„Lernen, nicht machtlos zu sein“500 Kinder in Köln-Porz werden  Klimabotschafter

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Junge und ältere Frauen stehen links und rechts von einem Aufsteller mit der Aufschrift Klimabotschafter.

Porzer Bürgerstiftung ermöglicht Grundschulen Teilnahme an einem Lernprogramm, das klimagerechtes Verhalten kindgerecht vermittelt

Die Bürgerstiftung versorgt sieben Porzer Grundschulen mit einem  Lernprogramm, das klimagerechtes Verhalten auch im Familienleben fördert.

Ein kleiner Löwe und ein kleiner Eisbär werden mehr als 500 Porzer Mädchen und Jungen im Grundschulalter vom Frühjahr an zur Seite stehen, wenn die Drittklässler zu Klimabotschaftern qualifiziert werden. Die Comicfiguren namens Porzja und Jo führen durch ein unterhaltsames Arbeitsheft, das auf kindgerechte Weise zu klimagerechtem Verhalten ermuntert. Sieben Grundschulen wollen das Angebot der Porzer Bürgerstiftung nutzen, die Kinder im Sachkundeunterricht bis zum „Klimaführerschein“ zu führen.

Bürgerstiftungs-Vorständin Christiane Weigand übergab zum Auftakt  85 Lernpakete für die Mädchen und Jungen der Gemeinschaftsgrundschule Hauptstraße an die Pädagoginnen, die das Projekt umsetzen werden. Im bunten Arbeitsheft werden die Drittklässler niedrigschwellig zu Themen wie Klima, Strom, Recycling, Transport, Ernährung oder Wasser informiert.

Die Kinder bekommen kleine Aufgaben, die keineswegs nur in der Schule zu lösen sind. Vielmehr sollen Erkenntnisse zu Energiesparen, Abfallvermeiden oder Einkaufen auch in den Familien ankommen. Es gibt Aufkleber für Lichtschalter oder die Toilettenspülung, die – wenn es die Eltern erlauben – im Haushalt zu ressourcensparendem Verhalten ermuntern. Bis zum Sommer tragen die Kinder ihre Aktionen in einen „Klimaführerschein“ ein, und am Ende steht die feierliche Ernennung zu Botschaftern.

Bildungskonzept stammt aus Bonn, wo 17.000 Kinder geschult wurden

Rektorin Olga Rieger und die Pädagoginnen Sarah Nussbaumer, Annika Schreiber, Juliane Appelt und Birthe Roether von der GGS Hauptstraße zeigen sich begeistert. „Klimaschutz gewinnt stetig an Relevanz. Mit den toll aufbereiteten Lernmaterialien können wir perfekt ins Thema einsteigen“, sagt Sarah Nussbaumer. Die Lehrerinnen begrüßen besonders, wie die Kinder ermuntert werden, das Thema in ihre Familien zu tragen. „Damit können die Kinder lernen, dass sie keineswegs machtlos sind, sondern handeln können. Solche Selbstwirksamkeit zu erfahren, ist für die Mädchen und Jungen enorm bestärkend“, so Rieger.



Die Bürgerstiftung hat das ideenreiche Bildungskonzept in  Bonn kennengelernt, wo seit 2012 schon 17.000 Grundschulkinder zu Klimabotschaftern wurden. Mit Unterstützung der Stadtsparkasse Köln-Bonn ließ die Stiftung das Programm auf Porz zuschneiden und entsprechende Unterrichtsmaterialien erstellen. In diesem Jahr sind außer der Porzer Grundschule auch die beiden Zündorfer Schulen sowie die  Grundschulen in Wahnheide, Langel und Urbach dabei. Weitere interessierte Schulen sind nach den Worten von Vorstandsmitglied Gregor Berghausen in diesem oder im nächsten Jahr willkommen.

Die auf Gut Leidenhausen ansässige Kölner Waldschule unterstützt das Projekt und will den Klimabotschafter-Schulen einen bevorzugten Zugang zu Terminen  einräumen. „Das ist ein zusätzlicher Gewinn, um die Klima- und Umwelterziehung in Grundschulen stärker zu verankern“, sagt Christiane Weigand.

weigand@porzer-buergerstiftung.de

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