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Kein Geld für „dritte Orte“Begegnungsstätte in Meschenich droht Wegfall der Fördergelder

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Der Garten gehört zur Thomas-Begegnungsstätte in Meschenich.

Der Garten gehört zur Thomas-Begegnungsstätte in Meschenich.

Die Fördergelder für die Begegnungsstätte Thomaskirche in Köln-Meschenich sollen ab 2027 entfallen, was deren Zukunft gefährdet.

Es ist ein Ort, der Harmonie und Freundlichkeit ausstrahlt. Frauen treffen sich hier dreimal die Woche zum Café-Treff. Sportangebote werden ebenso redlich genutzt wie Kochtreffs, Nähkurse und andere Workshops.

Nachdem die Thomaskirche an der Raiffeisenstraße, nahe dem Kölnberg, 2021 entweiht wurde, ergab sich die Möglichkeit, die Kirche als Treffpunkt zu erhalten, die Thomas-Begegnungsstätte. Vor drei Jahren konnte, mit der Unterstützung der Evangelischen Kirche als Vermieter, der Stadt sowie durch Stiftungen und private Unternehmen, der Grundstein für eine Begegnungsstätte gelegt werden – und auch dank des Förderprogramms „Dritte Orte“.

Fördergelder für Begegnungsstätten in Kölner Veedeln sollen ab 2027 entfallen

Die Zielgruppe des landesweiten Förderprogramms sind eingetragene Vereine, die niedrigschwellige Bildungs-, Beratungs-, Kultur- und Freizeitangebote in den Kölner Veedeln organisieren, die über kein eigenes Bürgerzentrum verfügen. Bisher hat die Stadt dafür 400.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt, 24.000 Euro für die Thomas Begegnungsstätte. Im neuen Haushaltsentwurf sind die Fördergelder nicht mehr aufgeführt, sie sollen ab 2027 entfallen.

Was passiert, wenn die Fördergelder wegfallen? „Weiter suchen, es gibt keine Rücklagen“, sagt Azbiye Kokol, Leiterin des angrenzenden Kinder- und Jugendzentrums Meschenich, die damals den maßgeblichen Impuls gab, das Gebäude als Begegnungsstätte neu zu denken. Unterstützung fand sie auch in der Bezirkspolitik. Als einen „Meilenstein für den Ort“ bezeichnete es der damalige Bezirksbürgermeister Manfred Giesen.

Azbiye Kokol sorgt sich um die Thomas-Begegnungsstätte in Meschenich.

Azbiye Kokol sorgt sich um die Thomas-Begegnungsstätte in Meschenich.

Fördermittel ermöglichen Barrierefreiheit und Begegnung in Meschenich

Aktiv für Meschenich ist hier vor Ort, eine Kinderarztpraxis und ein Mitsingchor. Ein Weihnachtsmarkt mit Weihnachtskonzert ist geplant. „Wenn man dabei eine gewisse Sicherheit hat, organisiert man ganz anders“, sagt Kokol, die um jede Spende und finanzielle Unterstützung kämpft. Auch der Thomas-Garten ist Teil dieser Entwicklung. Er verbindet die Begegnungsstätte mit dem Kinder- und Jugendzentrum und lädt zum Verweilen und Austauschen ein. Mit Fördermitteln konnten in den vergangenen Jahren wichtige Schritte umgesetzt werden, darunter barrierefreie Zugänge und notwendige Sanierungsmaßnahmen. Gleichzeitig wird es schwieriger, solche Entwicklungen dauerhaft zu finanzieren.

Kokol gehört einem Beirat an, der damals von Giesen initiiert wurde und der sich halbjährlich trifft. Die Leiterin des Jugendzentrums sieht ihren Einsatz nicht als Doppelbelastung. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, denn die entwidmete Kirche wird wöchentlich von hunderten Menschen besucht. Die Begegnungsstätte war von Anfang an so angelegt, dass sie für alle Menschen offensteht, nicht nur für die Menschen vom Kölnberg. Die Lage zwischen dem Hochhauskomplex und dem alten Dorfkern bietet dafür besondere Möglichkeiten. Herkunft, Alter oder sozialer Hintergrund stehen nicht im Vordergrund. Es geht darum, Gelegenheiten zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich kennenzulernen und gemeinsam aktiv zu werden.

Fast alle Angebote sind kostenfrei. Im Begegnungscafé kostet der Kaffee 50 Cent, ein Frühstück einen Euro. Gefördert wurden in den vergangenen Jahren sowohl feste Miet- und Personalkosten, als auch gezielte Projektarbeiten, heißt es auf der städtischen Seite. Die „dritten Orte“ sind dabei nur der Kern. Für die einzelnen Angebote müssen weitere Spenden oder Förderprogramme gesucht werden. Die Förderung des Umweltprojekts ist ausgelaufen. Für den Imker, der das Bienenprojekt leitet, konnte ein neuer Spendentopf gefunden werden. Gelder sind, so Kokol, bis Februar im nächsten Jahr vorhanden, dann könnte das gesamte Angebot wegfallen, das Menschen bisher einen Raum gab.

Das Café in der Thomas-Begegnungsstätte öffnet dreimal in der Woche.

Das Café in der Thomas-Begegnungsstätte öffnet dreimal in der Woche.

Kokol weiß um die finanziellen Schwierigkeiten, doch lineare Kürzungen findet sie schwierig. Sie wünscht sich punktuelle Unterstützung, auch wenn es der Verwaltung aufwendiger erscheint. „Das wäre einfach hilfreich.“ Es würde ihr derzeit reichen, den Standard aufrechtzuerhalten. Wünsche, wie die Türen zu öffnen, am liebsten fünfmal die Woche, über den gesamten Tag, stellt sie zurück. Dafür fehlen ganz sicher die Mittel.

Nach Aussage der Stadt ist der aktuelle Haushaltsplan, der keine Mittel zur Verfügung stellt, ein Entwurf der Verwaltung, „der die Strukturen in der Stadt aufrecht erhalten möchte, wenngleich er auch in einigen Bereichen schmerzhafte Einschnitte vorsieht“. Die politischen Beratungen zum Haushaltsentwurf 2027/2028 beginnen gerade erst. Der Beschluss soll in der Ratssitzung im November erfolgen.