Abo

SchandfleckBahnhofsgelände ist verkommen

3 min

Auf dem früheren Bahnhofsparkplatz stehen abgemeldete Pkw und auch Unfallwagen. Der Parkplatzbetreiber will sie entfernen lassen.

  1. Bahn will zum Schlafen genutzte Keller schließen - Schrottautos werden entfernt

Porz – Schrottautos, Dreck und Fäkalien am Straßenrand und Obdachlose, die in schon lange leer stehenden Kellerräumen hausen. Das östliche Ende der Bahnhofstraße entlang des Bahndamms ist ein Schandfleck, über den sich Anwohner, Nachbarn und Spaziergänger schon häufig beschwert haben.

Das Problem ist nur: Die Stadt ist dort nicht zuständig. Weite Teile des Geländes entlang der Straße gehören nämlich der Deutschen Bahn. "Grundsätzlich kann das Ordnungsamt bei Störungen, die von Privatgrundstücken ausgehen, nur einschreiten, wenn von dort eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht", erklärt Jürgen Müllenberg, Sprecher der Stadt.

In dem betreffenden Gebiet am Anfang der Bahnhofstraße habe der Ordnungsdienst schon häufiger kontrolliert und unter anderem "eine Gefahr durch wilden Müll festgestellt". Der Grundstückseigentümer werde dann informiert und aufgefordert, die Zustände zu beseitigen. Im konkreten Fall also die Deutsche Bahn.

Den Eingang zum Bunker, den wiederholt Gruppen von Menschen als Schlafplatz genutzt haben, will die Bahn jetzt verschließen.

Die hat nun auf eine Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" reagiert, nachdem Hinweise von Bürgern aus der benachbarten Siedlung bislang nicht den richtigen Adressaten gefunden hatten. Die Deutsche Bahn hat versprochen, in der Bahnhofstraße gründlich aufzuräumen.

So hat die zuständige Bundespolizei am vergangenen Dienstag einen ehemaligen Bunker, der sich unter der Erde befindet, geräumt. Gegen vier Personen, die sich dort aufhielten, wurden Platzverweise ausgesprochen, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Der Zugang zu den dunklen und feuchten Kellerräumen liegt am Straßenrand zwischen zwei verfallenden ehemaligen Bahngebäuden. Schon im vergangenen Jahr hatte die Bundespolizei Menschen, die dort illegal Unterschlupf gesucht hatten, vertrieben.

Anwohner berichten, damals sei jede Menge Müll zutage gefördert und abtransportiert worden, darunter Matratzen, Möbelstücke und allerlei Hausrat. "Es gibt dort keinen Strom, kein Wasser, keine Sanitäranlagen. Da braucht es nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie verdreckt die Umgebung solcher Behausungen nach kurzer Zeit ist", sagt eine Nachbarin. Sie habe Mitleid mit den wechselnden, meist aus Osteuropa stammenden Bewohnern der Keller, die unter so unwürdigen Umständen hausten. Aber für das angrenzende Viertel seien der Dreck und Gestank gleichfalls unzumutbar. Für die Kellerbewohner müssten andere Unterbringungen gesucht werden, das dürfe nicht an Zuständigkeiten scheitern.

Leerstand, Schmierereien und Müll - so sieht es an den übriggebliebenen Bahnhofsgebäuden in Porz-Mitte aus.

Die Bahn hatte nach der ersten Räumung im vorigen Jahr den Eingang zu den Katakomben nicht verschlossen. Deshalb konnten sich erneut Menschen dort einrichten. Damit diesmal keine alten oder neuen Bewohner zurückkommen können, plant die Bahn: "Der Zugang wird bis Ende März verschlossen." Zudem wolle man das umliegende Areal gründlich sauber machen.

In den Büschen rund um den Kellereingang hatten Menschen ihre Notdurft verrichtet und auch sonst glich die Umgebung einer Müllkippe: Es fanden sich überall leere Flaschen, Säcke mit Altkleidern und jede Menge Plastikmüll.

Ein weiteres Ärgernis für die Nachbarschaft ist der Parkplatz an der Bahnhofstraße 137. Einst konnten hier Bahnkunden parken und zu den Gleisen gelangen. Inzwischen ist das Gelände vermietet. Dort stehen unter anderem abgemeldete Autos ohne Nummernschilder und demolierte Unfallwagen. Anwohner fürchten, dass Kinder den nicht abgezäunten Platz als Abenteuerspielplatz ansehen und sich an den scharfkantigen Wracks verletzen könnten.

Auch für diesen Platz ist die Stadt nicht direkt zuständig. Eigentümer des Grundstücks ist gleichfalls die Deutsche Bahn; der Parkplatz wird von der Düsseldorfer Firma "Besser Parken" betrieben. Doch auch hier ist Besserung in Sicht. Die Schrottautos und die abgemeldeten Pkw seien von einem gewerblichen Kunden dort deponiert worden, erklärt André Westhoff, Geschäftsführer von Besser Parken. "Den Mietvertrag haben wir mittlerweile gekündigt und die Autos werden demnächst entfernt", sagt Westhoff.

Grundsätzlich sei es allerdings nicht verboten, abgemeldete Wagen auf einem privaten Platz abzustellen. Allerdings hafte der Pkw-Eigentümer dann selbst für Schäden oder Gefahren, die von seinem Auto ausgehen, erläutert Westhoff.

Die Metallboxen neben dem Parkplatz, die Überseecontainern gleichen, werden auch von Westhoffs Firma vermietet. Sie dienen als private Lagerräume.