Das Grenzgänger-Projekt an der Kopernikus-Hauptschule soll Schüler motivieren, mit Kochen und Sport, den Gipfel der Zugspitze zu erreichen.
Grenzgänger-Projekt an SchulenPorzer Schüler trainieren für Gipfelsturm und lernen Kochen

Gemeinsam Spaß beim Kochen haben Armando (l.), Luba Lenchynska (M.) und Vitali (r.)
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Kartoffeln reiben ist nicht gerade die schönste Aufgabe, wenn man in der Küche steht. Mit ein bisschen technischer Hilfe geht es etwas schneller und die Sache macht dabei auch noch Spaß. Armando und Vitali bestücken die elektrische Reibe, Luba Lenchynska schaut sich das Ergebnis an und ist zufrieden. Die geriebenen Kartoffeln werden weiterverarbeitet. „Wie viele Eier auf wie viele Gramm Kartoffeln?“, fragt Radek laut. „Auf ein Kilogramm zwei Eier“, gibt Christina Zander als Antwort. Drei Esslöffel Mehl müssen noch hinzu, weiß Antonio. Neben Salz auch noch Zwiebeln. „Gut, eine Zwiebel muss hinein“, sagt Zander. Zum Glück sind die schon geschnitten. Ist der Teig fertig, geht es daran, die Rievkooche auszubacken.
In der Küche der Kopernikus-Hauptschule ist gut was los. Jeder weiß aber um seine Aufgabe, Reibekuchen, Knuspermüsli und Kräuterquark herzustellen. Für letztere legt Mohammed Hand an. Petersilie muss gehackt und Frühlingszwiebeln müssen geschnitten werden. Wenn mal etwas unklar ist, stehen Christina Zander oder ein anderes Mitglied der „Satte Rasselbande“ bereit.
Grenzgänger-Projekt mit großem Ziel
Die sind nun Teil des Teams des Grenzgänger-Projekts an der Kopernikus-Hauptschule in Köln-Porz. Das hat Lehrer Patrick Urbas ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, zu erobern. Das Projekt hat vergangenes Jahr Premiere gefeiert und geht jetzt in die zweite Runde.
Dabei geht es nicht „nur“ darum, die knapp 3000 Meter zu schaffen. Das Projekt soll auf verschiedenen Ebenen wirken. Sport und Bewegung im Alltag gehören genauso dazu, wie langfristig auf ein Ziel hinzuarbeiten. Lebenskompetenzen erlernen. Dazu gehören laut Urbas Grenzen überwinden, nicht aufgeben, auch wenn es mal Rückschläge gibt. „Das lässt sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden“, sagt Lehrer Urbas.
Das Thema Essen gehört auch dazu. In der Zeit, in der die Kinder und Jugendlichen vor Ort sind, heißt es nämlich selbst kochen. Hier gibt die „Satte Rasselbande“ Hilfestellung. Christina Zander hat vor zehn Jahren den Verein gegründet. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen das Thema Ernährung näherzubringen. „Und das geht am besten, wenn sie selbst in der Küche stehen“, sagt Zander. Ihre Initiative geht allerdings weit über das eigentliche Kochen hinaus. Was sind gesunde Lebensmittel? Wo kommen die her? Wie pflanze ich die selbst an? Antworten darauf haben etliche Schülerinnen und Schüler in ganz Köln bereits bekommen.

Eier, Mehl und Zwiebeln braucht es noch für richtige Rievkooche, wissen Antonio (M.) und Radek (r.), die zusammen mit Christina Zander von der „Satte Rasselbande“ kochen.
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Gesunde Ernährung näher bringen
Nun soll die nächste Generation Grenzgänger in Bezug auf Essen fit gemacht werden. Müsli, kann man zwar schon fertig kaufen. Doch Knusper-Mandelgranola kann man auch selbst herstellen. Und das vor allem gesünder und auch billiger.
Vitali hat Spaß beim Kochen. Der 14-Jährige greift auch zu Hause mal zum Kochlöffel. Am liebsten macht er gefüllte Weinblätter aus seiner Heimat Montenegro. Auf die Frage, wer der beste Koch aus dem Grenzgänger-Team sei, stockt er bei seiner Antwort zunächst, bevor mit einem breiten Grinsen ein „Ich“ folgt. Die kommenden Tage im österreichischen Ehrwald werden es zeigen.
Auf die fühlt sich Armando gut vorbereitet. Jüngst haben sie noch einen Fünf-Kilometer-Lauf in Leverkusen absolviert, sagt der Zwölfjährige. Er ist einer von 17 Schülerinnen und Schülern von der Kopernikus-Hauptschule, die das Projekt Grenzgänger in die zweite Runde bringen. Mit dabei sind auch Darian und Abdul, die bei der Premiere 2025 am Start waren. Sie sind sogenannte Wander-Paten für die Jüngeren. Mit dabei sind natürlich auch Betreuerinnen und Betreuer sowie Mitglieder der „Satte Rasselbande“. Auch ein Lehrer von der Otto-Lilienthal-Realschule in Porz-Wahn. Dort will man das Projekt Grenzgänger bald auch angehen.
Ziel von Patrick Urbas ist es nämlich, „Grenzgänger“ als eine Marke aufzubauen. Das kommt bei anderen Schulen an. 16 Schulen haben sich bereits bei Urbas, der auch Vorbereitungs- und Unterrichtsmaterialien selbst entwickelt hat, als Interessenten gemeldet. „Es gibt sogar eine Grundschule, die Interesse hat“, sagt Urbas. Für die wird das Konzept aber überarbeitet und entsprechend den jüngeren Kindern angepasst. Für sie wird das Ziel nicht die Zugspitze sein.
Das ist es aber für Vitali, Armando und Co. Sie sind schon voller Vorfreude. Gut gewappnet sehen sie sich auch beim Thema Kochen. Nur am letzten Tag sollen das für sie andere übernehmen. Dann ist der Besuch in einem schicken Restaurant geplant. Das Geld dafür haben die Hauptschülerinnen und -schüler auch schon zusammen. Durch den Brötchenverkauf am Schulkiosk haben sie ein Plus von rund 800 Euro erwirtschaftet.
