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Tausende bei Mai-KundgebungGewerkschaften mit klarer Botschaft an Kanzler Merz

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Kundgebung zum 1. Mai in Köln

Auch Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (brauner Mantel) marschierte mit durch die Stadt.

In Köln kamen am Tag der Arbeit viele Menschen für gerechte Bezahlung zusammen. Oberbürgermeister Burmester sprach auf dem Heumarkt. 

Tausende Menschen kamen am 1. Mai zur traditionellen Kundgebung in Köln zusammen. Initiiert wurde die Demonstration auf dem Heumarkt vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) als Teil von Aktionen in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung lief unter dem Leitspruch „Menschen vor Marge – Jetzt erst recht!“. Die Demonstrierenden machten sich für soziale Gerechtigkeit, einen robusten Sozialstaat, leistbares Wohnen und eine sichere berufliche Zukunft stark.

Auf dem Podium am Heumarkt sprach Oberbürgermeister Torsten Burmester mit der Moderatorin Irene Schwarz. In Köln ist Schwarz weithin bekannt für ihre Figur der Lisbeth Krause aus der Fernsehsendung „Hausmeister Krause“. Sie erkundigte sich bei Burmester nach seinen Zukunftsvorstellungen für die Beschäftigten der Stadt. Burmester erwiderte, dass es in der momentanen Krise vor allem um die Sicherung von Arbeitsplätzen gehe. Die Politik habe die Aufgabe, die nötigen Bedingungen zu schaffen, damit die Menschen mit ihrem Gehalt auskommen und am städtischen Leben partizipieren können. Wichtig sei außerdem, dass Jobs in Köln bewahrt und zusätzliche geschaffen werden.

Kölner Gewerkschaften mit Forderungen bei Mai-Kundgebungen

Danach sprachen Witich Roßmann, der Vorsitzende des Kölner DGB, und Judith Gövert, die Geschäftsführerin für die DGB-Region Köln-Bonn. Der Tonfall wurde dabei merklich schärfer. Gövert bezog klar Stellung zur Diskussion um die Abschaffung des Feiertags am 1. Mai und rief in Richtung der CDU und Friedrich Merz: „Hände weg von unserem Tag!“. Roßmann und Gövert hoben hervor, dass viele alte Forderungen der Gewerkschaften, zum Beispiel für leistbares Wohnen und eine bessere Ausbildung, zwar politische Unterstützung in der Stadt gefunden hätten, jetzt aber konsequent umgesetzt werden müssten.

Die Vertreter des DGB kritisierten soziale Einschnitte und eine ungenügende Bildungspolitik, vor allem die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes in NRW. Sie bemängelten außerdem Angriffe auf die Arbeitszeitregelungen. Stattdessen verlangten sie einen starken Sozialstaat, faire Löhne sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch in der Wirtschaftspolitik wurden klare Forderungen formuliert: Es seien Investitionen in zukunftsfähige Industriezweige, die öffentliche Infrastruktur und nachhaltige Mobilität erforderlich. Roßmann kritisierte Firmen, die ihre Probleme durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Länder mit niedrigeren Löhnen lösen. Er sagte: „Wenn Eigentümer und Management die Lösung ihrer Probleme nur in der Verlagerung ihrer Betriebe und Arbeitsplätze in Billiglohnländern sehen, wenn Eigentümer nicht mehr in die Zukunft ihrer Betriebe investieren, sondern ihre Profite in den Steueroasen dieser Welt anlegen, dann werden wir das weiterhin skandalisieren.“

Zudem machten acht einzelne Gewerkschaften aus Köln auf ihre jeweiligen Forderungen aufmerksam. So verlangten die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mehr Respekt und Sicherheit für ihre Angestellten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzte sich für gute Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich ein, während die IG BAU auf dem Acht-Stunden-Tag bestand. Die IG Metall forderte regionale Investitionen von den Unternehmen, und die DGB-Frauen traten für die finanzielle Gleichberechtigung von Frauen ein. Zusätzliche Anliegen kamen von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezüglich fairer Arbeitszeiten in der Gastronomie, von ver.di für eine bessere kommunale Finanzierung und von der IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) für stärkere Tarifbindung und Mitarbeiterbeteiligung. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.