch, Verwaltungsmitarbeiterin in der Feuerwache und engagiert bei der Kinderfeuerwehr, sowie Laura Graf, hauptamtliche Feuerwehrfrau. Gemeinsam sind sie die Stimmen der neuen Podcast-Reihe der Stadt Euskirchen mit dem Titel „Feuerwehr braucht Frauen!“.

Immer noch recht wenige Frauen bei der Feuerwehr

Organisiert wurde das Projekt von Barbara Brieden, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Euskirchen. Sie wollte nach eigenen Angaben mit dem Format zeigen, dass Frauen in der Feuerwehr längst selbstverständlich sind – und dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen. „Die Frage ist ja: Warum sind immer noch so wenige Frauen in der Feuerwehr? Und wie können wir gerade Jüngere dafür gewinnen?“, sagt sie.

Die Idee kam nicht aus dem Nichts. Bereits mit dem Projekt „Politik braucht Frauen“ hatte Brieden positive Erfahrungen gesammelt. „Da haben wir gemerkt: Das funktioniert – das Format kommt an, und es macht Themen sichtbar, die sonst oft untergehen.“ Mit Unterstützung des Chefs der Euskirchener Feuerwehr, Alexander Berger, wurde das Konzept nun auf die Feuerwehr übertragen.

Das Bild zeigt die drei Feuerwehrfrauen vor einem Feuerwehrfahrzeug.

Die drei Euskirchener Feuerwehrfrauen Laura Graf (v.l.), Florentine Mohr und Laura Tiersch haben drei Folgen für einen Podcast rund um das Thema Frauen in der Feuerwehr aufgenommen.

Die angehende Verwaltungsangestellte der Stadt, Learta Alili, führte die Interviews mit den Feuerwehrfrauen – offen, neugierig und auf Augenhöhe. „Es war schön zu sehen, wie viel Leidenschaft und Humor die Frauen mitbringen“, sagt Brieden.

Zahlenmäßig steht Euskirchen im Vergleich gar nicht schlecht da: In der Jugendfeuerwehr liegt der Mädchenanteil bei rund 25 Prozent, in der Kinderfeuerwehr sogar bei 35 Prozent. Insgesamt engagieren sich laut der Gleichstellungsbeauftragten 111 Mädchen und Frauen in der Euskirchener Feuerwehr. „Aber im Hauptamt – da ist die Hürde offenbar noch hoch“, so Brieden. Genau hier soll der Podcast Mut machen.

Nicht intensiv auf den Podcast vorbereitet

Feuerwehrfrau Mohr, die sich nicht intensiv auf den Podcast vorbereiten musste, erlebt die Feuerwehr als Ort, an dem das Geschlecht keine Rolle spielt: „Für mich war es nie ein Thema, dass ich eine Frau bin. Ich wurde immer ernst genommen.“ Trotzdem sieht sie noch Luft nach oben, doch sie spürt Veränderung: „In einem unserer letzten Lehrgänge waren fast 50 Prozent Frauen – viele Quereinsteigerinnen. Da merkt man, dass sich was bewegt.“

Für Barbara Brieden ist das auch ein gesellschaftliches Signal: „Unsere Feuerwehr wird immer vielfältiger – und das sollte sich auch im Team widerspiegeln. Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, Quereinsteiger – das alles bereichert die Arbeit.“

Auch technisch soll es weitergehen: Podcasts wie dieser könnten künftig auch andere Berufsfelder sichtbar machen – etwa die technischen Dienste der Stadt. „Wir wollen besonders Mädchen Mut machen, sich für diese Bereiche zu interessieren – aber natürlich niemanden ausschließen“, sagt die städtische Mitarbeiterin.

Zu hören ist die Reihe „Feuerwehr braucht Frauen!“ bei Spotify.