Auf einer nicht mehr benötigten Friedhofsfläche soll die Gesamtschule Weidenpesch ihr Quartier erhalten. Die BV Nippes stimmte dem Bebauungsplan nun zu.
Neues Schulgebäude in KölnGesamtschule Weidenpesch zieht auf ehemaliges Friedhofsgelände

Auf der Wiese mit Fußballtoren, Sträuchern und hochgewachsenen Gräsern soll die Gesamtschule Weidenpesch entstehen.
Copyright: Bernd Schöneck
Wenn alles gut geht, soll spätestens im Jahr 2032 das neue Gebäude der Gesamtschule Weidenpesch übergeben werden – acht Jahre nach Gründung der Schule, die im Sommer 2024 im Containerquartier des Bürgerparks Nord in Bilderstöckchen ihren Betrieb aufnahm. Sie übernahm damit die einstigen Interimsräume des Dreikönigs-Gymnasiums (DKG) während dessen Sanierung.
Planerisch ist das Projekt nun spruchreif: Einstimmig votierte die Bezirksvertretung Nippes für die Bebauungsplan-Vorlage aus dem Stadtplanungsamt zum Schulbau und die Änderung des Flächennutzungsplans an jener Stelle. Zugleich beschloss sie auf Änderungsantrag der Grünen hin, dass angrenzende Bäume besonders geschützt werden sollen und das Projekt von einer ökologischen Baubegleitung überwacht werden soll. Diese solle auf den Natur- und Artenschutz achten und darauf, dass keine Bäume unnötig gefällt würden. Außerdem seien die Klassen ausreichend vor Hitze zu schützen, ferner sei eine gute Anbindung an Bus und Bahn zu sichern – etwa durch Zusatzhalte der Buslinien 121 und 147 in der Umgebung. Nun müssen noch Stadtentwicklungsausschuss und Rat zustimmen. Dies gilt als sicher. Ob die Forderungen aus Nippes übernommen werden, muss sich zeigen.
Auf einer Wiese von rund 1,6 Hektar zwischen Schmiedegasse, Merheimer Straße und Nordfriedhof würden das Schulhaus inklusive Dreifachturnhalle gebaut. Jene soll auch dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Ebenfalls geplant ist eine neue Straße, die Schmiedegasse und Merheimer Straße „über Eck“ verbindet. Auf der anderen Seite der neuen Straße, neben einem Steinmetz, ist ein Spielplatz geplant, der auch in den Pausen genutzt werden könnte. Umgekehrt ist angedacht, den Pausenhof nach Schulschluss für Sport und Spiel freizugeben. Das Vorhaben hatte die Stadt am 2. September 2024 auf einem Infoabend in der Aula der Florianschule vorgestellt; auch während der Offenlegung der Pläne im Februar und März dieses Jahres gab es Gelegenheit zur Stellungnahme. Viele Leute beklagten dabei Versiegelung und Verlust von Grün, sowie zu erwartende Verkehrsprobleme durch die neue Schule.
„Ich würde mich freuen, die verkehrlichen Anlagen direkt mit der Schule mitzubauen“, so Hendrik Schwark vom Stadtplanungsamt. Sandra Vogel (Grüne) begründete die Zusatzforderungen mit den Erfahrungen rund um Baumfällungen bei vergleichbaren Projekten, und mit dem Ziel, die wertvollen Gehölze im Umkreis des Friedhofs zu schützen. Annerose Bergmann (Linke) lobte die vorgesehene Fassaden- und Dachbegrünung, sowie die Zusatz-Baumpflanzungen. „Das finde ich sehr gut.“
