Nach Kündigung der Räumlichkeiten an der Heidestraße sorgen sich Gäste und Angehörige um den Erhalt des entlastenden und führenden Angebotes.
Auszug bis März 2026Räume gekündigt – Tagespflege in Wahnheide droht zu schließen

Die regelmäßigen Gäste der Tagespflege an der Heidestraße und das Pflegeteam sagen sich um den Bestand der Einrichtung.
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Wie eine zweites Zuhause ist die Tagespflege an der Heidestraße 200–202 für derzeit 40 Seniorinnen und Senioren aus der Umgebung – ein Ort, an dem sie in Gesellschaft aufleben können, statt tagsüber allein und womöglich nicht ausreichend versorgt in der eigenen Wohnung zu sein. An fünf Wochentagen jeweils vom Frühstück bis in den Nachmittag wird in den Räumen der 2013 eröffneten Tagespflege geredet und gerätselt, gespielt und Bewegung geübt, gemeinsam gegessen und auch mal gefeiert, fast wie in einer Familie.
Es gibt 23 Plätze, die meisten Nutzer kommen etwa zweimal wöchentlich, andere aber auch an jedem Öffnungstag. Die betagten Gäste und Angehörige, die ihre Verwandten hier tagsüber gut versorgt und mitten im Leben wissen, bangen jetzt aber mit der Geschäftsführung und dem Team der Tagespflege um das Weiterbestehen des größtenteils über die Pflegekasse finanzierten Angebotes.

Die Senioren-Tagespflege „Barbaras Pflegeteam“ sucht dringend neue Räumlichkeiten.
Copyright: Barbaras Pflegeteam
Einrichtung muss bis März ausziehen
Die seit 2013 gemieteten Räume in der Heidestraße sind nämlich gekündigt worden. Wegen einer übersehenen Formalie bei der jüngsten Mietvertragsverlängerung ist die Kündigungsfrist sehr kurz. Schon Ende März muss die Einrichtung ausziehen aus dem Haus, das in früheren Jahrzehnten eine Sparkassenfiliale beherbergt hatte.
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Und jetzt suchen Geschäftsführerin Patrizia Schulz und das Pflegeteam um Daniela Kalberlah Ersatz für die Räumlichkeiten – bisher vergeblich. „Wir wollen das Angebot vorzugsweise in der näheren Umgebung erhalten“, sagt Patrizia Schulz, „denn die meisten der Gäste kommen aus der Nähe. Wahnheide ist ihre vertraute Umgebung“. Viele Senioren kennen einander, sie profitieren von einem gut ausgebauten Versorgungsnetz, das ihnen manche Bequemlichkeit bietet und sie aktiviert. So kommen Ärzte zu Terminen ins Haus, Apotheken liefern hierher, Fußpflege und Friseur bieten ihre Leistungen im Hause an.
Mit der Kindertagesstätte „kleine Riesen“ aus Lind unterhält die Einrichtung einen regen Austausch, im nächsten Wahner Karnevalszug können Gäste mit Unterstützung der Wahner Wibbelstetze als Teilnehmer dabei sein. Die betagten Besucher nehmen, soweit sie es können und wünschen, an den aktivierenden Angeboten teil und gewinnen Lebensfreude in der Gemeinschaft.
Suche nach neuem Standort bleibt schwierig
Wer von ihnen noch gut zu Fuß ist, kommt morgens selbst in die Einrichtung, andere werden von Verwandten gebracht oder von einem hauseigenen Fahrdienst abgeholt und wieder heim gebracht. Dieses Angebot müsste anderenorts erst mal neu aufgebaut werden. Und zuallererst müsste ein neues Haus gefunden werden. „Wir haben bei der Stadt gefragt, bei Politikern, bei Vereinen, im Arztpraxen, online auf Nachbarschafts -Seiten, bisher haben wir nichts gefunden“, bedauert Daniela Kalberlah. Die Suche sei mittlerweile auf ganz Porz und benachbarte Stadtviertel ausgedehnt worden. Die Einrichtung solle aber auf Kölner Boden sein, denn beispielsweise im benachbarten Rhein-Sieg Kreis seien die Voraussetzungen zur Einrichtung einer Tagespflegeeinrichtung anders als in Köln.
Bei allen Betroffenen wächst jetzt die Sorge um die Zukunft. Tagespflegeplätze sind selten, ganz einfach umbuchen ist für die meisten keine Option. Zumal sie an anderen Orten die seit Jahren vertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch ihre Freundschaften innerhalb der Gästegruppe vermissen würden. „Was wir dringend brauchen, sind gut 400 Quadratmeter barrierearmer Raum mit Ruhezonen, Gruppenräumen und sanitären Anlagen“, sagt Patrizia Schulz, „und mit einer Küche“. Zu den Vorzügen dieser Tagespflege, die ohne Anschluss an einen Träger gegründet und seinerzeit die erste in Porz gewesen sei, gehört nämlich, dass hier selbst frisch gekocht wird. Und das schätzen die Gäste sehr.
Zu einer kleinen Demonstration für den Erhalt der Tagespflege an einem neuen Ort haben sich Gäste, Angehörige und Mitarbeiter jüngst schon vor dem Haus an der Heidestraße 200–202 versammelt, doch hat sich noch kein Lichtblick gezeigt. „Wir wünschen uns sehr, dass über die Öffentlichkeit engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vermieter, Eigentümer oder Institutionen auf uns aufmerksam werden und uns bei der Suche nach neuen Räumen unterstützen können“, bittet Kalberlah um Hilfe.
Hinweise sind persönlich in der Einrichtung, online oder unter der Rufnummer 02203/1865741 willkommen. Tagespflege-heidestrasse.de

