Die Baustelle an der Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße verursacht Verkehrsprobleme. Politische Kritik begleitet das Bauprojekt.
Aktuelle StundeWahner T‑Kreuzung – Kritik an fehlender Information zu laufenden Ampelarbeiten

Wegen des Verkehrs durch die Baustelle für die neue Ampel an der Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße gab es in der Bezirksvertretung Porz eine Aktuelle Stunde.
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Staus, lange Wartezeiten, ein vollgelaufener Kreisverkehr – die vergangenen Tage waren für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Bereich der T-Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße wahrlich kein Zuckerschlecken. Dabei wäre Nervennahrung wohl von Vorteil gewesen. Grund für die verschlechterte Verkehrssituation, die sich bis weit auf die Heidestraße und Frankfurter Straße in Wahn oder in die andere Richtung nach Libur erstreckt, ist die Baustelle an besagter Kreuzung. Hier wird eine Ampel gebaut, um den Unfallhäufungspunkt, wie es die Verwaltung nennt, zu entschärfen. Es seien „neben Unfällen mit Blechschäden auch mehrere Unfälle mit Personenschaden zu verzeichnen“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung an die Bezirksvertretung (BV) Porz.
Die hatte angesichts der zugespitzten Verkehrssituation eine Aktuelle Stunde zu dem Thema beantragt. Dort hatte Susanne Rosenstein vom Amt für Verkehrsmanagement – Planung, Bau und Betrieb von Lichtsignalanlagen die unangenehme Aufgabe, sich den Fragen und der Kritik der Politik zu stellen.
Kritik an fehlender Information zu laufenden Ampelarbeiten
Bezirksbürgermeister Lutz Tempel (SPD) und Werner Marx, Fraktionschef der CDU, kritisierten mangelnde Informationspolitik. Zwar habe es einen Beschluss der BV gegeben, mehrere Varianten zu überprüfen, um die Verkehrssituation in dem Nadelöhr in den Griff zu bekommen. Allerdings sind die Ergebnisse der Porzer Politik nicht vorgestellt worden. Auch Christian Joisten, Fraktionschef der SPD im Stadtrat, kritisierte, dass diese Informationen erst jetzt von der Verwaltung bereitgestellt würden.
Das Problem: Die Arbeiten an der Ampel sind im vollen Gange. Das habe damit zu tun, dass das Projekt mit seinen 250.000 Euro zum Geschäft der laufenden Verwaltung gehört, sagte Rosenstein. Erst bei Summen über 300.000 Euro müssen die Projekte in die politischen Gremien eingebracht werden. Einen Widerspruch zum Thema Unfallhäufungsstelle hatten Tempel und Joisten ausgemacht. Tempel verwies in dem Zusammenhang auf Zahlen der Unfallkommission zur Straße In der Adelenhütte, Joisten berief sich auf Gespräche mit der Feuerwehr.
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Kritisiert wurde ebenfalls, dass die Baustelle auf der A59 nicht mitbedacht wurde. Die bringe derzeit noch mehr Verkehr in die Stadtteile. Andreas Bischoff (CDU) bemängelte fehlende Schilder auf der Frankfurter Straße, die auf die Baustelle hinweisen. Christian Joisten warf den Vorschlag in den Raum, dass eine weitere Ampel am Kreisverkehr vielleicht die Situation, besonders für die KVB-Busse mit Ziel Wahner Bahnhof, verbessern könnte. Gleichzeitig warb er dafür, dass die derzeit einspurige Baustellenführung so schnell wie möglich beseitigt werde.
Mitte Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die neue Ampel werde dann vollverkehrsabhängig betrieben, sagte Rosenstein. Das bedeutet, sie kann flexibel auf das Verkehrsaufkommen reagieren. Fahrzeuge werden detektiert und erhalten dem Bedarf entsprechend lange Grünzeiten. Fahrzeuge aus der Wahner Straße sowie Radfahrende erhalten nur bei einer Anforderung eine Freigabe, so dass die Hauptrichtung nicht grundlos angehalten wird. Für die Ampel ist zusätzlich eine Bus-Priorisierung vorgesehen. „Die Bus-Priorisierung wird allerdings aufgrund fehlender Bauteile der Kölner Verkehrs-Betriebe AG erst im Nachgang in Betrieb gehen können“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung zu der Aktuellen Stunde.
Auf die Frage, wie sich die derzeitige Situation entschärfen lasse, sagte Rosenstein, dass das Signalprogramm der Baustellenampel bereits nachjustiert wurde, um die unterschiedlichen tageszeitabhängigen Belastungen zu berücksichtigen und die Wartezeiten für alle Richtungen in einem erträglichen Maß zu halten.
Werner Marx erinnerte gegen Ende der Aktuellen Stunde an einen Beschluss vom Januar dieses Jahres. „Eigentlich sollte sich das Baustellenmanagement hier in der Bezirksvertretung unseren Fragen bereits stellen.“ Marx bat Bezirksbürgermeister Lutz Tempel dahingehend, sich mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen, damit dies in der Juni-Sitzung geschieht.
