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Robodonien-FestivalRunder Roboter-Geburtstag im Kölner Odonien

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In Robodonien geht es teilweise auch gruselig zu.

Köln – Yann Keller sitzt auf seinem futuristischen Roboterfahrrad. Der vor dem Lenkrad angebaute „Multirotationskörper“, der aussieht wie ein stählerner Propeller, dreht sich in alle Richtungen. Der Motor brummt und zischt laut. Das Fahrrad gerät etwas ins Schleudern, Keller hat Schwierigkeiten bei der Anfahrt. Dann hat er das etwa drei Meter lange Gefährt wieder ausbalanciert und stößt sich mit den Füßen nach vorne ab.

„Mein Elektrofahrrad ist das“, brüllt er über den Lärm hinweg, den der Feuer speiende Roboterdrache hinter ihm macht. Jahre lang hat der Künstler an dem Roboterfahrrad geschweißt und gebastelt. Die Einzelteile hat er vom Schrottplatz. „Ich liebe das Robodonien. Das Festival ist authentisch, davon gibt es nicht viele“, sagt Keller, der ganz in schwarz gekleidet ist und mehrere Stahlohrringe trägt.

Kartoffelkanone und eine Roboter-Band

Er wohnt in Berlin und reist jedes Jahr für das Robodonien an – in diesem Jahr ist er zum zehnten Mal hier. Es ist also nicht nur ein zehnjähriges Jubiläum für das Robodonien-Festival in der Kultschmiede Odonien an der Hornstraße, sondern auch für Yann Keller.

Jonathan besucht das Roboter-Festival erst zum zweiten Mal. „An das erste Mal kann er sich aber bestimmt nicht erinnern, da war er noch ein Baby“, sagt seine Mutter Jana Zwernemann. Zu Hause dreht der 9-Jährige gerne alle Schrauben aus Laptops und zerlegt sie in Einzelteile. Beim Besuch in der Roboter-Welt widmet er sich lieber einer anderen Beschäftigung. Er schießt sich seine eigenen Pommes. Die Kartoffelkanone aus Stahl steht auf einer Erhöhung.

Die quadratische Zielscheibe - eine Art Sieb – wurde in etwa fünf Metern Entfernung aufgestellt. Sie hat die Größe eines Tellers. Das Gewehr wird eingestellt, durch einen Schlauch mit Luft gefüllt und eine Kartoffel wird vorne ins Rohr gesteckt. „Wenn ich hier durchgucke muss das Kreuz genau auf die Möhre zeigen, die in der Mitte vom Sieb steckt“, sagt Jonathan. Dann drückt er ab. Die Kartoffel schießt aus dem Rohr, durch das Sieb und landet dahinter in einer Fritteuse. Fünf Minuten später holt Jonathan sich seine Portion selbst geschossener Pommes mit Majo ab.

Künstler aus Spanien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden

Auf dem Robodonien-Festival präsentieren Künstler aus Spanien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden ihre neuen Erfindungen. Kinder und Erwachsene können T-Shirts gestalten, lernen wie man Stahl schneidet und der Roboter-Band „One Love Machine“ zuhören. Das Jubiläumsfestival findet an diesem Wochenende vom 14. bis 16. September statt, am Samstag von 14 bis 23 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

Kinder bis 8 Jahre haben am Samstag freien Eintritt, Erwachsene zahlen bis 16 Uhr zehn Euro und danach 18 Euro. Schüler und Studenten zahlen einen ermäßigten Preis von zwölf Euro. Am Sonntag müssen Kinder bis 14 Jahre keinen Eintritt bezahlen, Erwachsene 15 Euro und Schüler und Studenten zehn Euro. (cmb)

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