Unter dem Schulparkplatz liegen 317 Stellplätze seit mehr als 25 Jahren brach. Nun soll ihre Wiedereröffnung als Quartiersgarage geprüft werden.
Stadt prüft QuartiersgarageUnter der Europaschule in Zollstock „schlummern“ 317 Parkplätze

Unter dem Parkplatz der Europaschule am Raderthalgürtel liegen seit Jahrzehnten in einer Tiefgarage mehr als 300 Parkplätze brach.
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In vielen Kölner Veedeln ist Parkraum knapp – so auch in Zollstock. Nun sehen Lokalpolitiker die Chance, mehrere Hundert zusätzliche Stellplätze zu schaffen, ohne neue Flächen zu versiegeln oder öffentlichen Raum umzuwidmen. Im Blick steht dabei die seit Jahren ungenutzte Tiefgarage unter dem Parkplatz der Europaschule am Raderthalgürtel.
Unter der Europaschule „schlummern“ 317 Parkplätze
Die Anlage verfügt über 317 Stellplätze. Eröffnet wurde sie 1979, genutzt wird sie allerdings bereits seit dem Jahr 2000 nicht mehr. „Wohl aus baulichen Gründen“, sagte Oliver Ismail, Fraktionsvorsitzender der Grünen, in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen Ende Juni. Gemeinsam mit der SPD beantragten die Grünen, die Verwaltung solle prüfen, ob die Tiefgarage im Zuge der geplanten Generalsanierung der Europaschule ebenfalls saniert werden kann. Zudem soll untersucht werden, ob sie anschließend als Quartiersgarage genutzt werden kann, mit einem Mitnutzungsrecht der Schule und den Besuchern des Sporthallenkomplexes.
„Die Stadt Köln könnte für viele Anwohnerinnen und Anwohner durch die fußläufig erreichbare Tiefgarage der Europaschule am Raderthalgürtel diesem Parkdruck entgegenwirken und Abhilfe auf eigener, bereits versiegelter Fläche leisten“, begründen die Antragsteller ihren Vorstoß. Gleichzeitig betonen sie, dass die Schulsanierung durch eine mögliche Garagensanierung nicht verzögert werden dürfe.
Nach Vorstellung von Grünen und SPD könnten für die Finanzierung einer Sanierung Ablösebeträge nach der Kölner Stellplatzsatzung eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Ausgleichszahlungen, die Bauherren leisten können, wenn sie vorgeschriebene Stellplätze nicht auf ihrem Grundstück schaffen können.
Die CDU unterstützte den Vorstoß grundsätzlich, verwies aber auf offene Fragen. Fraktionschef Christoph Schykowski machte darauf aufmerksam, dass die Stadt selbst keine Parkhäuser oder Tiefgaragen betreibe. Für eine Quartiersgarage müsse daher ein Betreiber gefunden werden. Zudem könne mit den verfügbaren Ablösungsmitteln nur ein Teil der notwendigen Finanzierung für die Sanierung gestemmt werden.
Auf Vorschlag der CDU wurde der Antrag um diese Aspekte ergänzt. Die Verwaltung soll nun nicht nur die grundsätzliche Umsetzbarkeit prüfen, sondern auch eine grobe Kostenschätzung vorlegen und Möglichkeiten für den Betrieb der Anlage aufzeigen. Grüne und SPD übernahmen die Änderungen.
Schykowski berichtete außerdem, dass die Gebäudewirtschaft der Stadt ein neues Statikgutachten für die Tiefgarage in Auftrag gegeben habe. Je nach Ergebnis könnte sogar die Sperrung der oberirdischen Stellplätze erforderlich werden, meinte er. Das wäre problematisch, da die Stadt dort die Baustelleneinrichtung für die Generalsanierung der Europaschule plant.
Stadt hat Statikgutachten beauftragt
Die Stadt bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass ein Statikgutachten beauftragt wurde. Die Untersuchungen sollen Anfang Juli stattfinden. Zusätzlich werden Betonproben entnommen. Nach aktuellem Stand geht die Verwaltung davon aus, dass der Parkplatz über der Tiefgarage für die Baustelleneinrichtung genutzt werden kann. Die Ergebnisse des Gutachtens werden im August erwartet.
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen beschloss den Prüfauftrag einstimmig bei einer Enthaltung der FDP/KSG. Ob aus der seit Jahrzehnten stillgelegten Tiefgarage tatsächlich eine Quartiersgarage wird, soll nun die Stadt prüfen.
