Abo

Protest gegen Staus und Falschparker

2 min

Grüne und Mitglieder der Nachbarschaft Mülheim Nord besetzten symbolisch eine Parktasche an der Berliner Straße.

Mülheim – In ein Wohnzimmer verwandelten Mitglieder des Vereins Nachbarschaft Mülheim Nord und des Arbeitskreises Mobilität der Kölner Grünen drei Parktaschen auf der Berliner Straße in Höhe des Kulturbunkers. Sie wollten mit dieser Aktion im Rahmen des globalen Aktionstags „Park(ing) day“ ein Zeichen für eine nachhaltige Verkehrswende setzen.

Gefährliche Situation

„Aktuell nimmt der Verkehr immer mehr zu und es kommt zu Staus, verstopften Straßen und überfüllten Parkplätzen“, schildert Renate Paulsen von der Nachbarschaft Mülheim Nord. Auf der Berliner Straße und in ihrem Umfeld führe das vermehrt dazu, dass Falschparker Rad- und Gehwege blockierten und es dadurch zu gefährlichen Situationen komme. Paulsen: „Das nervt viele Anwohner.“

Engelbert Becker, ebenfalls Mitglied der Nachbarschaft, sieht die Aktion auch als Reaktion auf das Verhalten der Autofahrer: „Gewöhnlich parken in unserem Quartier viele von denen rücksichtslos in der zweiten Reihe oder auf dem Bürgersteig. Heute aber blockieren wir mit unserer kleinen Feier Stellplätze für Autos.“ Der Verein hatte bereits vor etwa einem Jahr auf diese Situation öffentlich hingewiesen und eine Diskussionsveranstaltung zum Thema im Kulturbunker durchgeführt.

Damals waren auch Vertreter der Stadt und der Polizei eingeladen.

Die Polizei signalisierte Unterstützung, wenn eine Gefährdung vorliegt. Die Stadt dagegen reagierte nicht einmal. Timo Hilleke vom Vorstand des Mülheimer Ortsverbands der Grünen kennt den „Park(ing) day“ schon länger. „Die Aktion gibt es bereits seit mehreren Jahren im linksrheinischen Köln und die heutige Aktion ist die erste, die wir im Rechtsrheinischen machen.“

DER AKTIONSTAG

Der Park(ing) Day ist ein seit 2005 international jährlich begangener Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten. In der Regel am dritten Freitag des Septembers werden Parkplätze im öffentlichen Straßenraum modellhaft kurzfristig umgewidmet und anderweitig genutzt. Sie können dann etwa zur grünen Oase und Pflanzinsel werden, zur Gastronomie- und Sitzfläche oder zu einer Abstellfläche für Fahrräder. (aef)