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Initiative hatte aufgerufenAfD-Veranstaltung löst Protest hunderter Menschen in Brühl aus

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Zu sehen sind Demonstranten, sie halten Banner hoch.

In Brühl wurde gegen eine Veranstaltung der AfD demonstriert.

Mehrere Hundert Menschen demonstrierten friedlich gegen eine Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei.

Bunt und stimmgewaltig war der Protest von Bürgern am Dienstagabend, 28. April, an der Brühler Clemens-August-Straße. Mehrere Hundert Menschen waren einem Aufruf der Initiative „Gemeinsam für Brühl“ gefolgt, um ihren Unmut gegen eine Veranstaltung der AfD deutlich zu machen. „Wir sind hier, um ein Zeichen gegen Spaltung, Ausgrenzung, Hass und Hetze zu setzen“, sagte Sonja Tillmann von der Initiative.

„Heute waren sogar AfD-Vertreter mit besonders radikalen Ansichten hier. Dagegen wehren wir uns in aller Deutlichkeit“, erklärte Susanne Bourier, die ebenfalls der Initiative Gemeinsam für Brühl angehört. Die rechtspopulistische Partei hatte für 18 Uhr zu einem „Bürgerdialog“ mit Matthias Helferich (MdB), Fabian Jacobi (MdB) und Zacharias Schalley (MdL) ins benachbarte Clemens-August-Forum geladen. Zuletzt hatte Ende Februar eine vergleichbare Veranstaltung der AfD gleich nebenan, in der Mensa der Clemens-August-Schule, Proteste ausgelöst.

Bourier war auch damals schon dabei. Dass sich „antidemokratische Kräfte in öffentlichen Gebäuden ausbreiten dürfen“, finde sie skandalös. Obschon sie wisse, dass die Stadt keine Handhabe für ein Veto habe. Denn grundsätzlich gilt, dass öffentliche Einrichtungen für den politischen Diskurs zugänglich sein sollen. Kommunen können also einzelnen Parteien die Nutzung städtischer Veranstaltungsstätten nicht ohne Weiteres untersagen. Laut Stadt Brühl schließt auch die „Nutzungsordnung für das Clemens-August-Forum keine Parteien aus“.

Protest blieb nach vorläufiger Einschätzung der Polizei friedlich

Kirsten Stuhlsatz, ebenfalls von der Initiative, begrüßte am späten Nachmittag die Demonstrationsteilnehmer. Sie sagte: „Euer Kommen zeigt, dass die Mehrheit in Brühl keine Nazis duldet. Hier ist kein Platz für Rechtsradikalität. Dafür demonstrieren wir hier laut, sichtbar und friedlich.“

Angesichts des Andrangs sperrte die Polizei den Abschnitt der Clemens-August-Straße vor dem Amtsgericht vorübergehend für den Autoverkehr. Der Protest  verlief laut der Beamten friedlich. Es wurde geklatscht und getanzt. Mit dabei waren neben den Vertretern der Initiative „Gemeinsam für Brühl“ auch Politiker der Brühler Grünen, Mitglieder der Initiative Seebrücke und der „Omas gegen Rechts“. Zu sehen waren auch Fahnen der Antifa.