Rondorf – Die Verwaltung hatte es wohl gut gemeint mit ihrer außerplanmäßigen Infoveranstaltung zum Neubaugebiet Rondorf Nord-West, dem neuen Viertel, in dem einmal 4000 Menschen leben werden. Sie hatte Pläne und Übersichten mitgebracht und Broschüren verteilt, die die Stadt zusammen mit dem Investor und Projektentwickler Amelis erarbeitet hat. Aber viele der rund 400 Teilnehmer in der voll besetzten Turnhalle der Anne-Frank-Schule zeigten sich unzufrieden.
„Das Format gefällt uns nicht“, meinte etwa Berno Huber, der Vorsitzende der Rondorfer Dorfgemeinschaft, die sich seit Jahren an den Planungen beteiligt. Nach einem allgemeinen Vortrag hatten die Bürger die Möglichkeit, vor den Plakaten und an Stehtischen mit Vertretern der Verwaltung und des Projektentwicklers zu sprechen. Aber die Schlangen waren lang und die interessierten Bürger mussten warten, um ihre Fragen loszuwerden. Die meisten hätten sich lieber im Plenum mit den Experten auseinander gesetzt.
Die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Eva Herr, und Stephanie Dietz vom Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung zeigten zunächst einen groben Zeitplan auf und erklärten, warum die Verwaltung die südlich von Rondorf gelegene Entflechtungsstraße aus mehreren Varianten ausgewählt hat. Auf dem Plan ist sie als blaue Variante 4a,2 gekennzeichnet.
Sie verbindet den Kiesgrubenweg mit der Brühler Landstraße. Von dieser Querverbindung sind zwei Stichstraßen vorgesehen, die jeweils in den Ort führen. „Diese Variante hat großes Potenzial für eine weitere bauliche Entwicklung“, sagte Stephanie Dietz. Sie könne das Hauptstraßennetz am besten entlasten, und die Lage weit im Süden von Rondorf bedeute weniger Lärmbelastung für die Bewohner.
Gerne hätten die anwesenden Bürger eine verbindliche Zusage gehört, dass der Bau der Verkehrsinfrastruktur samt neuer Stadtbahnlinie und der Wohnungsbau gleichzeitig stattfinden. Vor allem mit der neuen Stadtbahn wird das aber sicher nicht klappen. Gunther Höhn von der KVB geht davon aus, dass der Baubeginn „idealerweise“ im Jahr 2025 sein wird bei einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Die ersten Häuser sollen dagegen ab 2023 errichtet werden.
Solange die Stadtbahn nicht fertig ist, soll aber entlang der künftigen Trasse ein Bus verkehren,so Höhn. Ein Knackpunkt ist auch immer noch, wie die Stadtbahn künftig ab Arnoldshöhe nach Süden über den Südverteiler und den Militärring fährt. Ein Generalplaner werde in Kürze prüfen, ob eine Brücke, ein Tunnel oder eine ebenerdige Querung am meisten Sinn macht, sagte Andrea Blome. Zwei Jahre wird die Studie voraussichtlich dauern.
DER ZEITPLAN
2020
: Rat entscheidet über die Verwaltungsvorlage am 4. Mai. Weitere Planungen für die Entflechtungsstraße und für die teilweise Verlagerung des Galgenbergsees am Nordrand des Neubaugebietes.
2021
: Beginn Planfeststellung zur Entflechtungsstraße, Verlagerung des Sees, Planbeginn für die Umgestaltung der bisherigen Ortskerns, Vorstellung Vorzugsvariante Stadtbahn.
2022
: Erste Bauarbeiten an der Entflechtungsstraße, Erschließung des Neubaugebietes, Beschluss zur Umgestaltung des Ortskerns.
2023
: Entflechtungsstraße und Erschließung werden fertig. Baubeginn für Häuser und Schulen. Das Verfahren zur Genehmigung der Stadtbahn beginnt.
2024
: Erste Bewohner ziehen ein. Abschließende Genehmigung der Stadtbahntrasse. Start der Umgestaltung des Ortskerns. Eine Buslinie wird eingerichtet.
2025
: Weitere Entwicklung des Neubaugebietes. Der Ausbau der Stadtbahnlinie beginnt.
Stephanie Dietz, Stadt Köln
