Naherholungsgebiet in WahnheideKölner Verein sorgt sich um die Sicherheit am Teich

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Gerhard Möller am Scheuerteich in Wahnheide, dessen Pacht dem Bürgerverein künftig mehr Pflichtaufgaben beschert.

Köln-Wahnheide – Ihr kleines Naturparadies zwischen der Wohnbebauung und dem Flughafen wissen die Bewohner von Wahn, Wahnheide und Lind sehr zu schätzen. Der Bürgerverein, der sich seit 1995 als Pächter um den Scheuermühlenteich und seine grüne Umgebung kümmert, steht jetzt vor erheblichen Herausforderungen. Das Bundesforstamt, das bisher baumpflegerische Arbeiten rund um den Teich geleistet hat, will diese Tätigkeit nun weitgehend dem Verein als Pächter übertragen. „Das können wir kaum leisten“, sagte Herbert Gellings, der bisherige Vorsitzende des Vereins, bei der Jahreshauptversammlung.

Tausende Euro pro Baum

Baumfällungen und Rückschnitte erforderten nämlich den Einsatz von Spezialkräften, „das kann pro Baum in die Tausende Euro gehen“. An der Spitze des einstimmig neugewählten Vorstandes will sich Gerhard Möller jetzt um eine Lösung für den Scheuermühlenteich bemühen. In den vergangenen gut 25 Jahren habe das Bundesforstamt bei Sturmschäden oder Regenbruch auf dem Gelände für Abhilfe gesorgt. Jetzt verweise der Förster auf den Pachtvertrag, dem zufolge solche Leistungen und auch die Haftung für mögliche Schäden bei Besuchern dem Verein obliegen.

Eine Versicherung, die solche Schäden abdeckt, will der Verein zeitnah abschließen. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder erklärte sich Ferdi Pellander spontan zur Zahlung der Versicherungsprämie bereit – ihm liege das grüne Kleinod sehr am Herzen.

Gefahrenquellen müssen beseitigt werden

Damit ist das Problem der Verkehrssicherheitspflicht aber noch nicht gelöst. Der Verein muss aktiv dafür sorgen, dass Gefahrenquellen beseitigt werden. Der Vorstand hat präventiv schon Ruhebänke versetzt, damit Besucher nicht mehr direkt unter Bäumen sitzen. Mit zwei tatkräftigen jungen Neulingen im Vorstand soll auch die Pflicht zur regelmäßigen Sicherheitskontrolle beim Baumbestand geregelt werden. Erik Marmann und Kevin Schulz wollen diese Aufgabe übernehmen.

Auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ging Florian Zieseniss vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser auf die Gründe ein, warum der Bundesforst die Pflege- und Verkehrssicherheitspflichten jetzt stärker in die Verantwortung des Vereins als Pächter legen wird. „Der Verein hat diese Pflichten eindeutig mit dem Pachtvertrag übernommen. In früheren Jahren sind wir bei Sicherheitskontrollen und Baumpflegearbeiten oft mit unserem Personal und Gerät zur Stelle gewesen. Der Klimawandel hat uns aber so umfangreiche Mehrarbeit beschert, dass wir das ohne Beteiligung des Pächters nicht mehr leisten können“, sagt er.

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Zieseniss ist als Betriebsbereichsleiter für die Wahner Heide zuständig, das Scheuerteich-Areal macht nur einen Bruchteil seines Verantwortungsbereichs aus. Allenthalben im Forst haben es Zieseniss und seine Mitarbeiter mit sprunghaft wachsender Mehrarbeit durch trockene Jahre, entsprechenden Schädlingsbefall und absterbende Bäume zu tun. Anders als eine Stadtverwaltung sei der Bundesbetrieb aber nicht dafür eingesetzt, Erholungsflächen anzubieten und entsprechend zu pflegen.

Kündigung nicht auszuschließen

„Am Scheuerteich ist die Situation aus forstlicher Sicht eine völlig andere als auf dem Großteil der Fläche“, präzisiert er. Zum Scheuerteich lenke der Bürgerverein gezielt Erholungsuchende, dort seien beispielsweise immer mehr Bänke aufgestellt worden. „In solchen Anlagen muss zweimal jährlich der Zustand der Bäume fachmännisch überprüft und bei Bedarf geschnitten werden“, sagt er. Der Forstbetrieb und seine Leitung wollten nicht in Regress genommen werden, wenn dies nicht geschehe und deshalb Unfälle passierten. „Wir werden den Verein bei der Pflege weiter unterstützen. Aber auch uns kosten Hubbühnen und anderes Gerät sowie die Arbeitskräfte Geld. Da muss sich der Verein beteiligen“, macht der Forstfachmann deutlich.

Möller hofft auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Forstamt, damit der Verein die jetzt schon teure Pflege des zwölf Hektar großen Geländes weiter stemmen kann. „Sollte das nicht gelingen, müsste der Verein schlimmstenfalls den Pachtvertrag kündigen“, sagte Möller. Ob das rege genutzte Gelände dann weiter öffentlich zugänglich bleibe, sei fraglich.

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