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Odysseum in KölnDas Wissenschaftsmuseum in Kalk plant neue Angebote

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Odysseum Gebäude

Das Odysseum in Kalk

Köln – Zehn Jahre nach seiner Eröffnung steht das Odysseum in Kalk vor einer grundlegenden Veränderung. Das Wissenschaftsmuseum soll zu einem „Ort mit verschiedenen hochwertigen Angeboten für Familien“ werden. Das teilte die Stiftung Wissen der Sparkasse Köln-Bonn am Freitag mit, der das Science Center auf dem ehemaligen Gelände der Chemischen Fabrik gehört.

Der Wandel erfolgt vor allem aus finanziellen Gründen. Die Sparkasse will die Verluste des Odysseums nicht länger hinnehmen. Das Geldinstitut hatte das Museum anlässlich ihres 175-jährigen Geburtstages bauen lassen und für dessen Betrieb eine Stiftung gegründet. Aufgrund eines Vertrages muss die Sparkasse noch bis 2024 für das Minus aufkommen; zuletzt sollen es zwei Millionen Euro jährlich gewesen sein. Den Antrag der SPD, die Stadt möge sich finanziell beteiligen, lehnte das schwarz-grüne Ratsbündnis ab.

Mehr Freizeitspaß im Kölner Odysseum

Weniger Wissenschaft für Kinder und Jugendliche, mehr Freizeitspaß für alle Altersstufen – auf diese Formel lassen sich die Beschlüsse des Stiftungsvorstandes und des Kuratoriums bringen. Die Gremien hätten mit der Entscheidung „die Zukunft der Stiftung gesichert“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Pläne sollen „zusammen mit neuen Partnern“ umgesetzt werden. Welche Änderungen vorgesehen sind ließ die Stiftung offen, ebenso die Namen der Partner.

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ soll es mehrere getrennte Abteilungen mit jeweils eigenem Zugang und unterschiedlichen Eintrittspreisen geben. Eine davon soll einem Trendspiel gewidmet sein, das unter der Bezeichnung Escape-Room bekannt ist. Dabei wird eine Gruppe von Personen in einem Raum eingesperrt; um ihr Gefängnis verlassen zu können, müssen die Spieler versteckte Gegenstände finden und Rätsel lösen. Sie werden über Kameras beobachtet, ein Aufseher greift bei Bedarf helfend ein. Im Odysseum soll es, dem Geist des Ortes entsprechend, um wissenschaftliche Aufgaben gehen.

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Das mit dem WDR entwickelte „Museum mit der Maus“ soll als eigenständige Einheit bestehen bleiben. Die Fläche soll von 800 auf 1000 Quadratmeter vergrößert werden, der Eintritt dem Vernehmen nach weniger als fünf Euro betragen.

Das Odysseum werde einen außerschulischen Bildungsort für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bieten. „Denn MINT-Bildung sollte für alle zugänglich sein und möglichst früh beginnen“, sagte Stiftungsgeschäftsführer Friedhelm Müller. Sparkassenchef Ulrich Voigt kündigte an, man werde sich „auch zukünftig für MINT-Bildung bei Kindern in Köln, Bonn und der Region engagieren“. Nach einer kurzen Umbaupause in der zweiten Jahreshälfte 2020 will das Odysseum zum Herbst wieder öffnen.