Die Porzer SPD möchte wissen, was mit Liegenschaften in der Westhovener Aue und Lind geschehen soll. Sie vermutet, dass militärische Nutzung geplant ist.
Militärische Nutzung?Porzer SPD fordert Auskunft über Flächen in Westhoven

Nur auf den gekennzeichneten Wegen dürfen Spaziergänger durch die Westhovener Aue gehen.
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Was passiert mit den ehemals militärisch genutzten Liegenschaften in Lind und Westhoven? Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Porz fordert von der Stadtverwaltung klare Auskünfte. Hintergrund ist die Ankündigung der Bundeswehr, die geplante zivile Nutzung zahlreicher früherer Kasernenstandorte vorerst auszusetzen. Betroffen sind laut den Sozialdemokraten im Bezirk die ehemalige Militärliegenschaft an der Flughafenstraße in Lind sowie das Areal der früheren belgischen Brasseur-Kaserne in Westhoven.
Die Sozialdemokraten zeigen sich irritiert. Denn auf dem Areal der ehemaligen belgischen Kaserne befindet sich seit Jahren ein neu entwickeltes Gewerbegebiet, eine große Renaturierungsfläche sowie das Naturschutzgebiet der Westhovener Aue. Nach Ansicht der SPD kann es sich hier nur um eine Verwechslung mit der gegenüberliegenden Fläche der ehemaligen Passendale-Kaserne handeln, die noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist.
SPD fordert Planungssicherheit für die Stadtteile
„Wir erwarten, dass die Stadt uns transparente Informationen zu den neuen Plänen der Bundeswehr gibt“, erklärt Bettina Jureck, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Porz. „Gerade auf diesen Flächen wurden in den vergangenen Jahren konkrete städtebauliche Perspektiven entwickelt – etwa für Wohnen, Grünflächen und öffentliche Infrastruktur. Wenn diese Planungen nun gestoppt oder verändert werden sollen, muss die Politik frühzeitig eingebunden werden.“
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In einer Anfrage zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag, 4. Dezember will die SPD unter anderem wissen, ob der Verwaltung bereits im Frühjahr des Jahres bekannt war, dass die Bundeswehr bestimmte Flächen wieder als „strategische Reserve“ beanspruchen könnte. Auch soll geklärt werden, ob dies Einfluss auf den Beschlussvorschlag der Verwaltung hatte, das bisherige Bebauungsplanverfahren „Passendale“ aufzuheben. „Für Porz ist deshalb jetzt entscheidend, dass die Stadt Köln aktiv bleibt und die weiteren Entwicklungen eng begleitet“, betont Nils Beuthert, stellvertretender SPD-Fraktionschef. „Unsere Stadtteile brauchen Planungssicherheit, und kommunale Ziele wie Wohnen, Klimaschutz und eine gute Infrastruktur müssen dabei berücksichtigt werden.“
Gleichzeitig sieht die SPD neben den Herausforderungen aber auch Chancen. So liege das Grundstück in Lind seit Jahren brach. Durch die Nähe zur Luftwaffenkaserne Wahn biete sich hier eine realistische Perspektive für eine sinnvolle Nutzung an. „Wenn Stadt und Bundeswehr nun verantwortungsvoll und eng zusammenarbeiten, könnte dort etwas entstehen, das den Standort Porz stärkt und zugleich wichtige Impulse für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung der Region setzt.“ Die SPD-Fraktion fordert daher eine zeitnahe Klärung durch die Verwaltung, wann mit Ergebnissen der Prüfungen zur Flächenverwendung zu rechnen ist und wie die Stadt sich in die Gespräche mit der Bundeswehr einbringen wird.
Ebenfalls auf der Tagesordnung der Sitzung im Porzer Rathaussaal, Friedrich-Ebert-Ufer 64-70, stehen unter anderem die Themen energetischen Sanierung an der Pestalozzischule in Wahnheide sowie die Einführung einer Schulstraße an der KGS Kupfergasse in Urbach. Die Sitzung der Bezirksvertretung beginnt um 17 Uhr.

