Auch bei den Mitteln für Naturschutz und Umweltbildung auf Gut Leidenhausen könnte aufgrund der schlechten Geldlage der Stadt gekürzt werden.
Gut LeidenhausenStadt will bekannter Kölner Wildtier-Schutzstation Mittel kürzen

Viele Angebote rund um Gut Leidenhausen, bei denen großen und kleinen Gästen die Natur nahegebracht wird, könnten nicht mehr stattfinden, wenn die Etat-Kürzungen im geplanten Maß umgesetzt werden.
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Menschen aus der Großstadt mit der Natur vertraut zu machen und in ihnen die Liebe zur heimischen Fauna und Flora zu wecken, ist seit Jahrzehnten der selbst gewählte Arbeitsauftrag von Einrichtungen und Organisationen auf Gut Leidenhausen. Das ehemalige Rittergut ist Standort der Waldschule, die Grundschulkinder zu kleinen Naturexperten macht. Auf dem Gelände können die Pfleglinge der Greifvogelstation besucht werden, es gibt ein Wildschwein- und ein Rotwildgehege. Seit hier das Umweltbildungszentrum seinen Betrieb aufgenommen hat, werden annähernd täglich Veranstaltungen angeboten, die Freude an Umweltthemen vermitteln und große und kleine Gäste an die Natur heranführen.
Politiker fordern zusätzliche Mittel für den Erhalt der Angebote
Die große Vielfalt dieses Angebotes erscheint jetzt aber bedroht. Im neuen städtischen Haushaltsplanentwurf sind die Mittel für die Einrichtungen auf Gut Leidenhausen von erheblichen Sparmaßnahmen betroffen. Sollte der Rat dies so beschließen, müssten die Angebote erheblich eingekürzt oder gar gestrichen werden. Das hat die Porzer Bezirksvertretung auf den Plan gerufen.
In einem gemeinschaftlich von CDU, SPD, Grünen und Volt verabschiedeten Antrag fordert sie zusätzliche Mittel für den Freundeskreis Haus des Waldes in Höhe von 5000 Euro, für die Greifvogelstation in Höhe von 50.000 Euro, für die Waldschule von 28.000 Euro und für die Wildtierstation von 50.000 Euro. So sollen die geplanten Kürzungen im Haushaltsplan abgefedert werden.

Tierische Begegnungen werden auf dem alten Rittergut möglich. Es gibt nicht nur eine Schutzstation für Greifvögel und ein Auffangzentrum für kleinere verletzte Wildtiere.
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Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigen Joachim Bauer, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft deutscher Wald in Köln, und Robert Schallehn, Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums, die Zahlen. Bauer und Schallehn befürchten gewaltige Einschnitte. Wenn die Finanzmittel gar nicht mehr für die von der Schutzgemeinschaft betriebene Waldschule und die beiden Auffangstationen zur Verfügung stünden, könnte das „im Extremfall dazu führen, dass Stellen nicht verlängert werden und der Betrieb der Einrichtungen eingeschränkt bzw. eingestellt werden muss“.
Tatsächlich könne die Wildtierauffangstation des Umweltbildungszentrums „ohne die Mittel der Stadt definitiv nicht weiterbetrieben werden“. Diese Station hatte seit ihrer Eröffnung regen Zulauf, konnten Bürger dort doch verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere wie Eichhörnchen, Igel oder Singvögel abgeben – und die Nachfrage überstieg stets das Angebot an Pflegeplätzen.
Von der vorgesehenen Mittelstreichung betroffen sind den beiden Geschäftsführern zufolge ebenfalls besondere Projekte des Umweltbildungszentrums. Der besucherstarke „Lange Tag der Kölner Stadtnatur“, der Gartenwettbewerb „Vielfaltsgärten“ und das Arterhaltungsprogramm für Kamm-Molche müssten eingestellt werden. Insgesamt seien im Umweltbildungszentrum Kürzungen um 31 Prozent geplant, davon zehn Prozent in der Basisförderung (Umweltbildung).
Das deutliche Votum der Bezirksvertretung Porz zum Erhalt der aufgeführten Einrichtungen begrüßen die Sprecher von Schutzgemeinschaft und Umweltbildungszentrum sehr – letztlich entscheide jedoch der Rat, wo gegebenenfalls Einsparungen in ganz oder in Teilen zurückgenommen werden. „Wir sind jedoch zuversichtlich, dass auch für den Haushalt 2026/27 wieder Finanzmittel bereitgestellt werden, vielleicht nicht in voller Höhe, möglicherweise reduziert“, sagen Bauer und Schallehn. Erst nach dem Haushaltsbeschluss seien die tatsächlichen Konsequenzen darstellbar.