Tradition unterbrochenKI, Soziale Medien – Zündorfer Gymnasiasten modifizieren „Die Physiker“

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Drei Schüler stehen auf der Bühne des Lessing-Gymnasiums. In der Mitte hält ein Schüler ein Schild hoch, auf dem steht: „Die Welt ist kaputter als die Hüften deiner Oma“. Foto von René Denzer

Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums habe ihre Version von „Die Physiker“ auf die Bühne gebracht.

Der Literaturkurs des Zündorfer Lessing-Gymnasiums interpretiert Dürrenmatts „Die Physiker“ neu und widmet sich dem Klimawandel und KI.

Influencer, Klimaaktivisten, eine zusätzliche Physikerin und eine genmanipulierte Pflanze – Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses des Lessing-Gymnasiums in Zündorf haben dem Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt eine eigene Note gegeben und sind dabei auch sonst neue Wege gegangen. So haben sie für eine Text-Szene mit Influencern in den Sozialen Medien im Internet eine Künstliche Intelligenz (KI) genutzt. Mit dem Ergebnis, dass der Text nicht nur platt und lieblos war, sondern auch ohne jeden Witz und Ironie, so Lehrerin Sabine Ernst, die mit Kollegin Britta Wölfer Regie führte.

Die Physiker: Soziale Medien, Fachkräftemangel und Klimaaktivismus

40 Schülerinnen und Schüler waren in das Stück involviert. Das ist ursprünglich 1961 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges entstanden. Neben dem Stoff von Dürrenmatt um drei Physiker in einer psychiatrischen Anstalt und der möglichen Vernichtung der Menschheit hat das Stück der Zündorfer Schülerinnen und Schüler weitere Themen zum Inhalt. Die Macht der Sozialen Medien und dem verantwortungsvollen Umgang damit, den Fachkräftemangel sowie Klimaaktivismus.

Das Thema Spionage kommt aber auch bei der Fassung des Literaturkurses nicht zu kurz. Bei letzterem spielt eine genmanipulierte Zimmerpflanze eine besondere Rollen, die als Spionageinstrument genutzt wird. Gleichzeitig ist sie aber auch ein humoristisches und verbindendes Element zum Publikum. Der Literaturkurs hat zudem mit Marie Curie noch eine vierte Physikerin hinzugefügt.

Bis zum fertigen Stück und der Aufführung stand für die Schülerinnen und Schüler allerdings viel Arbeit an. Theaterpädagogische Grundlagen wie Sprache und Mimik mussten erlernt werden, da die meisten von ihnen über keine Theatererfahrung verfügten, so Sabine Ernst. Doch Übung macht den Meister.

Und so haben die Gymnasiasten der sogenannten Stufe Q1 am Ende ein flottes, modernes Stück auf die Bühne gebracht, das die Grundthematik der Verantwortung der Wissenschaft und die Bedrohung, wenn das Wissen in die falschen Hände gerät, nicht aus dem Auge verloren hat.

Die jahrzehntelange Tradition, dass der Literaturkurs ein Theaterstück einstudiert, wird aber im kommenden Schuljahr unterbrochen. Dann wird es nämlich keine Q1 geben, in der der Kurs, neben Musik und Kunst als Pflichtfach gewählt werden kann.

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