Lärm, Dauer, VerkehrDer Abriss des Rodenkirchener Bezirksrathauses im Überblick

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Das Rathaus.

Das Rathaus Rodenkirchen wird jahrelang eine Baustelle sein.

„Ab Oktober wird es laut“, so viel steht wohl fest. Das Rathaus in Rodenkirchen soll abgerissen und wieder aufgebaut werden.

Mit 36 Seiten Papier und einer bemerkenswerten Zahl von Fachleuten schlug die Verwaltung jetzt in der Bezirksvertretung Rodenkirchen auf. Als gemeinsamen Antrag hatten die Fraktionen die Durchführung einer aktuellen Stunde beschlossen. Thema: Logistikkonzept zum Abriss und Neubau des Bezirksrathauses. Neben drei Repräsentanten der Gebäudewirtschaft mit deren technischen Betriebsleiterin, Petra Rinnenburger, und Verkehrsplaner Wolfgang Schuckließ, der die Pläne für den Baustellenverkehr vorstellte, war auch Tobias Unterberg anwesend, Generalplaner der ausführenden JSWD Architekten.

Zur Einführung klärte Unterberg über die Bestandssituation auf und widersprach einer städtischen Aussage, die Eingang in die Berichterstattung gefunden hatte. Die städtische Pressestelle wurde damit zitiert, dass „die Abrissbirne frühestens im April anrückt“. Aber: „Es wird keine Abrissbirne geben. Allenfalls wird eine Hydraulikzange angelegt“, so Unterberg, der allerdings den Lärm nicht beschönigen wollte und mehrfach, wie auch die Gebäudewirtschaft, von „einer Operation am offenen Herzen“ sprach. „Ab Oktober wird es laut“ – gearbeitet werde zwischen 7 und 19 Uhr.

Abriss in Rodenkirchen: Zeitplan und Zahlen

Das Planungsbüro, so führte Unterberg weiter aus, rechne mit rund 10.000 Tonnen Bauschutt. „Das sind 400 bis 600 LKW-Fuhren.“ Ein genaues Datum für den Startschuss konnten die Vortragenden nicht benennen, man stehe kurz vor der Ausschreibung. Das Gesamtprojekt wurde in vier Phasen vorgestellt. „Phase 1“ beginnt mit der Baustelleneinrichtung (zwei Monate) und dem oberirdischen Abbruch. Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres soll die Baugrube ausgehoben und damit auch der restliche Abbruch durchgeführt werden (Phase 2). Im zeitnahen Anschluss, derzeit im zweiten Quartal 2024, ist der Neubau als dritte Phase geplant, der nach vier Jahren im Herbst 2026 als Phase vier fertiggestellt sein soll.

Verkehr und Parken

Große Sorgen bereitet den Bürgern und Geschäftsleuten neben dem zu erwartenden Lärm der Baustellenverkehr und die Parkmöglichkeiten. Die Bürgervereinigung hatte insgesamt vier Seiten Fragen im Vorfeld zusammengetragen, die im Großen und Ganzen im Vortrag beantwortet wurden. 25 Stellplätze können in „Phase 1“ auf dem Vorplatz, etwa 40 rückseitig zur Oststraße erhalten werden. Mit dem Ausheben der Baugrube fallen sie dann weg. Es wurde auf Parkmöglichkeiten am Mater-nusplatz, im Sommershof, Rewe und der Walter-Rathenaustraße verwiesen. Verkehrsplaner Wolfgang Schuckließ stellte dann dezidiert sechs Varianten vor plus zwei weitere auf Anregung aus der Bevölkerung, die sich mit dem Baustellenverkehr befassten.

Die Quintessenz: Der Verkehr muss möglichst schnell auf die Autobahn. Der bevorzugte Weg geht hin und zurück über die Barbarastraße, die für den erhöhten LKW-Begegnungsverkehr, ebenso wie die Oststraße ertüchtigt werden muss. Im weiteren Verlauf wird der Weg über die Maternusstraße, Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Bonner Verteiler favorisiert. Für den Hinverkehr steht als Alternative die Anfahrt über das Heinrich-Lübke-Ufer zur Verfügung.

Resümee der BV und Beschlusslage

Es ist der ausdrückliche Wunsch der Bezirksvertretung, dass die aktuelle Stunde den Auftakt einer „transparenten Kommunikation“ bildet, um Fragen und Probleme während der mehrjährigen Dauer von Abriss und Neubau zügig zu beantworten und zu lösen. Im Beschluss sprach sich die BV für die vorgestellte Vorzugsvariante im Baustellenverkehr aus, bat aber darum, eine alternative Route zur Führung über die Maternusstraße zu prüfen. Alternativen sollen auch für das Parken aufgezeigt werden. Ein Vorschlag der FDP fand Eingang, die einen „Kümmerer“ aus Reihen der Gebäudewirtschaft benennen soll. Auch Flyer und Erklärvideos sind Forderungen an die Verwaltung.

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